06.07.2015 11:35:46
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UPDATE/Deutsche Industrie trotz leichtem Orderminus im Aufwärtstrend
--Orders sinken im Mai weniger als erwartet
--Daten für April kräftig nach oben revidiert
--Ökonomen sehen Aufwärtstrend bestätigt
(NEU: Kommentare von Ökonomen)
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im Mai leicht gesunken, aber im April deutlich stärker als zunächst berichtet gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) lag die Mai-Entwicklung vor allem an einer geringeren Nachfrage nach Investitions- und Konsumgütern. Dennoch sieht das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) die Bestellungen in der Industrie im Frühjahr "deutlich aufwärtsgerichtet". Die Industriekonjunktur in Deutschland dürfte damit etwas Fahrt aufnehmen.
Nach Angaben von Destatis sanken die Auftragseingänge im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Rückgang von 0,5 Prozent prognostiziert. Das Ergebnis des Vormonats korrigierten die Statistiker aufgrund von Nachmeldungen deutlich nach oben: Statt um 1,4 Prozent ist der Ordereingang demnach um 2,2 Prozent gestiegen.
Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen sieht die Erwartungen "eindeutig übertroffen". Das Minus im Mai sei kleiner ausgefallen als angenommen, während das April-Ergebnis deutlich nach oben revidiert worden sei. "Der von uns auf Basis der Auftragseingänge der vergangenen Monate berechnete Trend für die Industrieproduktion zeigt nun wieder klar nach oben."
Das Volumen an Großaufträgen fiel für einen Mai stark unterdurchschnittlich aus. Während die Bestellungen von Vorleistungsgütern um 1,3 Prozent zunahmen, gingen für Investitionsgüter 0,8 Prozent und für Konsumgüter 1,2 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat. Leichte positive Impulse kamen aus dem Ausland (plus 0,2 Prozent). Die Aufträge aus dem Inland nahmen leicht ab (minus 0,6 Prozent).
"Die Bestellungen in der Industrie sind im Frühjahr deutlich aufwärtsgerichtet", erklärten die Konjunkturexperten von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). "Dies gilt insbesondere für die Auftragseingänge aus dem Ausland. Die Industriekonjunktur in Deutschland nimmt etwas Fahrt auf."
BayernLB-Volkswirt Stefan Kipar bewertet die Auftragsdaten als "insgesamt positiv". Abzuwarten bleibe allerdings, "ob die tiefe Verunsicherung um Griechenland die Bestellungen, insbesondere von Investitionsgütern, in den kommenden Monaten bremsen wird". Der Rückgang des ifo-Geschäftsklimas habe hierauf einen ersten Hinweis gegeben.
Allerdings sieht Kipar den ifo-Rückgang "hauptsächlich als Anpassung" der zuvor zu optimistischen Stimmung an die Realität. "Die Konjunktur bleibt stark, die Wachstumsraten positiv. Allenfalls die Dynamik dürfte zunächst wohl nicht weiter zulegen", meinte der Experte.
Kontakt zum Autor: andreas.plecko@wsj.com
DJG/apo/smh
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July 06, 2015 05:04 ET (09:04 GMT)
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