ATX
13.02.2014 19:05:33
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MÄRKTE EUROPA/Börsen schließen nach Schlussrally im Plus
Von Thomas Leppert
Lange Zeit sah es danach aus, als ob die Gewinnserie im Euro-Stoxx-50 am Donnerstag zu Ende geht. Eine kräftige Schlussrally am Nachmittag sorgte dafür, dass der Index erneut im grünen Bereich schloss. Teils kräftige Kursbewegungen wiesen dabei Aktien der Unternehmen auf, die Quartalszahlen vorgelegt hatten. Der Dax stieg um 0,6 Prozent auf 9.597 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es am Ende um 0,1 Prozent auf 3.098 Punkte nach oben.
Dabei lieferten die Nachrichten des Tages sowohl den Bullen wie den Bären unter den Marktteilnehmern Futter. So hat die Arbeitslosigkeit Griechenland weiterhin fest im Griff, mit 28,0 Prozent stieg die Arbeitslosenquote im November auf einen neuen Rekordwert. Auch aus den USA gab es erneut schwache Daten, diesmal aus dem Einzelhandel. Im Januar fielen die Umsätze unerwartet um 0,4 Prozent, zudem wurde der Vormonatswert nach unten revidiert. In wieweit das frostige Wetter die Daten verzerrt hat, darüber gab es an der Börse hitzige Diskussionen.
Der entscheidende Impuls kam am Nachmittag von der Börse in Mailand. Mit der erneuten politischen Unsicherheit, wer in Rom in Zukunft die Regierungsgeschäfte führen wird, stellte die Börse lange Zeit das Schlusslicht in Europa. Als die Nachricht über die Ticker lief, dass Matteo Renzi, Bürgermeister von Florenz, einen Machtwechsel ohne Neuwahlen anstrebt, schoss der Index knapp 300 Punkte in die Höhe. Am Ende schloss er mit einem kleinen Minus von 0,2 Prozent bei 20.110 Punkten.
Der Euro erholte sich von den kräftigen Abschlägen zum Dollar vom Vortag und stieg auf 1,3670 Dollar. Die Anleger sind hin- und hergerissen bei der Frage, ob die EZB im März weitere Lockerungsmaßnahmen bekannt geben wird. Die Analysten der Commerzbank halten seit einiger Zeit eine weitere Senkung des Hauptrefinanzierungs- als auch des Einlagensatzes für die wahrscheinlichste Antwort auf einen sich eintrübenden Inflationsausblick in der Eurozone. "Die Erholung im Euro/Dollar-Paar (...) steht damit auf wackligen Füßen", sagte Analyst Thu Lan Nguyen. An den Anleihemärkten ging es mit den Renditen für Bundesanleihen leicht nach unten. Der Preis für die Feinunze Gold schaute erstmals seit Anfang November kurz über die Marke von 1.300 Dollar.
Die Berichtssaison in Europa läuft auf vollen Touren und sorgte teilweise für heftige Kursausschläge. Dabei liefert die Berichtssaison der Banken kein einheitliches Bild. So sind die Viertquartalsergebnisse der Commerzbank für die Analysten von equinet besser als erwartet ausgefallen. Die Aktie sei nach wie vor attraktiv bewertet, und die Situation der Commerzbank verbessere sich deutlich. Die Aktie schloss im DAX mit einem Plus von 1,5 Prozent.
"Da ist für jeden etwas dabei", hieß es im Handel dagegen zu den Ergebnissen der französischen Bank BNP Paribas. Kurzfristig litt die Aktie unter der extrem hohen Risikovorsorge, die für eine massiv verfehlte Schätzung beim Nettoergebnis gesorgt hat. "Rückstellungen von 1,1 Milliarden Dollar haben schon für einen Schrecken gesorgt", meinte ein Händler. Die Aktie verlor 2,6 Prozent.
Als schwach wurden auch die Geschäftszahlen von Nestle eingestuft. "Wie viele andere Unternehmen haben auch hier die Schwellenländer ihre Spuren hinterlassen", sagte ein Händler mit Verweis auf Pernod oder Procter & Gamble: "Und von einer Besserung geht Nestle im Ausblick immer noch nicht aus." So werde das Jahr 2014 erneut als "herausfordernd" bezeichnet, so wie bereits 2013. Nestle-Titel verloren 1,5 Prozent.
Die Analysten von Barclays zeigten sich von den 2013er Zahlen und dem generierten Cash-Flow von Renault "begeistert". Das Unternehmen schaffe es, im Massenmarkt die beste Marge zu verdienen. Im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern verdiene Renault auch bei den "kleinen Autos" Geld. Für die Aktie ging daraufhin um 5,6 Prozent nach oben.
=== Europäische Schlussindizes am Donnerstag, 13. Februar:. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 3.097,95 3,06 +0,1% -0,4 . Stoxx-50 2.914,28 -3,12 -0,1% -0,2 . Stoxx-600 331,48 -0,52 -0,2% 1,0 Frankfurt XETRA-DAX 9.596,77 56,77 +0,6% 0,5 London FTSE-100 6.659,42 -15,61 -0,2% -1,3 Paris CAC-40 4.312,80 7,30 +0,2% 0,4 Amsterdam AEX 397,00 -0,42 -0,1% -1,2 Athen ATHEX-20 414,68 -2,94 -0,7% 7,8 Brüssel BEL-20 2.961,45 1,97 +0,1% 1,3 Budapest BUX 18.028,42 -33,78 -0,2% -2,9 Helsinki OMXH-25 2.884,87 -3,40 -0,1% 1,8 Istanbul ISE NAT. 30 77.313,06 -1001,51 -1,3% -6,2 Kopenhagen OMXC-20 679,37 2,94 +0,4% 10,4 Lissabon PSI 20 6.985,42 41,57 +0,6% 7,1 Madrid IBEX-35 10.098,90 18,10 +0,2% 1,8 Mailand FTSE-MIB 20.110,30 -34,66 -0,2% 6,0 Moskau RTS 1.322,27 -32,33 -2,4% -8,3 Oslo OBX 497,49 -3,49 -0,7% -1,2 Prag PX 1.016,82 -1,27 -0,1% 2,8 Stockholm OMXS-30 1.330,38 0,36 +0,0% -0,2 Warschau WIG-20 2.489,67 7,09 +0,3% 3,7 Wien ATX 2.612,85 -42,21 -1,6% 2,6 Zürich SMI 8.383,90 -18,51 -0,2% 2,2
DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 8.55 Uhr Mi, 17.17 Uhr EUR/USD 1,3669 0,30% 1,3627 1,3589 EUR/JPY 139,7142 0,41% 139,1439 139,4274 EUR/CHF 1,2225 -0,01% 1,2226 1,2248 USD/JPY 102,2130 0,11% 102,1050 102,6100 GBP/USD 1,6645 0,19% 1,6613 1,6581 === Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com
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February 13, 2014 12:34 ET (17:34 GMT)
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