25.08.2014 17:18:30
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Lufthansa erwartet punktuelle Streiks der Piloten
Die Lufthansa rechnet nach der Streikankündigung ihrer Piloten mit punktuellen Arbeitskampfmaßnahmen. Mit flächendeckenden Streiks sei derzeit nicht zu rechnen, teilte die Lufthansa mit. Wann und wo die Piloten mitten in den Sommerferien streiken werden, sei nicht abzusehen. Verständnislos zeigte sich die Fluglinie über die Gangart der Piloten-Gewerkschaft, die vergangene Woche die Verhandlungen für gescheitert erklärt und Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt hat.
Bisher seien die Gespräche sehr konstruktiv gewesen, sagte Personalchefin Bettina Volkens. Die Lufthansa habe ein besseres Vergütungsangebot vorgelegt, wonach entweder ein Lohnplus von 5,08 Prozent über 40 Monate oder 5,61 Prozent über 44 Monate gezahlt würde. Bisher hatte die Lufthansa 5,16 Prozent mehr Gehalt über 44 Monate und eine Einmalzahlung von 2.000 Euro angeboten. Beim kritischen Thema betriebliche Rente warte die Airline noch auf einen konkreten Vorschlag der Piloten.
Das allerdings weist die Vereinigung Cockpit zurück. Die Gewerkschaft habe Vorschläge beispielsweise für eine Kostendeckelung bei der Betriebsrente, der sogenannten Übergangsversorgung, gemacht. Darauf sei die Lufthansa allerdings nicht eingegangen, erklärte die Gewerkschaft am Montag. Grundsätzlich fordere die Vereinigung Cockpit weiterhin einheitliche Regeln für alle Piloten, gewisse Stellschrauben seien aber möglich. Solange aber kein "diskussionsfähiges Angebot" der Lufthansa vorliege, wollen die Piloten aber nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Wegen der verhärteten Fronten hat die Fluggesellschaft am Montag erstmals das Thema Schlichtung angesprochen. Falls keine einvernehmliche Lösung gelänge, würde sich am Ende eine Schlichtung anschließen, teilte Europas größte Airline mit. Aktuell wollen aber beide Seiten davon nichts wissen und fordern sich gegenseitig auf, ein konkretes Angebot vorzulegen.
Angesichts der festgefahrenen Situation scheint eine Lösung nicht in Sicht. Fluggäste müssen daher wie schon im April mit Störungen und Flugausfällen rechnen. Damals wurden wegen des massiven Streiks der Pilotengewerkschaft 3.800 Flüge gestrichen.
Die Lufthansa wolle nach einer neuen Streikankündigung in jedem Fall rechtliche Schritte prüfen, um einen Arbeitskampf möglicherweise juristisch zu unterbinden, sagte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens.
Die Vereinigung Cockpit repräsentiert 85 bis 90 Prozent der 5.400 Piloten, die Passagier- und Frachtmaschinen der Lufthansa sowie die Germanwings-Jets fliegen. Letztere können erst ab einem Alter von 60 Jahren in Rente gehen, die Lufthansa will nun aber auch das Renteneintrittsalter der Passagekapitäne erhöhen. Bisher können diese Piloten ab 55 Jahre in den Vorruhestand gehen.
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August 25, 2014 10:47 ET (14:47 GMT)
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