24.04.2015 13:31:55

MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Kursdebakel bei Biotest und Singulus

   Von Thomas Leppert

   FRANKFURT (Dow Jones)--Die zu Ende gehende Börsenwoche war bislang eine Nullnummer. Der Dax hat sich per Saldo kaum von der Stelle bewegt und das, nachdem es in der Vorwoche kräftig abwärts gegangen war mit den Kursen. Am Freitagmittag zeichnet sich ein halbwegs versöhnlicher Wochenausklang ab. Nach den enttäuschenden Einkaufsmanager-Indizes am Vortag scheint die Stimmung der Börsianer vom überzeugenden ifo-Geschäftsklima-Index aus Deutschland aufgehellt worden zu sein. Der deutsche Leitindex legt um 0,6 Prozent auf 11.790 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 handelt ebenfalls 0,5 Prozent höher bei 3.715.

   Der ifo ist im April von 107,9 auf 108,6 Punkte gestiegen und damit etwas stärker als erwartet. Das nimmt Diskussionen über eine bevorstehende Konjunkturabschwächung in Deutschland vorerst die Spitze. Die Sorge um die Finanzsituation Griechenlands belastet dagegen latent weiter. Zumal es auch wieder Kommentare gibt, die wenig Mut auf eine kurzfristige Lösung machen. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sagte, dass es weiter große Differenzen mit Griechenland gebe und EZB-Chef Mario Draghi betonte, dass die Zeit knapp wird. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erwartet unterdessen keine großen Fortschritte beim stattfindenden Treffen der EU-Finanzminister in Riga.

   Unternehmensnachrichten bewegen zum Wochenschluss vor allem die Kurse in der zweiten und dritten Reihe am Aktienmarkt. Für die im SDAX gelistete Biotest-Aktie geht es um 25 Prozent in den Keller. Ein Mittel des Pharmaunternehmens zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis hat in einer Studie gefloppt. Biotest droht deswegen ein Gewinneinbruch von 25 bis 30 Millionen Euro.

   Singulus brechen in ähnlicher Größenordnung ein. Der Hersteller von Maschinen zur DVD-Fertigung plant nach einem starken Schwund des Eigenkapitals nun eine "Neuordnung der Kapitalstruktur". Dabei wird auch eine Umwandlung von Gläubigerforderungen in Unternehmensbeteiligungen erwogen. Auf der Hauptversammlung am 9. Juni dürfte es heiß hergehen. Dort soll eine Reihe von Kapitalmaßnahmen zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

   Ansonsten bewegt die laufende Berichtssaison die Kurse. Air Liquide verlieren nach Umsatzzahlen des französischen Industriegase-Produzenten im ersten Quartal 1,6 Prozent. Renault profitieren von starken Ergebnissen im ersten Quartal und einer angehobenen Prognose für den Absatz und verteuern sich um 3,6 Prozent. In ihrem Fahrwasser legen Peugeot um 1,9 Prozent zu.

   Bei der Deutschen Bank berät der Aufsichtsrat über die künftige Strategie. Dabei dürfte es vor allem um die Zukunft der Tochter Postbank gehen. Die Ergebnisse könnten laut Aktienhändlern ein starker Kurstreiber werden. Wann und ob überhaupt am Freitag noch Ergebnisse bekannt werden, ist offen. Im Vorfeld handelt die Aktie 1 Prozent fester.

   HSBC sind mit plus 3,2 Prozent Hauptgewinner in Europas Bankensektor, der um 1,4 Prozent zulegt. Auslöser sind Aussagen der Bank, sich mit einer Verlagerung ihres Hauptquartiers aus Großbritannien zu beschäftigen. "Diese Drohkulisse war bereits bei der Diskussion um Kappung der Boni aufgekommen und ist mit der Aussicht auf härtere Regulierungen weiter präsent", sagt ein Händler.

   Die Kursgewinne der in London gelisteten Bergwerkskonzerne erklärt Stan Shamu von IG vor allem mit den sich kräftig erholenden Eisenerzpreisen. Aber auch die Ölpreise steigen weiter, unter anderem gestützt vom schwächelnden Dollar. Rio Tinto steigen um 1,0 Prozent, BHP Billiton um 1,7 Prozent und Anglo American um 2,0 Prozent. Der Branchenindex legt um 1,5 Prozent zu.

   Die Analysten von Morgan Stanley haben den europäischen Versicherungssektor auf Untergewichten heruntergenommen. Unter anderem haben sie die Allianz-Aktie auf "Untergewichten" gesenkt, das drückt den Kurs um 2,0 Prozent nach unten. Der Index der Versicherer ist mit einem Abschlag von 0,9 Prozent Verlierer des Tages. Er hatte bereits am Vortag am Ende der Rangliste gelegen.

   Die Analysten der Bank of America Merrill Lynch haben Deutsche Börse von "Kaufen" auf "Neutral" gesenkt, der Kurs gibt daraufhin um 0,9 Prozent nach. Eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs für die KPN-Aktie lässt diese um 4,1 Prozent steigen.

   Wegen des Dividendenabschlags handeln RWE 5,0 Prozent oder 1,18 Euro niedriger, der Versorger zahlt eine Dividende von 1 Euro je Aktie. Gleiches gilt für Munich Re, der Münchener Rückversicherer schüttet 7,75 Euro je Aktie aus. Der Kurs liegt 4,6 Prozent oder 8,75 Euro niedriger.

   Der Dollar zeigt sich weiter von der eher schwachen Seite. Am Markt spekuliert man darauf, dass die am Nachmittag anstehenden US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter im März enttäuschen könnten, wie zuletzt diverse US-Konjunkturdaten. Schwache Auftragseingänge wären belastend für die US-Währung, denn sie dürften Zinserhöhungen in den USA in diesem Jahr unwahrscheinlicher machen. Der Euro notierte im Tageshoch bei 1,09 Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Wochen. Aktuelle handelt er bei 1,0840 Dollar.

=== INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 3.723,21 +0,69% Stoxx-50 3.559,86 +0,61% DAX 11.804,83 +0,69% FTSE 7.078,61 +0,35% CAC 5.209,61 +0,59% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 159,23 +6

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.10 Uhr Do, 17.30 Uhr EUR/USD 1,0813 0,02% 1,0811 1,0814 EUR/JPY 129,21 0,03% 129,17 129,37 EUR/CHF 1,0328 -0,08% 1,0335 1,0325 USD/JPY 119,52 0,02% 119,51 119,62 GBP/USD 1,5118 0,40% 1,5057 1,5056 === Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com

   DJG/thl/gos

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   April 24, 2015 07:01 ET (11:01 GMT)

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