20.01.2015 13:10:31

UPDATE: Schlumberger kauft großen Anteil an russischer Bohrfirma

   -- Schlumberger könnte EDC in drei Jahren komplett übernehmen

   -- EDC durch Ölpreisverfall gebeutelt

   (NEU: Details, Hintergrund)

   Von Selina Williams und Alexander Kolyandr

   MOSKAU--Der weltgrößte Ölfeldausrüster Schlumberger setzt auf die russische Ölwirtschaft. Der US-Konzern übernimmt für 1,7 Milliarden US-Dollar knapp 46 Prozent an der Eurasia Drilling Co (EDC). Schlumberger kann drei Jahre nach Abschluss des Deals auch die restlichen Anteile an Russlands größter Bohrfirma übernehmen.

   Für ein US-Unternehmen ist das eine ungewöhnlich große Investition in eine Firma im russischen Energiesektor, vor allem vor dem Hintergrund der empfindlichen Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Russland. Zudem haben sich die Ölpreise letzten Sommer mehr als halbiert, was massiv auf die Margen der Industrie drückt. Schlumberger hatte deswegen erst vergangene Woche angekündigt, 9.000 Stellen zu streichen.

   Der Ölpreis-Verfall hat die Konsolidierung in der Branche zuletzt angeschoben. Aus Käufersicht sind Übernahmeziele günstiger als noch vor einiger Zeit. Schlumberger will den Kauf von Eurasia-Anteilen noch im ersten Quartal abschließen.

   Der Deal ist für Schlumberger nicht ohne Risiko. Zwar fällt ein Großteil der russischen Energiebranche nicht unter spezifische Sanktionen, jedoch haben westliche Regierungen den Sektor im Blick und könnten - wenn die Spannungen mit Moskau nicht abklingen - die Restriktionen ausweiten. Der fallende Ölpreis und die Sanktionen haben die Förderambitionen der russischen Produzenten zudem mit einem großen Fragezeichen versehen.

   Moskau lässt derzeit zwar mit hoher Geschwindigkeit weiterpumpen, trotz des Überangebots, das zum Preisverfall beigetragen hat. Aber viele von Russlands älteren Quellen könnten bei weiteren Preisrückgängen oder einer länger andauernden Preisschwäche unwirtschaftlich werden.

   Dennoch, einige Anbieter in der Branche haben die niedrigen Preise zu ihrem Vorteil genutzt, insbesondere am Verhandlungstisch für die großen Deals. Im November verkündete der Ölfeldausrüster Halliburton die Übernahme des Konkurrenten Baker Hughes für 35 Milliarden US-Dollar.

   Schlumberger-Chef Paal Kibsgaard hatte am Freitag gesagt, dass sein Unternehmen nach dem Ölpreisverfall zahlreiche Übernahmemöglichkeiten sehe.

   Im vergangenen Jahr erzielte Eurasia bei Umsätzen von 3,5 Milliarden Dollar ein EBITDA von 940 Millionen Dollar. Im Eurasia-Board sitzt unter anderem Maurice Dijols. Der Ölbohrmanager, der bei diversen russischen Firmen im Aufsichtsrat sitzt und jahrzehntelang für Schlumberger tätig war, hatte jüngst mit der Joma Industrial die Mehrheit an C.A.T. oil übernommen.

   Eurasia ist an der Börse in London notiert, wird das Listing aber im Zuge des Deals aufgeben. Die EDC-Aktie ist letztes Jahr um rund 60 Prozent gefallen, da die beiden größten Kunden - Lukoil und Gazpromneft - unter die Sanktionen fielen. Außerdem machen dem Unternehmen niedrigere Ölpreise und die Abwertung des Rubel zu schaffen. Während EDC für Dienstleistungen in der russischen Währung bezahlt wird, begleicht das Unternehmen seine Rechnungen für die meist auf dem Weltmarkt erstandene Ausrüstung zumeist in Dollar.

   EDC ist der größte Anbieter von Bohrdienstleistungen in Russland. Das Unternehmen bietet auch Offshore-Bohrdienstleistungen im Kaspischen Meer an, wo es eine Reihe von Hub-Bohrinseln betreibt.

   "Der Deal signalisiert uns, dass das westliche Unternehmen eine Chance wahrnimmt, seine Präsenz in dem regionalen Markt zu stärken", sagte die Brokerfirma Otkritie aus Moskau zu dem Deal.

   Schlumberger baut mit der Beteiligung eine seit 2011 bestehende strategische Allianz mit EDC aus. Jener Deal habe es den beiden ermöglicht, eine ganze Reihe Kunden in Russland mit Bohr- und Ingenieursdienstleistungen im konventionellen Bohrgeschäft zu versorgen, teilte Schlumberger mit. Den Anteilskauf lässt sich Schlumberger eine Prämie von 81 Prozent auf den EDC-Schlusskurs vom Montag kosten.

   Mitarbeit: Markus Klausen.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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