Dow Jones
17.09.2014 18:48:31
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MÄRKTE EUROPA/Wette auf niedrige US-Zinsen stützt Aktien
Von Benjamin Krieger
Aufwärts ging es am Mittwoch an Europas Börsen. Der Dax legte um 0,3 Prozent zu auf 9.662 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,5 Prozent höher bei 3.237 Punkten. Für Käufe sorgte ein Kommentar von John Hilsenrath vom Wall Street Journal. Demnach dürfte die US-Notenbank in ihrer Wortwahl an dem Passus festhalten, der Leitzins bleibe für "beträchtliche Zeit" auf niedrigem Niveau. Die Federal Reserve präsentiert am Abend die Beschlüsse ihrer zweitägigen Beratungen.
Das Szenario weiter niedriger Leitzinsen in den USA bestärkte schon am Dienstagabend die Akteure an der Wall Street in ihren Aktienkäufen. Der Dow-Jones-Index markierte im Handelsverlauf ein Rekordhoch. Im frühen Handel am Mittwoch legte der Dow Jones Index dann noch eine Schippe drauf und stieg auf ein weiteres Rekordhoch bei 17.173 Punkten.
Dass sich die Finanzmärkte gleichwohl für eine Zinswende in den USA positionieren, ist am schon seit Wochen steigenden US-Dollar und an den zuletzt ebenfalls steigenden Renditen von US-Staatsanleihen zu beobachten. Keinen Handlungsdruck verspürt die Fed von der Inflation. Die Verbraucherpreise sind im August überraschend zurückgegangen.
Der Euro stagniert schon seit neun Handelstagen zum US-Dollar unter 1,30. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,2960 Dollar bezahlt. Sollte die US-Notenbank die Zinsschraube früher als an den Finanzmärkten erwartet anziehen, könnte die US-Währung weiter aufwerten.
Neben der US-Notenbank richtet sich das Interesse auch auf die Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands am Donnerstag. "Der Ausgang bleibt weiter offen", sagte Dirk Gojny von der National-Bank. Deutsche Bundesanleihen konnten von der Unsicherheit über den Wahlausgang profitieren, ihre Kurse legten zu. Für Vorsicht sorgte die Abstimmung in Schottland am Londoner Aktienmarkt. Der Leitindex FTSE-100 gab gegen den europaweiten Aufwärtstrend leicht nach.
An Europas Börsen führten Bankenaktien die Gewinner an. Sie stiegen im Schnitt um 1 Prozent, angeführt von den Kursen italienischer und spanischer Geldhäuser. Händler führten diese Käufe auf den neuen Langfristtender der EZB zurück, der am Donnerstag zugeteilt wird. Vor allem die Banken der Peripherie dürften von der zusätzlichen Liquidität der EZB profitieren.
Größter Kursgewinner im DAX waren die Aktien von adidas mit einem Plus von 3,5 Prozent. Händler begründeten dies mit einem möglichen Einstieg neuer Investoren. Laut einem Sprecher von adidas hat sich das Management in den vergangenen Monaten mit aktuellen und potenziellen Investoren getroffen, wie das Wall Street Journal berichtet hatte.
Ein optimistischer Ausblick des US-Stahlproduzenten US Steel hellte die Stimmung auch für europäische Stahlaktien auf. Arcelor-Mittal stiegen um 3,1 Prozent und ThyssenKrupp um 1,6 Prozent und Voestalpine um 1,8 Prozent.
Schwache Geschäftszahlen der schweizerischen Compagnie Financière Richemont belasteten die Kurse der Hersteller von Luxusartikeln. Der Kurs von Richemont, die Edeluhren wie Baume & Mercier und Jaeger-LeCoultre vertreibt, fiel um 4,1 Prozent. LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton gaben um 0,7 Prozent nach und Swatch um 2,1 Prozent. Swatch ist wie Richemont stark im Segment Luxusuhren aktiv.
Eine Kaufempfehlung der UBS ließ den Kurs des Generika-Herstellers Stada um 2,3 Prozent steigen. Eine Hochstufung von Dialog Semiconductor auf "Kaufen" durch die Commerzbank bescherte dem Kurs ein Plus von 4,5 Prozent.
=== Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn Euro-Stoxx-50 3.237,44 +15,71 +0,5% +4,1% Stoxx-50 3.073,35 +8,28 +0,3% +5,3% Stoxx-600 344,39 +1,55 +0,5% +4,9% XETRA-DAX 9.661,50 +28,57 +0,3% +1,1% FTSE-100 London 6.780,90 -11,34 -0,2% +0,5% CAC-40 Paris 4.431,41 +22,26 +0,5% +3,2% AEX Amsterdam 417,84 +0,44 +0,1% +4,0% ATHEX-20 Athen 367,46 +3,02 +0,8% -4,5% BEL-20 Bruessel 3.183,40 +15,94 +0,5% +8,9% BUX Budapest 18.775,53 +47,85 +0,3% +1,1% OMXH-25 Helsinki 2.943,04 +23,98 +0,8% +3,8% ISE NAT. 30 Istanbul 96.807,92 +358,72 +0,4% +17,4% OMXC-20 Kopenhagen 763,59 +11,25 +1,5% +24,1% PSI 20 Lissabon 5.818,13 +39,62 +0,7% -10,7% IBEX-35 Madrid 10.907,40 +108,70 +1,0% +10,0% FTSE-MIB Mailand 21.111,66 +323,16 +1,6% +11,3% RTS Moskau 1.190,10 -11,90 -1,0% -17,5% OBX Oslo 564,95 +4,07 +0,7% +12,2% PX Prag 984,53 +6,15 +0,6% -0,5% OMXS-30 Stockholm 1.407,04 +11,75 +0,8% +5,6% WIG-20 Warschau 2.515,27 +16,79 +0,7% +4,8% ATX Wien 2.282,84 +27,05 +1,2% -10,4% SMI Zuerich 8.825,61 +21,17 +0,2% +7,6%DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 10.17 Uhr Di, 17.14 Uhr EUR/USD 1,2960 -0,06% 1,2967 1,2941 EUR/JPY 139,45 0,31% 139,02 138,71 EUR/CHF 1,2110 0,03% 1,2106 1,2089 USD/JPY 107,63 0,36% 107,24 107,18 GBP/USD 1,6317 -0,06% 1,6328 1,6212 === Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@wsj.com
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September 17, 2014 12:17 ET (16:17 GMT)
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