03.05.2013 19:21:31

MÄRKTE EUROPA/US-Arbeitsmarktsdaten schicken DAX auf Jahreshoch

Von Manuel Priego-Thimmel Europas Börsen haben am Freitag unerwartet starke Arbeitsmarktdaten aus den USA mit neuen Jahreshöchstständen quittiert. An Wall Street markierten der Dow-Jones-Index sowie der S&P-500 sogar neue Allzeithochs. Die US-Wirtschaft hat im April 165.000 neue Stellen geschaffen, und damit mehr als die erwarteten 148.000. Vor allem aber die Aufwärtsrevisionen für die beiden Monate Februar und März ließen die Herzen der Anleger höher schlagen. Die Investoren hoffen, dass sich die US-Konjunktur nach einer Schwächephase nun wieder stärker beleben wird.

   Der Euro-Stoxx-50 legte bis Börsenschluss um 1,6 Prozent auf 2.764 Punkte zu und schloss damit auf einem neuen Jahreshoch. Der Dax gewann 2 Prozent auf 8.122. Zuvor hatte der deutsche Leitindex bei 8.130 Punkten ein neues Jahreshoch markiert. Ein schwächerer ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe und enttäuschende Industrie-Auftragseingänge taten der guten Stimmung keinen Abbruch.

   "Nach dem schwachen ADP-Arbeitsmarktbericht vom Mittwoch sind die Anleger zurückhaltend in den heutigen Bericht gegangen", erklärte ein Börsianer die Euphorie. Newedge geht nicht davon aus, dass die US-Notenbank nach den guten Daten die Geldpolitik schon bald verschärfen wird. Diese werde zunächst die nächsten Datenreihen abwarten. Damit ist der Weg frei für weiter steigende Kurse im Mai, ist man im Handel überzeugt.

   Nach Einschätzung von Christoph Balz von der Commerzbank sollten die Daten helfen, Befürchtungen einer spürbaren Verlangsamung der US-Wirtschaft zu zerstreuen. Diese waren nach dem relativ schwachen März-Bericht aufgekommen. "Da sich die Beschäftigungsdynamik im März weniger abgeschwächt hat als es die ursprünglichen Daten suggerierten, sollten die Befürchtungen abebben, dass das US-Wachstum einbricht", zeigt sich Balz optimistisch.

   Am Devisenmarkt legte der Euro eine Berg- und Talfahrt hin. Nachdem die Gemeinschaftswährung nach den sehr guten US-Daten zunächst deutlich unter die Marke von 1,31 Dollar fiel, erholte sie sich in der Folge und stieg wieder über dieses Niveau. Im Handel konnte man sich auf die Bewegung keinen rechten Reim machen. Möglicherweise habe der Euro von der wieder steigenden Risikobereitschaft profitiert, die in der Regel die Anleger aus der Reservewährung Dollar in riskantere Devisen treibt.

   Die Stimmung im DAX wurde auch durch Unternehmensnachrichten gestützt. Der Sportartikel-Konzern adidas hat mit den Zahlen für das erste Quartal die Gewinnerwartungen deutlich übertroffen. Der Kurs stieg daraufhin um 7,6 Prozent auf 85,50 Euro, das ist der höchste Stand aller Zeiten.

   Continental-Titel zogen um 6,1 Prozent an auf 96 Euro an. Gewinn und Umsatz sind zwar zurück gegangen, im Unterschied zu den Konkurrenten hat der Automobilzulieferer aber den Jahresausblick bestätigt. Damit setzt Continental ein positives Zeichen am gebeutelten Automarkt. Der Branchenverband VDA senkte am Freitag die Absatzprognose für das laufende Jahr.

   Mit Aufschlägen von 7,1 Prozent auf 14,33 Euro ging es auch für die ThyssenKrupp-Aktie steil nach oben. Der Stahlkonzern steht beim geplanten Verkauf seiner defizitären Übersee-Stahlwerke offenbar vor einem Durchbruch. "Wir befinden uns in intensiven Verhandlungen über den Verkauf von Steel Americas", teilte das Unternehmen mit. Involviert in diese Gespräche seien sowohl der ThyssenKrupp-Partner Vale, der rund 27 Prozent an dem zum Verkauf stehenden brasilianischen Werk hält, als auch die Entwicklungsbank BNDES und Regierungsstellen des Landes.

   In Paris sprangen Vallourec-Papiere nach überraschend guten Quartalszahlen um 12,3 Prozent nach oben. Der Stahlröhrenhersteller profitierte von einer starken Nachfrage aus dem Pipeline-Bau. Daraufhin stuften Credit Suisse, Exane und J.P. Morgan die Aktie hoch. "Die Anzahl der Umstufungen zeigt, wie groß das Potenzial dafür geworden ist", sagte ein Händler: "Die Branche ist völlig ausgebombt und überverkauft - vielleicht sind das Zeichen einer Bodenbildung". ArcelorMittal-Papiere kletterten um 2,6 Prozent.

   Bei der französischen Bank BNP Paribas ist der Gewinn im ersten Quartal zwar niedriger ausgefallen als ein Jahr zuvor, aber höher als von Analysten erwartet. Bereits Mitte der Woche hatten die UBS, Lloyds und die Deutsche Bank mit unerwartet positiven Quartalszahlen überrascht, worauf ihre Kurse deutlich zugelegt hatten. BNP-Aktien gewannen 2,4 Prozent. Der Banken-Sektor legte um einen Prozent zu.

   Abwärts ging es dafür mit der Hugo-Boss-Aktie. Die Private-Equity-Gesellschaft Permira verkaufte 7 Millionen Hugo-Boss-Aktien. Laut Angaben aus dem Handel wurden die Stücke zu 87,50 Euro je Anteilsschein platziert, und damit am unteren Ende einer zuvor gesenkten Spanne von 87,50 zu 88,50 Euro. Ursprünglich sollten die 7 Millionen Aktien zwischen 89,25 und 90,50 Euro am Markt untergebracht werden. Händler sprachen von einem zähen Verlauf des Bookbuilding-Verfahrens.

=== Europäische Schlussindizes am Freitag, 3. Mai:

. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2.763,68 44,78 +1,6% 4,8 . Stoxx-50 2.766,29 26,24 +1,0% 7,3 . Stoxx-600 301,04 3,16 +1,1% 7,6 Frankfurt XETRA-DAX 8.122,29 160,58 +2,0% 6,7 London FTSE-100 6.521,46 60,75 +0,9% 10,6 Paris CAC-40 3.912,95 54,19 +1,4% 7,5 Amsterdam AEX 357,61 2,81 +0,8% 4,3 Brüssel BEL-20 2.696,36 35,46 +1,3% 8,9 Budapest BUX 18.318,68 77,07 +0,4% 0,8 Helsinki OMXH-25 2.336,71 36,85 +1,6% 5,7 Istanbul ISE NAT. 30 110.187,24 634,56 +0,6% 12,8 Kopenhagen OMXC-20 538,96 0,95 +0,2% 8,6 Lissabon PSI 20 6.235,09 18,45 +0,3% 10,6 Madrid IBEX-35 8.406,40 138,40 +1,7% 4,6 Mailand FTSE-MIB 16.922,29 174,01 +1,0% 4,0 Moskau RTS 1.429,86 42,39 +3,1% -6,4 Oslo OBX 446,38 6,65 +1,5% 8,8 Prag PX 964,36 2,98 +0,3% -7,2 Stockholm OMXS-30 1.203,34 8,91 +0,7% 8,9 Wien ATX 2.399,22 36,44 +1,5% -0,1 Zürich SMI 7.937,61 35,40 +0,4% 16,3

DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.21 Uhr Do, 17.41 EUR/USD 1,3104 0,60% 1,3025 1,3055 EUR/JPY 129,9412 1,09% 128,5442 127,9741 EUR/CHF 1,2259 -0,28% 1,2294 1,2210 USD/JPY 99,1750 0,44% 98,7450 98,0250 GBP/USD 1,5556 0,66% 1,5453 1,5507 === Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

DJG/mpt/ros (END) Dow Jones Newswires

   May 03, 2013 12:51 ET (16:51 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 51 PM EDT 05-03-13

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