04.12.2013 19:49:58

Thüringische Landeszeitung: Kommentar: Banken wie Mafia

Weimar (ots) - Oft müssen sich Europas Bürger über EU-Bürokratie und Brüsseler Polit-Eskapaden ärgern. Doch diesmal hat die EU-Kommission genau das Richtige getan. Sie hat sechs europäischen Großbanken die Rekordbuße von 1,7 Milliarden Euro aufgebrummt. Die Strafe ist angemessen, da die Banken mit der für das gesamte Finanzsystem gemeingefährlichen Zins-Manipulation von Libor und Euribor das Wichtigste überhaupt für ein funktionierendes Geldsystem demoliert haben: Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Die Geldinstitute, darunter auch die Deutsche Bank, haben sich aufgeführt als wären sie Mafia-Organisationen. Damit haben sie sich ungerechtfertigte Vorteile in einem Geldmarkt verschafft, der nicht mehr wirklich frei war. Man kann dies auch als illegale Marktregulierung durch Libor-Gauner bezeichnen. Die Banken vertuschten ihre eigenen Schwächen und kassierten ab - auf Kosten ihrer ahnungslosen Kreditkunden. Das hatte Auswirkungen bis in die letzte Filiale auch von Volksbanken oder Sparkassen, die ebenso arglos waren wie ihre Kunden. Wettbewerb wurde so ausgeschaltet. Der ist vermutlich wieder hergestellt, aber der Vertrauensverlust der Kunden wird noch lange nicht überwunden sein. Daran wird die Branche noch lange zu knabbern haben. Egal ob schuldig oder unschuldig.

Von Bernd Hilder

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