EURO STOXX
26.02.2013 11:18:31
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MÄRKTE EUROPA/Politik-Chaos in Italien lastet schwer auf den Börsen
Von Manuel Priego-Thimmel
An Europas Börsen ist die Angst wieder da. Nach dem Wahlausgang ohne eindeutigen Sieger droht in Italien ein politisches Chaos, was Anleger dazu veranlasst, sich aus riskanten Anlagen zu verabschieden. Das Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani hat zwar im Abgeordnetenhaus gewonnen, konnte sich aber im gleichberechtigten Senat nicht durchsetzen. Hier verbuchte das Mitte-Rechts-Bündnis von Silvio Berlusconi die Mehrheit. Damit drohen Neuwahlen und zumindest bis dahin eine Phase politischer Unsicherheit nicht nur in Italien sondern auch in Europa.
Der Euro-Stoxx-50 rutscht um 2,5 Prozent ab auf 2.586 Punkte. Für den Dax geht es 1,9 Prozent auf 7.628 nach unten. Die Börse in Mailand bricht um 4,2 Prozent ein, der Index in Madrid gibt um 2,8 Prozent nach. Auch die Kursen an der Anleihemärkten der Peripherie fallen. Die Renditen italienischer Staatsanleihen, die sich umgekehrt zu den Notierungen entwickeln, steigen um 24 Basispunkte (Bp) auf 4,72 Prozent. Für die entsprechenden spanischen Titel geht es um 8 Bp auf 5,23 nach oben.
Bundesanleihen sind dagegen gefragt. Hier fällt die Zehnjahresrendite um 7 Bp auf 1,49 Prozent. Der drohende Reformstau in Italien weckt Sorgen vor einem Wiederaufleben der Schuldenkrise und lässt die Anleger nach sicheren Häfen suchen.
Laut Barclays ist der Wahlausgang aus Sicht der Märkte gleich doppelt enttäuschend: Erstens sei es Bersani nicht gelungen, eine Regierung zu bilden. Und zweitens hätten die Anti-Reformparteien überraschend gut abgeschnitten. Beides deute auf Neuwahlen hin.
Ein Leidtragender des Wahlausgangs ist auch der Euro. Er notiert bei 1,3080 Dollar, kann sich damit aber immerhin von den Tagestiefs um 1,3020 wieder erholen. "Wir gehen davon aus, dass riskante Assets unter Druck bleiben werden, bis mehr Klarheit besteht, wie es in Italien weitergeht", heißt es bei Barclays dazu. Profiteur der neuen Verunsicherung dürften vermeintlich sichere Häfen wie der US-Dollar, US-Staatsanleihen und deutsche Bundesanleihen sein. Zulauf dürften diese Häfen auch mit Blick auf die am Freitag drohenden Ausgabenkürzungen in den USA erhalten, sollten sich die streitenden Parteien bis dahin nicht auf eine Lösung im Haushaltsstreit einigen, womit eher nicht zu rechnen ist.
Wichtig für die Finanzmärkte wird neben der Entwicklung in Italien am Nachmittag die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Bankenausschuss des Senats. Einige Mitglieder der US-Notenbank hatten sich zuletzt überraschend kritisch zur eigenen Geldpolitik geäußert und die Risiken des billigen Geldes betont. Marktteilnehmer gehen aber davon aus, dass Bernanke sehr viel moderatere Töne anschlagen wird. Ob dies angesichts der Italien-Unsicherheiten ausreichen wird, die Börsen zu beruhigen, bleibt abzuwarten.
An der Börse geraten italienische Bankenaktien besonders unter die Räder. Die Experten der Citigroup gehen davon aus, dass sich die politische Unsicherheit negativ auf den Bankensektor auswirken wird. Das liege an dessen hohem Engagement in Staatsanleihen und anderen Vermögenswerten. Für die Aktie von Intesa San Paolo geht es um 7,9 Prozent nach unten, UniCredit-Papiere geben 8 Prozent nach und Generali-Titel verlieren 5,7 Prozent. Europaweit verliert der Banken-Index 2,5 Prozent.
In den Hintergrund treten in der von der Politik dominierten Gemengelage neue Unternehmensergebnisse. Nach anfänglich positiven Reaktionen zu BASF überwiegen inzwischen negative Kommentare. Die Analysten der LBBW bemängeln die operativ schwächere Entwicklung im vierten Quartal. Auch die Kollegen von Bernstein verweisen auf den operativen Cashflow, der im vierten Quartal 2012 hinter dem Vorjahresquartal zurückgeblieben sei. Die Aktie verliert 2,6 Prozent und belastet als Schwergewicht auch den Chemie-Index, der um 1,6 Prozent nachgibt.
Von einem "starken vierten Quartal" spricht die DZ-Bank mit Blick auf die Geschäftszahlen von Fresenius. Diese bewegten sich etwas über den Markterwartungen. Das Papier steigt um über 3 Prozent. Für die Tochter FMC geht es nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 1,3 Prozent nach oben. Die Umsätze haben nach sich laut Equinet besser als erwartet entwickelt.
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February 26, 2013 04:48 ET (09:48 GMT)
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