DAX
11.07.2014 16:07:48
|
Börse Stuttgart-News: Trend am Mittag
STUTTGART (BOERSE-STUTTGART AG) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart
DAX weiter angeschlagen Anfangsgewinne verpuffen
Droht eine neue Bankenkrise in der Eurozone?
Der DAX versucht am Freitag Tritt zu fassen, bleibt aber nach dem gestrigen deutlichen Kursrutsch angeschlagen und beeindruckt. Die Bullen lecken ihre Wunden, konnten den DAX am Vormittag aber nur einmal kurz wieder über die Marke von 9.700 hieven. Die 9.800 bleibt zunächst außer Reichweite.
Neben der sich nun eingetrübten charttechnischen Lage, den anhaltenden geopolitischen Risiken, der Sorge vor einer sich wieder eintrübenden Konjunktur und einer enttäuschenden Berichtssaison kommt nun auch das Thema Eurokrise wieder hoch. Zumindest flammt ein Teil dieser Krise wieder auf, und zwar in Portugal, wo offenbar der Ankeraktionär der größten Bank des Landes, der Banco Espirito Santo, in Zahlungsschwierigkeiten steckt. Noch handelt es sich um eine Unternehmenskrise und nicht um eine neue Finanzkrise, die den gesamten Bankensektor des Landes eingenommen hat, doch können Ansteckungseffekte natürlich nicht ausgeschlossen werden.
Die Nachrichten aus Portugal zeigen vielmehr, dass die Bewältigung der Schulden- und Finanzkrise in Europa bei Weitem noch nicht bewältigt ist und wir gerade im hochverschuldeten Bankensystem immer wieder mit Turbulenzen rechnen müssen. Treffen diese Meldungen dann auf ein ohnehin etwas labileres Gesamtumfeld, dann bleiben die Kursreaktionen nicht aus.
Es bleibt dabei. Viele Anleger haben sich an die Seitenlinie zurückgezogen und sichern sich ihre Gewinne ab. Fehlt dann die Kaufbereitschaft, dann kann es auch bei nur mäßigem Verkaufsdruck deutlicher gen Süden gehen.
In diesem unsicheren Umfeld bleiben auch die vermeintlich sicheren Häfen wie Gold oder Bundesanleihen Fluchtpunkte. So kann der Goldpreis seine gestrigen Gewinne verteidigen und behauptet sich knapp unter der Marke von 1.340 US-Dollar. Trotz der Nachrichten aus Portugal hält sich wiederum der Euro knapp über der Marke von 1,36. Nichtsdestotrotz haben sich Anleger an der Euwax mehrheitlich in Put-Optionsscheinen auf Euro-Dollar engagiert und setzen darauf, dass die 1,36 nicht hält.
Auch wenn der Bund-Future nach seinen starken Gewinnen von gestern leicht abgeben muss, setzen die Anleger an der Euwax weiterhin mehrheitlich mit Calls auf eine Fortsetzung der Rally am Rentenmarkt.
Euwax Sentiment
Der Euwax-Sentiment-Index startete den Handelstag im Minus, bewegte sich dann aber, mit dem wieder schwächer werdenden DAX, zügig ins Plus. Niveaus von deutlicher unter 9.700 Punkten werden von vielen Anlegern an der Euwax also zum Einstieg in Calls genutzt.
Trends im Handel
Unter den Einzeltiteln stehen heute einmal mehr Werte aus der zweiten Reihe im Fokus, wobei es in erster Linie Meldungen über mögliche Übernahmen sind, die für Kursphantasien sorgen. Auch das zeigt, die reichlich vorhandene Liquidität, gepaart mit historisch niedrigen Zinsen, sucht nach Investitionsmöglichkeiten.
So will der Rüstungsbauer Rheinmetall seinen Wettbewerber Krauss-Maffei Wegmann (KMW) übernehmen, auch, um auf diese Weise die angestrebte Fusion von KMW mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter zu torpedieren. Das Motto: Angriff ist die beste Verteidigung. Die angedachte deutsch-deutsche Panzerehe kommt an der Börse jedenfalls gut an. Aktien von Rheinmetall liegen deutlich im Plus.
Der Duft- und Aromenhersteller Symrise ist ebenso im Fokus von Übernahmespekulationen. Nach einem Medienbericht sei der japanische Gewürzproduzent Ajinomoto an einer Übernahme interessiert. Auch in der Welt der Duft- und Aromenhersteller rollt derzeit eine Fusions- und Übernahmewelle. Call-Optionsscheine auf Symrise waren an der Euwax nachgefragt.
Und auch in der Branche der Autozulieferer tut sich etwas. Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen arbeitet an der wohl größten Übernahme seiner Firmengeschichte. Das Unternehmen spreche mit dem US-Konkurrenten TRW Automotive über einen möglichen Kauf, teilte ZF am Donnerstagabend mit. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen.
Von den Autozulieferern zu Volkswagen. Die Wolfsburger konnten in den ersten sechs Monaten weltweit fast 5 Millionen Fahrzeuge absetzen, ein Plus von knapp 6 Prozent. VW Vorzüge können zulegen. Calls auf waren gesucht.
Börse Stuttgart TV
Europas Politik und der Umgang mit der Euro-Krise. Im 2. Teil des Stuttgarter Parkettgesprächs beschäftigen sich Prof. Dr. Max Otte, Wirtschaftswissenschaftler und Börsenexperte und Dr. Christoph Boschan, Geschäftsführer der Börse Stuttgart Holding, mit der Frage wie Europa die Krise endgültig hinter sich lassen kann. Stimmt es, dass Brüssel oft die Bösen schützt und die Guten in Haftung nimmt, wie Prof. Otte konstatiert. Die ganze Diskussion bei Börse Stuttgart TV.
Video unter folgendem Link anschauen: https://www.boerse-stuttgart.de/de/boersenportal/nachrichten-und-videos/boerse-stuttgart-tv/?video=10664
Disclaimer:
Der vorliegende Marktbericht dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart AG keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung für die in diesem Marktbericht enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.
Quelle: Boerse Stuttgart AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein boerse-stuttgart AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!
Indizes in diesem Artikel
DAX | 22 410,27 | -0,07% |