22.01.2018 18:01:43

MÄRKTE USA/Wall Street schüttelt Haushaltssperre ab - Neue Rekordhochs

Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)--Der andauernde Haushaltsstreit in den USA verunsichert die Anleger an der Wall Street zu Wochenbeginn nicht. Die Indizes zeigen sich mit leichten Aufschlägen, S&P-500 und Nasdaq-Composite haben zum Start sogar neue Rekordhochs markiert. Allerdings liegen diese nur knapp über den alten Höchstständen. Der Dow-Jones-Index legt am Mittag (Ortszeit New York) um 0,1 Prozent auf 26.088 Punkte zu. Für den S&P-500 geht es um 0,3 Prozent nach oben und der Nasdaq-Composite verbessert sich um 0,5 Prozent.

Für den Montagmittag (US-Ortszeit) ist eine neue Abstimmung im US-Senat über Maßnahmen geplant, die die Finanzierung des US-Haushalts wenigstens bis zum 8. Februar gewährleisten sollen. Bislang ist allerdings nicht sicher, ob die notwendige Mehrheit dafür zustande kommt.

Marktbeobachter warnen jedoch vor den wirtschaftlichen Folgen des Stillstands. Als Folge der Haushaltssperre werden Staatsbedienstete in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Regierungsaufträge an Unternehmen ruhen, so dass auch die Privatwirtschaft viele Mitarbeiter zumindest vorübergehend nicht weiterbeschäftigen kann. Letztlich könnte das Wirtschaftswachstum im Quartal darunter leiden. Das Wachstum der Weltwirtschaft, das maßgeblich zum kräftigen Anstieg der Aktienkurse in jüngster Zeit beigetragen hat, dürfte von den innenpolitischen Querelen in den USA jedoch nicht beeinträchtigt werden, heißt es von Marktteilnehmern.

Ein längerfristig negativer Einfluss auf die Konjunktur sei aber nicht zu befürchten, das zeige das Beispiel vergangener Haushaltssperren, meint Larry Hatheway, Chefvolkswirt bei GAM Holding.

Berichtssaison weiter im Fokus - US-Daten ohne Einfluss

Der Shutdown ist nicht das einzige Thema an den Märkten, denn die Bilanzsaison geht weiter. Anleger warten gespannt darauf, welche Folgen die Steuersenkungen für die einzelnen Unternehmen haben und was sie mit dem möglicherweise gesparten Geld anfangen werden. Die Möglichkeiten reichen von Sonderzahlungen an die Mitarbeiter über höhere Dividenden und Aktienrückkäufe bis hin zu Investitionen und/oder Übernahmen.

Auf der Agenda der Konjunkturdaten stand nur der Chicago Fed National Activity Index. Er stieg im Dezember auf einen Stand von plus 0,27, wie die Federal Reserve Bank of Chicago mitteilte. Für den November wurde der Indexstand auf plus 0,11 revidiert, nachdem zunächst ein Wert von plus 0,15 genannt worden war.

Gewinnwarnung lässt Sanmina einbrechen

Unter den Einzelwerten stürzen Sanmina um 23,4 Prozent ab, nachdem das Unternehmen am Freitag nach Börsenschluss eine Gewinnwarnung ausgegeben hat.

Bunge-Aktien verbessern sich um 3,4 Prozent. Der Aktie des Agrarrohstoffgiganten kamen die Spekulationen über einen Übernahmekampf zugute. Archer Daniels Midland (ADM) habe gegenüber Bunge Übernahmeinteresse signalisiert, sagt informierte Personen. Vergangenes Jahr hatte der Rohstoffhändler Glencore Interesse an Bunge bestätigt. Details der ADM-Annäherung blieben unklar. ADM steigen um 2,6 Prozent.

Eine Kursexplosion von 61,5 Prozent erleben Bioverativ. Der französische Pharmakonzern Sanofi will das auf die Therapie von Bluterkrankheit spezialisierte Biotechunternehmen für rund 11,6 Milliarden US-Dollar übernehmen. Je Bioverativ-Aktie bietet die Sanofi SA nach eigenen Angaben vom Montag 105 Dollar in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 64 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Nach der Schlussglocke wird der US-Streamingdienst Netflix die Zahlen für das vierte Quartal vorlegen. Die Aktie steigt im Vorfeld um 2,6 Prozent. Im weiteren Wochenverlauf folgen dann unter anderem noch Procter & Gamble, Johnson & Johnson, General Electric, Ford, Caterpillar und Intel mit ihren Quartalszahlen.

Goldpreis legt mit Haushaltsstreit leicht zu

Nachdem die Unsicherheit um den US-Haushaltsstreit zunächst keinen größeren Zulauf in den "sicheren Hafen" Gold ausgelöst hatte, legt der Preis für das Edelmetall nun leicht zu. "Der Shutdown dauert nun schon den dritten Tag an", merkt Analyst Jim Wyckoff von Kitco.com. Dies sorge nun doch für etwas Zurückhaltung unter den Anlegern, ergänzt der Teilnehmer. Der Preis für die Feinunze legt um 0,1 Prozent auf 1.333 Dollar zu.

Auch bei den US-Anleihen kommt es zu einer leicht steigenden Nachfrage. Im Gegenzug reduziert sich die Rendite zehnjähriger Titel um 2 Basispunkte auf 2,64 Prozent.

Wenig Bewegung gibt es dagegen am Devisenmarkt. Der Euro zeigt sich mit 1,2238 Dollar wenig verändert im Vergleich zum späten US-Handel am Freitag.

Am Ölmarkt legen die Ölpreise deutlicher zu. Teilnehmer verweisen auf Aussagen des saudischen Energieministers Khalid al-Falih. Dieser hat sich dafür ausgesprochen, die Fördermengenbegrenzung der Opec über das Jahr 2018 hinaus zu verlängern. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 0,9 Prozent auf 63,93 Dollar. Für Brent geht es um 0,9 Prozent auf 69,24 Dollar nach oben.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 26.087,51 0,06 15,79 5,54

S&P-500 2.818,51 0,29 8,21 5,42

Nasdaq-Comp. 7.372,06 0,49 35,68 6,79

Nasdaq-100 6.872,78 0,56 38,45 7,45

US-Anleihen

Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD

2 Jahre 2,06 1,3 2,05 85,9

5 Jahre 2,44 -0,8 2,44 51,2

7 Jahre 2,57 -2,4 2,59 31,8

10 Jahre 2,64 -2,1 2,66 19,2

30 Jahre 2,91 -2,7 2,93 -16,1

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:40 Fr, 17:24 % YTD

EUR/USD 1,2238 +0,02% 1,2236 1,2229 +1,9%

EUR/JPY 135,89 +0,22% 135,59 135,27 +0,5%

EUR/CHF 1,1786 +0,20% 1,1762 1,1762 +0,6%

EUR/GBP 0,8775 -0,39% 0,8809 1,1329 -1,3%

USD/JPY 111,04 +0,21% 110,81 110,61 -1,4%

GBP/USD 1,3948 +0,43% 1,3889 1,3854 +3,2%

Bitcoin

BTC/USD 10.525,08 -6,01% 11.661,25 11.626,03 -26,73

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 63,93 63,37 +0,9% 0,56 +5,8%

Brent/ICE 69,24 68,61 +0,9% 0,63 +3,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.332,76 1.331,72 +0,1% +1,04 +2,3%

Silber (Spot) 17,01 17,02 -0,1% -0,01 +0,4%

Platin (Spot) 1.002,15 1.012,40 -1,0% -10,25 +7,8%

Kupfer-Future 3,18 3,17 +0,3% +0,01 -3,3%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/cln

(END) Dow Jones Newswires

January 22, 2018 12:02 ET (17:02 GMT)

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