04.12.2013 19:19:59

Mindener Tageblatt: Kommentar zu Milliardenstrafe für Banken / Außer Kontrolle?

Minden (ots) - Zufällige Zusammenballung? Pechsträhne? Kampagne? Irgendwie geraten die (Groß)Banken ständig in die Schlagzeilen - in den letzten Jahren sind es leider überwiegend negative. Banken verursachten den Mega-Crash des weltweiten Finanzsystems, Banken lieferten die Grundlage für die Schuldenkrisen. Banken fielen durch verantwortungsloses Gezocke, hemmungslose Gier und ungerührtes Vergesellschaften ihrer Pleiten auf; Banken mussten aus Staatsräson für sauer verdientes Steuerzahlergeld vor dem selbst verschuldeten Untergang gerettet werden. Banken berieten ihre Kunden schlecht - zu ihrem eigenen Vorteil. Und jetzt wieder das: Manipulationsverdacht bei Zinsentwicklungen, Manipulationsverdacht bei Währungskursen, Manipulationsverdacht bei Edelmetallen. Gern mit dabei: die Deutsche Bank. Es gibt keinen Wirtschaftssektor, der sich so vehement (und ziemlich erfolgreich) gegen staatliche Regulierung wendet. Es gibt keine Branche, die das in der Tat problematische weltweite Gefälle in steuerlichen und gesetzgeberischen Standards so sehr zum eigenen Vorteil zu nutzen versteht. Es gibt, das sollte man allerdings auch nicht unterschlagen, auch keine Branche, die - zumindest in der jüngeren Zeit - so heftig in der Kritik steht: Banken-Bashing ist populär, zweifellos, und nicht jeder Vorwurf ist berechtigt. Aber immer noch zu viele. Die Effektivität der nationalen und supranationalen Aufsichtsbehörden hinkt dem Erfindungsreichtum der Finanzbranche weit hinterher. Forderungen nach mehr staatlicher Kontrolle und Transparenz sind leicht erhoben; sie in konkrete Taten umzusetzen, die nicht auch negative Folgen für Handel und Wandel, möglicherweise gar die Anleger haben könnten, schon deutlich schwieriger. Doch die sich häufenden Skandale machen überdeutlich, dass das freie Spiel der Marktkräfte in der Finanzindustrie offenbar nicht mehr mit dem Lehrbuch der Ordnungspolitik zu beherrschen ist. Es droht in eine Anarchie unter Raffern umzuschlagen - zum Nachteil von Kunden, Anlegern und ganzen Volkswirtschaften.

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Pressekontakt: Mindener Tageblatt Christoph Pepper Telefon: (0571) 882-/-248 chp@mt-online.de

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