22.01.2015 16:31:47
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Verdi ruft erneut zu Warnstreiks am Stuttgarter Flughafen auf
STUTTGART (dpa-AFX) - Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zu Warnstreiks am Stuttgarter Flughafen aufgerufen. Nachdem die Tarifverhandlungen für die 19 000 Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe am Dienstag ins Stocken geraten waren, plant Verdi nun am Freitag einen weiteren Ausstand an den Kontrollen von Personal und Passagieren sowie an den Frachtkontrollen. Der Warnstreik beginnt um 3.00 Uhr und soll bis 14.00 Uhr dauern.
Ein Sprecher des Flughafens sagte, man bereite sich auf die Streiks vor. Insgesamt würden in dem Zeitraum rund 60 Abflüge abgefertigt, damit seien rund 6000 Passagiere betroffen. Schon vergangene Woche hatte Verdi zu Warnstreiks aufgerufen. Damals hatten mehr als 10 000 Passagiere länger warten müssen als gewohnt. Die erwarteten Flugausfälle waren aber ausgeblieben. Der Hauptgeschäftsführer des BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, Harald Olschok, hatte die Streiks als "völlig überzogen" kritisiert. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Albert Haber, bezeichnete die Aktion als "planlos maßlos".
Neben dem Flughafen streikte vergangene Woche auch das Sicherheitspersonal, das Kernkraftwerke bewacht. Genau um diese beiden Bereiche ringen die Tarifparteien: Die Arbeitgeber hatten am Dienstag nach Angaben des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft ihr Angebot für Beschäftigte in den Bereichen Kernkraft und Flugverkehr auf ein Plus von 3,5 Prozent erhöht. Für die breite Masse des Sicherheitspersonals hatte der Verband der Sicherheitswirtschaft Lohnsteigerungen ab Januar um 2,7 Prozent und um weitere 2,6 Prozent von 2016 an geboten.
Die Gewerkschaft hatte das Angebot der Arbeitgeber bei der jüngsten Verhandlungsrunde am Dienstag abgelehnt. Ihr Ziel ist es, den Stundenlohn der untersten Lohngruppe von 9,20 Euro auf 10 Euro anzuheben. Das Personal am Flughafen soll einen Zuschlag von 2,50 Euro auf seinen Stundenlohn von 13 bis 15 Euro bekommen.
Einen neuen Verhandlungstermin gibt es bislang nicht. Verdi führt die Verhandlungen auf Landesebene. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die Gewerkschaft am Freitag gleichzeitig auch Warnstreiks am Flughafen in Hamburg ausgerufen./ang/DP/zb
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