15.08.2013 18:43:31

MÄRKTE EUROPA/US-Daten belasten Aktien, Renten und Euro

Von Isabel Gomez Nach fünf Tagen steigender Kurse in Folge haben Aktienanleger an Europas Börsen am Donnerstag eine Auszeit genommen. Frische Wirtschaftsdaten und Frühindikatoren aus den USA setzten den Märkten am Nachmittag zu, vor allem Euro und Bundesanleihen reagierten kräftig auf die Daten.

   Der Dax baute seine Verluste aus, nachdem die US-Börsen nach den Wirtschaftsdaten klar im Minus eröffnet hatten. Am Abend schloss der DAX 0,7 Prozent tiefer bei 8.376 Punkten. Der Euro-Stoxx-50, der am Vortag auf ein neues Zweijahreshoch gestiegen war, verlor 0,6 Prozent auf 2.836 Punkte.

   In Italien und Österreich waren die Börsen wegen des Feiertages Mariä Himmelfahrt geschlossen. "Die niedrigen Umsätze verstärken die Volatilität am Markt", sagte Joseph Quinlan, Marktstratege bei Bank of America-Merrill Lynch. "Der Handel ist dünn. Und die Märkte ruhen sich nach der Rally im ersten Halbjahr aus", fügte er hinzu.

   Wirtschaftsdaten aus den USA riefen die Sorgen über ein baldiges Ende der Anleihekäufe durch die US-Notenbank wieder auf die Tagesordnung. Gegenwind für die europäischen Kurse wehte jedoch bereits am Morgen aus dem späten US-Aktienhandel. An der Technologiebörse Nasdaq brach die Aktie des Netzwerkausrüsters Cisco Systems nach Quartalszahlen ein. Neben Cisco enttäuschten auch die Geschäftszahlen von Wal-Mart. Der Einzelhändler kassierte seine Jahresprognose. Damit hatten zwei der größten US-Unternehmen die Erwartungen der Analysten verfehlt.

   Der Euro verlor zum US-Dollar, nachdem die Gemeinschaftswährung im Tageshoch noch auf 1,3312 Dollar gestiegen war. Nach Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für den Juli, der Industrieproduktion im Juli, der wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sowie den Stimmungsumfragen des Staates New York und der Notenbank von Philadelphia gab der Euro jedoch nach und notierte am Abend, schon wieder erholt, bei 1,3267 Dollar.

   "Die Daten bestätigen das Bild eines leichten inflationären Drucks vor dem Hintergrund stabiler Stimmungsindikatoren und eines sich langsam verbessernden Arbeitsmarktes", kommentierte Analystin Annalisa Piazza von Newedge die Datenflut aus Übersee. Die Kurse für Anleihen aus Deutschland und den USA gaben in Folge nach, die Renditen stiegen umgekehrt. Zehnjährige deutsche Papiere rentierten mit 1,8 Prozent auf dem höchsten Stand seit Februar 2012, die Rendite der US-Pendants stieg auf knapp 2,8 Prozent.

   Die Verbraucherpreise, die mit einem Anstieg von 0,2 Prozent entsprechend der Analystenprognosen ausgefallen waren, könnten von den Entscheidungsträgern als ein Zeichen interpretiert werden, dass der deflationäre Druck einen Boden gefunden hat. "Sie könnten als Argument für eine Drosselung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank ab September dienen", sagte Piazza.

   Am Aktienmarkt näherte sich indes die Saison der Quartalsberichte dem Ende. Der schweizerische Versicherer Zurich Insurance war im zweiten Quartal mit einem Gewinn deutlich hinter der Konsensschätzung von Analysten zurückgeblieben. Die Aktie verlor 3,6 Prozent.

   Negative Analystenkommentare drückten die Aktien von RWE und ThyssenKrupp 2,9 und 1 Prozent ins Minus. Gemeinsam mit den Aktien der Lufthansa, die mit einem Minus von 2,3 Prozent unter einem allgemein schwachen Sektor litten, gehörte RWE zu den größten Verlierern im DAX. Aktien des Tabakkonzerns Imperial Tobacco legten in London um 2,5 Prozent zu. Das Unternehmen will die Dividende mittelfristig um 10 Prozent pro Jahr steigern.

   Air Berlin hält nach dem zweiten Quartal das Erreichen eines operativen Gewinns für "anspruchsvoller". Im Handel wurde dies als verklausulierte Gewinnwarnung interpretiert. Zudem räumte Vorstandssprecher Wolfgang Prock-Schauer ein, dass eine Kapitalmaßnahme nicht mehr ausgeschlossen werden könne, sollte die derzeit laufende Restrukturierung keine Wirkung zeigen. Die Papiere büßten 2,9 Prozent ein.

   Europäische Schlussstände am Donnerstag, den 15. August 2013:

=== Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2.835,86 -16,22 -0,6% 7,6 Stoxx-50 2.733,43 -26,76 -1,0% 6,0 Stoxx-600 305,34 -3,28 -1,1% 9,2 Frankfurt XETRA-DAX 8.376,29 -61,83 -0,7% 10,0 London FTSE-100 6.483,34 -104,09 -1,6% 9,9 Paris CAC-40 4.093,20 -21,00 -0,5% 12,4 Amsterdam AEX 375,58 -4,04 -1,1% 9,6 Athen ATHEX-20 Feiertag Brüssel BEL-20 2.810,94 -18,84 -0,7% 13,5 Budapest BUX 18.322,71 -309,60 -1,7% 0,8 Helsinki OMXH-25 2.434,88 -20,43 -0,8% 10,2 Istanbul ISE NAT. 30 89.526,36 -2124,79 -2,3% -8,4 Kopenhagen OMXC-20 563,44 -3,26 -0,6% 13,6 Lissabon PSI 20 6.061,30 -10,13 -0,2% 7,0 Madrid IBEX-35 8.737,60 -51,70 -0,6% 7,0 Mailand FTSE-MIB Feiertag Moskau RTS 1.327,49 -28,85 -2,1% -13,1 Oslo OBX 460,95 -3,43 -0,7% 12,3 Prag PX 971,14 -11,41 -1,2% -6,5 Stockholm OMXS-30 1.245,35 -17,13 -1,4% 12,7 Warschau WIG-20 Feiertag Wien ATX Feiertag Zürich SMI 7.982,43 -95,83 -1,2% 17,0

DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 8.00 Uhr Mi, 17.26 Uhr EUR/USD 1,3267 -0,18% 1,3292 1,3255 EUR/JPY 129,7177 -0,04% 129,7734 130,0563 EUR/CHF 1,2381 -0,10% 1,2394 1,2392 USD/JPY 97,7850 0,14% 97,6450 98,1000 GBP/USD 1,5572 0,32% 1,5522 1,5537 === Kontakt zur Autorin: isabel.gomez@dowjones.com DJG/igo/flf (END) Dow Jones Newswires

   August 15, 2013 12:13 ET (16:13 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 13 PM EDT 08-15-13

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