21.02.2020 09:58:46

MÄRKTE EUROPA/Weniger schlechte Einkaufsmanager-Indizes stützen

FRANKFURT (Dow Jones)--Wenig verändert, aber nervös zeigen sich Europas Börsen am Freitag. Im Fokus steht der kleine Verfalltag an den internationalen Terminbörsen und die nun schrittweise veröffentlichten Einkaufsmanager-Indizes (PMIs) rund um den Globus. Stützend auf die Märkte wirken bessere PMIs aus Frankreich und Deutschland. Am übergeordneten Nachrichtenfluss hat sich nichts geändert, hier steht weiter nur der Virus und seine Folgen für die Konjunktur im Blick. Der DAX gibt 0,1 Prozent nach auf 13.645 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fällt 0,2 Prozent auf 3.816 Punkte.

Die neuen PMIs für Februar werden als wichtiger Indikator gesehen, ob sich die Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung materialisieren. Die ersten Daten fallen gemischt aus: Während der Februar-PMI in Australien den stärksten Rückgang seit Beginn der Datenerhebung in 2016 aufwies und auch Japan schwach war, überrascht ein Anstieg im französischen Service-Bereich positiv. In Deutschland sorgte für Erleichterung, dass der Gesamtindex weiter im expansiven Bereich liegt und trotz des Virus kaum gefallen ist.

Schließlich machen sich Marktteilnehmer Sorgen über die Gründe hinter der Rally von Goldpreis und Dollar. Auch die langlaufenden Staatsanleihen legen weiter kräftig zu. All dies wird als Krisen-Indikation und "Flucht in Sichere Häfen" gewertet. Beim Coronavirus steigen die Ansteckungen in Korea weiter an. Insgesamt wurden seit Donnerstag in Südkorea 52 neue Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus verzeichnet. China gab am Freitag weitere 889 Infektionsfälle bekannt. Die dortige offizielle Gesamtzahl der Ansteckungen wuchs damit auf mehr als 75.000.

Virus wurde zu leichtfertig betrachtet

Das Coronavirus wird zunehmend zum Belastungsfaktor für die Unternehmen, was in expliziten Warnungen in den Unternehmensausblicken aus den verschiedensten Branchen deutlich wird. "Die Leute sagen sich gerade, 'Moment mal, kommt China wirklich wieder so schnell zurück zur Normalität wie wir gedacht hatten'", sagt David Lafferty, Chef-Stratege von Natixis Investment Managers. Auch Goldman Sachs hatten sich skeptisch geäußert. Möglicherweise unterschätzen die Finanzmärkte den negativen Einfluss des Coronavirus auf die Unternehmensgewinne, fürchten sie. Sie halten eine Korrektur von bis zu 10 Prozent für möglich.

Bei den Unternehmen stehen Deutsche Telekom im Blick. Sie haben den Zusammenschluss von Sprint und T-Mobile US nachverhandelt. Dadurch verbessert sich das Austauschverhältnis der Aktien. Telekom geben 0,6 Prozent nach.

Allianz erfreuen mit etwas besseren Geschäftszahlen und legen 0,1 Prozent zu: Die Dividende sei höher als erwartet ausgefallen und positiv wird das Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro aufgenommen. Der Ausblick sei wie erwartet konservativ ausgefallen. Die Analysten von J.P.Morgan kritisieren nur etwas die Kosten-Schaden-Quote.

Die "Umsatzwarnung" des Airline-Branchenverbands IATA belastet weiter die Fluggesellschaften. Lufthansa fallen 1 Prozent, Air France sogar 2,7 Prozent. Der Verband erwartet einen Einbruch der Reisetätigkeit in 2020 um bis zu 13 Prozent. Die Erlöse dürften wegen des Coronavirus im asiatisch-pazifischen Raum um 27,8 Milliarden Dollar einbrechen, global wird eine Summe von 29,3 Milliarden Dollar genannt. Auch MTU fallen weitere 2,5 Prozent. Hier lässt das Wachstumstempo etwas nach.

LPKF zeigen sich deutlich erholt nach den schwächeren Zahlen vom Vorabend. Die Aktien brachen vorbörslich über 12 Prozent ein, notieren nun aber nur noch 2 Prozent im Minus. Auch hier führt der Coronavirus zu Auftragsverschiebungen durch die Kunden.

Bei den Autowerten und -Zulieferern stehen die Viertquartalszahlen von Valeo im Blick. Die Aktien führen mit 1 Prozent Plus die Gewinnerliste im Sektor an. Evercore sieht sie im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Beim Ausblick seien allerdings mögliche negative Auswirkungen durch den Coronavirus ausgeklammert worden.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.806,14 -0,44 -16,84 1,63

Stoxx-50 3.493,05 -0,41 -14,34 2,65

DAX 13.624,47 -0,29 -39,53 2,83

MDAX 29.057,67 -0,41 -119,23 2,63

TecDAX 3.253,11 -0,34 -11,17 7,90

SDAX 12.897,57 -0,56 -72,08 3,08

FTSE 7.390,21 -0,62 -46,43 -1,40

CAC 6.028,00 -0,57 -34,30 0,84

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,45 0,00 -0,69

US-Zehnjahresrendite 1,48 -0,04 -1,20

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:15 Do, 17.02 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0792 +0,04% 1,0792 1,0805 -3,8%

EUR/JPY 120,75 -0,10% 120,82 121,07 -1,0%

EUR/CHF 1,0611 -0,03% 1,0611 1,0615 -2,3%

EUR/GBP 0,8373 -0,03% 0,8374 0,8386 -1,1%

USD/JPY 111,66 -0,35% 111,92 112,09 +2,7%

GBP/USD 1,2914 +0,26% 1,2889 1,2879 -2,6%

USD/CNH (Offshore) 7,0481 +0,03% 7,0469 7,0422 +1,2%

Bitcoin

BTC/USD 9.693,51 +0,75% 9.693,51 9.588,51 +34,4%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 53,40 53,88 -0,9% -0,48 -11,6%

Brent/ICE 58,58 59,31 -1,2% -0,73 -10,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.632,60 1.619,90 +0,8% +12,70 +7,6%

Silber (Spot) 18,51 18,40 +0,6% +0,11 +3,7%

Platin (Spot) 980,70 980,95 -0,0% -0,25 +1,6%

Kupfer-Future 2,58 2,59 -0,3% -0,01 -7,8%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/err

(END) Dow Jones Newswires

February 21, 2020 03:59 ET (08:59 GMT)

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