| Kritiker |
01.08.2026 16:21:00
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Peter Schiff räumt ein: Der Verzicht auf Bitcoin war ein Fehler
• Trotz seines Zugeständnisses schließt Schiff einen Kauf auch bei einem Kursrückgang aus
• Schiff hatte bereits in früheren Jahren ähnliche Eingeständnisse gemacht
Schiffs Bitcoin-Bedauern im Wortlaut
Peter Schiff, Gründer von SchiffGold und unabhängiger Vermögensberater bei Euro Pacific Asset Management, gehört zu den bekanntesten Bitcoin-Kritikern. In einem Beitrag auf X schrieb er: "Viele Menschen, mich eingeschlossen, bereuen es, Bitcoin nicht gekauft zu haben, als sie zum ersten Mal davon erfahren haben. Bald werden mehr Menschen bereuen, Bitcoin nicht über 60.000 US-Dollar verkauft zu haben, als sie die Chance hatten". Der zweite Teil des Zitats macht deutlich, dass es Schiff weniger um sein eigenes Bedauern geht als um einen Vergleich: Aus seiner Sicht rechtfertigt Bitcoin selbst keinen Wert oberhalb von 60.000 US-Dollar, weshalb er es für wahrscheinlicher hält, dass Marktteilnehmer es bedauern dürften, sich nicht von Bitcoin getrennt zu haben, als dass es zu einer nachhaltigen Kurserholung kommt.
Schiff hat den Wert von Bitcoin über Jahre hinweg konsequent infrage gestellt und der Kryptowährung wiederholt jede Substanz abgesprochen, wie das Portal Bitcoin.com berichtet. Das Eingeständnis eines eigenen Fehlers passt kaum zu diesem öffentlichen Bild und wurde deshalb in mehreren Medien als seltene Kehrtwende in der Wortwahl aufgegriffen, auch wenn sich an seiner Grundhaltung nichts geändert hat.
Kontext: Marktlage rund um den Post
Der Zeitpunkt der Aussage fällt in eine Phase erhöhter Marktaufmerksamkeit für Bitcoin. Die Kryptowährung war zuvor im Zuge geopolitischer Spannungen zwischen den USA und Iran unter die Marke von 62.000 US-Dollar gefallen und konnte am 15. Juli wieder über 65.000 US-Dollar steigen.
Trotz Bedauern: Kein Kauf auch bei 20.000 US-Dollar
Auf die Frage, ob sein Eingeständnis eine Änderung seiner Anlagestrategie bedeute, stellte Schiff unmissverständlich klar, dass er auch bei deutlich niedrigeren Kursen nicht kaufen würde. Laut Yahoo Finance erklärte er, es gebe "Keine Chance", dass er Bitcoin selbst bei einem Kurs von 20.000 US-Dollar erwerben würde. Diese Aussage relativiert das vorangegangene Zugeständnis erheblich und zeigt, dass Schiff sein Bedauern strikt von seiner aktuellen Bewertung des Vermögenswerts trennt. Diese Haltung deckt sich mit früheren öffentlichen Äußerungen. Bereits in einem Interview mit der Journalistin Natalie Brunell hatte Schiff eingeräumt, er hätte als vermögender Anleger durchaus die finanziellen Mittel gehabt, um früh in Bitcoin zu investieren, wie aus einem Bericht des Portals Cryptopolitan hervorgeht. Dort erklärte er wörtlich, er hätte theoretisch sogar eine Million US-Dollar investieren können, habe die Entscheidung aber bewusst nicht getroffen, weil er selbst nie an den fundamentalen Wert von Bitcoin geglaubt habe.
Neue Warnung: Bedauern bei 60.000 US-Dollar
Im selben Beitrag auf X verknüpfte Schiff sein persönliches Bedauern mit einer Prognose für andere Marktteilnehmer und warnte, dass bald mehr Menschen bereuen würden, Bitcoin nicht über 60.000 US-Dollar verkauft zu haben. Die Aussage fiel zu einem Zeitpunkt, als Bitcoin bereits wieder über 65.000 US-Dollar notierte, also rund 5.000 US-Dollar über der von Schiff genannten Schwelle. Zuletzt bewegt sich der Bitcoin bei einem Preis von rund 63.975 US-Dollar (Stand 30.07.2026).
Diese zeitliche Diskrepanz wurde in der Berichterstattung ausdrücklich hervorgehoben. Bitcoin.com verwies darauf, dass Schiffs Warnungen in der Vergangenheit wiederholt zu früh kamen, etwa als er den Tiefpunkt von Bitcoin im Juni bereits für erreicht hielt, während der Kurs anschließend um mehr als 15 Prozent zulegte. Schiff hatte demnach den Absturz von Bitcoin bereits unterhalb der Marken von 1.000, 10.000, 20.000 und zuletzt rund 60.000 US-Dollar für unausweichlich erklärt, ohne dass sich diese Einschätzungen bislang bestätigt hätten.
Keine Kehrtwende: Gold bleibt erste Wahl
An seiner grundsätzlichen Präferenz fürGold hält Schiff trotz des Eingeständnisses fest. In der Bankless-Podcastfolge "Why Peter Schiff Hates Bitcoin & The Bull Case for Gold" wird er als Finanzkommentator beschrieben, der "relentlessly bullish on gold" und ein bekannter Skeptiker von Bitcoin und Kryptowährungen sei, wobei die Episode explizit der Frage gewidmet ist, warum Gold aus seiner Sicht als Wertspeicher nicht zu ersetzen sei. Zusätzlich äußerte er sich kritisch zum Unternehmen Strategy, dem größten institutionellen Bitcoin-Halter mit einem Bestand von rund 840.000 BTC, dessen Verkäufe im Rahmen eines Monetarisierungsprogramms nach seiner Einschätzung erhebliche Verluste nach sich ziehen könnten.
Paul Schütte, Redaktion finanzen.at
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