CMC Markets-Kolumne 06.10.2014 10:52:20

Daily News - Marktanalyse vom 06.10.2014 Update

Kolumne

CMC Markets - geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst

Nachdem sich der DAX letzte Woche Donnerstag mit starken Abgaben* und auch dem schwächsten zweiten Quartal** seit 2012 vorzeitig ins Wochenende verabschiedet hatte, stehen die Sterne zu Beginn dieser Woche etwas besser. Am Donnerstag hat der DAX aufgrund der Enttäuschung der Marktteilnehmer über nur wenige Stimuli liefernde EZB-Beschlüsse im Tief bis auf unter 9.170 Zähler abgegeben. Eine am Freitag durch überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten ausgelöste Erholungsrallye in den USA sowie an den anderen europäischen Märkten konnte der DAX aufgrund des Feiertages "Tag der deutschen Einheit" nicht nachvollziehen. Positive Vorgaben aus Asien und den USA hoben den deutschen Leitindex heute Morgen bereits vorbörslich wieder über die 9.300-Punkte-Marke, nachdem der DAX am Donnerstag bei rund 9.196 Zählern aus dem Handel ging.

Aus charttechnischer Sicht stieß der deutsche Leitindex am Donnerstag um das 23,6%-Fib-Retracement bei knapp 9.174 Punkten auf Nachfrage. Die heutige Nachholjagd brachte den DAX wieder zurück an das Durchbruchsniveau bei dem 38,2%-Fib-Retracement um 9.342 Zähler, wo der Leitindex aktuell abprallte. Bis dieses charttechnische Niveau zurückerobert werden kann, ist die aktuelle Erholung allerdings nur als Zwischenerholung mit der Gefahr erneuter Abgaben zu werten. Auch eine Schließung des heutigen Gaps ist nicht ausgeschlossen.

Am Freitag zeigten die US-Nonfarm-Payrolls einen stärkeren Anstieg der neugeschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft im September, als Analysten erwartet hatten. So hätten diese laut US Labour Department bei 248.000 statt der prognostizierten 215.000*** gelegen. Gleichzeitig wurden auch die Zahlen für August auf 180.000 Stellen nach oben korrigiert. Die Arbeitslosenquote fiel mit 5,9 Prozent zudem auf den niedrigsten Stand seit 6 Jahren. Allerdings ging auch die Partizipationsrate auf 62,7 Prozent und damit geringsten Stand seit 35 Jahren zurück. Da der durchschnittliche Lohn in dem Monat stagnierte, hält sich der Inflationsdruck durch Löhne in Grenzen. Die amerikanische Notenbank Fed macht den Zeitpunkt einer Zinswende nach dem in diesem Monat auslaufenden Anleihekaufprogramm zu einem wesentlichen Teil von der Arbeitsmarktentwicklung abhängig. Damit stehen diese Woche die am Mittwoch geplanten Sitzungsprotokolle der letzten Offenmarktausschuss-Sitzung im Fokus der Marktteilnehmer.

Die Belastungsfaktoren für die europäischen Märkte unter anderem in Form der schwächeren europäischen Konjunkturdaten bleiben allerdings erhalten. So veröffentlichte das deutsche Bundeswirtschaftsministerium heute Morgen Zahlen zu den Auftragseingängen an die deutsche Industrie im August, welche den stärksten Einbruch seit Januar 2009 zeigten. Statt dem prognostizierten Rückgang von 2,5 Prozent*** wurde ein Minus von 5,7 Prozent vermeldet.

Aus charttechnischer Sicht zeigt der Kurs des Edelmetalls Gold aktuell eine sehr interessante Konstellation. So ist die Notierung heute bis auf wenige Punkte an die potenziell wichtige Unterstützung um 1.180 US-Dollar herangerückt. Im Wochenchart bildet sich aus diesem Kursniveau als horizontale Linie und einer Abwärtstrendlinie von 2013 ein fallendes Dreieck. Sollte der Kurs negativ ausbrechen, könnte dies das Chartbild erheblich eintrüben und dadurch von weiteren größeren Kursverlusten begleitet sein.

Die US-Leitindizes Dow Jones und S&P 500 handeln gegenwärtig vor Eröffnung des Präsenzhandels über den Schlusskursen von Freitag und deuten damit eine freundliche Eröffnung und Anknüpfung an die Erholung von letzter Woche an.

* Gegenüber dem Vortagesschlusskurs
** Gegenüber der Vorperiode
*** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden

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