08.04.2014 17:43:47
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ROUNDUP: Wieder mehr Entwicklungshilfe - Deutschland verpasst Quote
BERLIN (dpa-AFX) - Die wichtigsten Industrienationen haben im vergangenen Jahr so viel Geld für Entwicklungshilfe ausgegeben wie noch nie zuvor. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) stiegen die Hilfen ihrer Mitgliedsländer inflationsbereinigt auf insgesamt 134,8 Milliarden US-Dollar (etwa 97,7 Milliarden Euro, plus 6,1 Prozent).
Das selbst gesetzte Ziel, mindestens 0,7 Prozent der jeweiligen nationalen Wirtschaftsleistung für Entwicklungshilfe auszugeben, erreichten allerdings nur fünf Länder: Dänemark, Luxemburg, Norwegen und Schweden sowie erstmals auch Großbritannien. Deutschland hingegen verpasste das Ziel trotz höherer Ausgaben erneut deutlich.
Nach OECD-Angaben war die Bundesrepublik mit umgerechnet 14,06 Milliarden US-Dollar (plus drei Prozent) hinter den USA und Großbritannien drittgrößter Geldgeber. Damit lag Deutschland bei der sogenannten ODA (Official Development Assistance)-Quote im vergangenen Jahr bei 0,38 Prozent.
Vom eigentlichen Ziel, die 0,7-Prozent-Quote bis 2015 zu erfüllen, hatte sich die Bundesregierung praktisch schon vor einigen Jahren verabschiedet. Im Koalitionsvertrag heißt es nun: "Wir wollen Deutschland weiter auf einen Finanzierungspfad zum 0,7-ODA-Ziel führen."
2011 und 2012 hatte die Wirtschafts- und Finanzkrise dazu geführt, dass die Entwicklungshilfe-Ausgaben sanken. Fürs laufende Jahr erwarten die OECD-Experten, dass die Entwicklungshilfe nochmals zunehmen wird. Anschließend wird mit etwa gleichbleibenden Zahlen gerechnet.
Der 1961 gegründeten OECD, die ihren Hauptsitz in Paris hat, gehören 34 Staaten an. Die OECD hat 2500 Mitarbeiter, ihr Etat beträgt jährlich rund 350 Millionen Euro./cs/DP/jsl
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