28.02.2022 18:37:41
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MÄRKTE USA/Erholungsversuch nach schwachem Start - Marktzinsen fallen
Von Steffen Gosenheimer
NEW YORK (Dow Jones)--Nach einem schwachen Start sind die US-Börsen am Montag im Vormittagshandel auf einen wackligen Erholungskurs gegangen. Der Dow-Jones-Index liegt zur Mittagszeit in New York zwar noch 0,9 Prozent im Minus bei 33.737 Punkten, der S&P-500 verliert noch 0,7 Prozent, die Nasdaq-Indizes weisen aber nur noch Miniabschläge auf und hatten auch schon bis zu einem halben Prozent im Plus gelegen.
Zur Stimmungsaufhellung dürften einerseits die ersten Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland beitragen, in denen auch eine Feuerpause zumindest erörtert wurde, ohne dass dazu freilich bislang eine Einigung erzielt wurde. Beide Seiten wollen aber in Kontakt bleiben. Zum anderen aber auch, dass sich die militärischen Erfolge Russlands bislang in Grenzen zu halten scheinen.
Dazu kommen die umfassenden Sanktionen, die der Westen über Russland wegen der Invasion verhängt hat. Die Hoffnung ist, dass diese den Aggressor in die Knie zwingen, zumal sie insbesondere für den Bankensektor des Landes, inklusive der russischen Zentralbank, massivste Beeinträchtigungen bedeuten. Daneben brach der Rubel in der Spitze um fast 30 Prozent ein und die Notenbank mehr als verdoppelte zu dessen Stützung den Leitzins auf 20 Prozent.
Anleger steuern sichere Häfen an
Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin am Wochenende in Reaktion auf die Sanktionen die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen ließ, dominiert an den Märkten dennoch die Suche nach Sicherheit bzw. sogenannten sicheren Häfen.
Dazu gehören am Devisenmarkt der Dollar, der Dollar-Index liegt 0,1 Prozent im Plus, sowie der Yen und der Franken. Beide legen gegenüber dem Dollar zu. Der Rubel geht mit 95,30 je Dollar um, nachdem er zunächst von rund 82 am Freitag bis auf fast 109 Rubel je Dollar abgewertet hatte.
Gold und Staatsanleihen sind ebenfalls gefragt. Der Preis für eine Feinunze Gold kostet gut 3 Dollar mehr, nachdem er anfangs aber noch fast 23 Dollar hinzugewonnen hatte.
Die Marktzinsen sinken kräftig, die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fällt um über 9 Basispunkte auf 1,88 Prozent. Neben dem Sicherheitsbedürfnis der Anleger spielt hier auch eine Rolle, dass der Krieg in der Ukraine auch Rückwirkungen auf das Wirftschaftswachstum hat, weshalb die US-Notenbank auf dem avisierten Zinserhöhungsweg möglicherweise vorsichtiger agieren könnte. Dazu passt, dass der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago gegenüber Januar deutlich gesunken und auch klar unter der Erwartung ausgefallen ist.
Bankaktien schwach
Dass im Zuge der beschlossenen Sanktionen verschiedene russische Banken vom globalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen wurden, dürfte wegen der internationalen Verbindungen der Bankgeschäfte auch US-Banken nicht unbeschadet lassen. Entsprechend liegt der S&P-Subindex der Bankaktien mit 1,8 Prozent am Ende bei den Branchen. Belastend wirken hier auch die sinkenden Marktzinsen.
Gesucht sind hingegen Aktien der Rüstungsbranche, nachdem der Westen der Ukraine umfangreiche Waffenlieferungen und -käufe zugesagt hat. Dazu kommt, dass Deutschland eine drastische Erhöhung der Rüstungsausgaben angekündigt hat. Raytheon gewinnen 4,0, Lockheed Martin 4,5, General Dynamics 2,6, Northrop Grumman 7,0 und L3Harris Technologies 7,3 Prozent.
Verluste weisen Aktien von Fluggesellschaften auf, weil zu den Sanktionen auch starke Einschränkungen des Flugverkehrs gehören. American Airlines verlieren 1,5, Delta 3,1 und United Airlines 3,6 Prozent.
Ölpreise steigen
Kräftig nach oben geht es mit den Ölpreisen. Der Preis für die europäische Referenzsorte Brent verteuert sich um 2,9 Prozent auf rund 100,80 Dollar je Barrel, für US-Öl geht es um 4,3 Prozent nach oben. Am frühen Morgen waren die Aufschläge aber noch deutlich höher. Getrieben werden die Preise weiter von potenziell ausfallenden Öllieferungen Russlands, wozu auch die verhängten Sanktionen im Bankensektor beitragen. Der Subindex der Ölaktien gewinnt knapp 2 Prozent.
Tagessieger ist aber der S&P-Subindex der Autoaktien (+4,8%). Treiber ist die Tesla-Aktie (+6,9%). Marktbeobachter sprechen von Kaufinteresse an der Aktie, weil die steigenden Ölpreise mehr Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nach sich ziehen könnte.
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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 33.737,75 -0,9% -321,00 -7,2%
S&P-500 4.352,56 -0,7% -32,09 -8,7%
Nasdaq-Comp. 13.678,50 -0,1% -16,12 -12,6%
Nasdaq-100 14.154,33 -0,2% -34,84 -13,3%
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,44 -13,1 1,57 71,0
5 Jahre 1,75 -11,5 1,87 49,4
7 Jahre 1,85 -10,8 1,96 40,9
10 Jahre 1,88 -9,2 1,97 36,5
30 Jahre 2,20 -7,2 2,28 30,4
DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:38 Uhr Fr, 17:04 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1211 +0,5% 1,1190 1,1243 -1,4%
EUR/JPY 129,01 +0,1% 129,26 129,95 -1,4%
EUR/CHF 1,0287 -0,5% 1,0360 1,0435 -0,8%
EUR/GBP 0,8365 +0,1% 0,8367 0,8385 -0,4%
USD/JPY 115,04 -0,4% 115,55 115,60 -0,1%
GBP/USD 1,3403 +0,5% 1,3374 1,3408 -1,0%
USD/CNH (Offshore) 6,3159 -0,2% 6,3124 6,3144 -0,6%
Bitcoin
BTC/USD 40.929,60 +8,2% 38.297,65 39.527,91 -11,5%
ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 95,56 91,59 +4,3% 3,97 +28,4%
Brent/ICE 100,80 97,93 +2,9% 2,87 +30,0%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.892,98 1.889,20 +0,2% +3,78 +3,5%
Silber (Spot) 24,29 24,28 +0,1% +0,01 +4,2%
Platin (Spot) 1.044,43 1.055,05 -1,1% -11,48 +7,6%
Kupfer-Future 4,45 4,47 -0,6% -0,03 -0,4%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/gos/cln
(END) Dow Jones Newswires
February 28, 2022 12:38 ET (17:38 GMT)
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Aktien in diesem Artikel
American Airlines Inc | 16,49 | 0,07% | |
Delta Air Lines Inc. | 59,70 | 1,81% | |
General Dynamics Corp. | 254,85 | 0,28% | |
Harris Corp Registered Shs | 204,10 | 0,15% | |
Lockheed Martin Corp. | 470,20 | 0,66% | |
Northrop Grumman Corp. | 451,80 | 0,96% | |
Raytheon Technologies Corp | 111,54 | -0,36% | |
Tesla | 429,95 | 4,02% | |
United Airlines Holdings Inc Registered Shs | 96,69 | 1,99% |