15.08.2013 22:14:59
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Neue OZ: Kommentar zu Luftverkehr / Air Berlin
Mit dem Sparprogramm "Turbine" will Air Berlin Ballast abwerfen und wieder in die schwarzen Zahlen fliegen. Doch im Moment stottert die Turbine immer noch hörbar. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein dickes Minus von 38 Millionen Euro. Trotzdem finden sich in der Halbjahresbilanz Zahlen, die Aktionäre hoffen lassen.
Die Schlankheitskur hat bereits zu ersten Erfolgen geführt. Das Streckennetz ist ausgedünnt, die Flotte verkleinert, die Auslastung verbessert worden. Deshalb fallen die Verluste deutlich niedriger aus als noch im Vorjahr. Es ist also keine bloße Gesundbeterei, wenn Airline-Chef Wolfgang Prock-Schauer eine "Entwicklung in die richtige Richtung" bei wesentlichen Kennzahlen diagnostiziert.
Zum Aufatmen ist es allerdings noch zu früh. Die Umsätze der vom Tourismus abhängigen Fluglinie schwanken übers Jahr gesehen stark. Die einträglichste Zeit ist das Sommerquartal. Dass Prock-Schauer das gute Wetter in Deutschland jetzt für weniger Mittelmeertouristen verantwortlich macht, klingt nach Ausrede. Typisch: Ob Luftverkehrsteuer, Konkurrenzkampf oder Kerosinpreise, Air Berlin hat immer eine Erklärung parat. Doch mit diesen Dingen muss auch die Konkurrenz fertig werden.
Statt Ausflüchte zu suchen, sollte das Management weiter sanieren
dann reicht es vielleicht sogar für die "schwarze Null" im
Gesamtjahr. Ob Air Berlin sich langfristig behaupten kann, ist
allerdings auch dann nicht ausgemacht.
Manuel Glasfort
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