19.06.2015 11:01:46

MÄRKTE EUROPA/DAX fester zum Verfall - Griechenland weiter im Fokus

   Von Michael Denzin

   FRANKFURT (Dow Jones)--Fester sind Europas Börsen am Freitag in den Handel gestartet. Die sich weiter zuspitzende Krise um Griechenland wird - zumindest vorübergehend - etwas in den Hintergrund gedrängt. Gute Vorgaben aus den USA und der große Verfall stützen das Sentiment, heißt es. Der Dax verbessert sich um 0,7 Prozent auf 11.174 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legt um 0,7 Prozent zu auf 3.476 Punkte. Die Erholungsrally des Vortages setzt sich damit erst einmal fort.

   An der Wall Street waren am Vortag der Russel-2000-Index der US-Nebenwerte und die Technologiebörse Nasdaq auf neue Rekordhochs geklettert. An der Nasdaq wurden damit die Hochs aus den Zeiten der Dot-Com-Blase übertroffen. Gute Wirtschaftsdaten aus den USA sowie die milde Zinspolitik der US-Notenbank lösten dort Käufe aus.

   Die Entwicklungen um Griechenland bleiben aber weiter im Fokus. Das Treffen der Eurogruppe am Vortag hat, wie an der Börse erwartet, zu keinem Ergebnis geführt. Damit ist eine weitere Möglichkeit, konstruktiv an einem Ergebnis zu arbeiten, verstrichen. Im Handel wir von "verschwendeter Zeit" gesprochen.

   Doch die Bemühungen, Griechenland in der Eurozone zu halten, gehen weiter. EU-Ratspräsident Donald Tusk hat für Montag einen Sondergipfel der Eurozone zur Schuldenkrise einberufen. Im Vorfeld werden sich auch die Finanzminister der Euroländer erneut treffen. Im Handel fragt man sich derweil, ob die Banken in Griechenland am Montag noch einmal öffnen werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Kreiseberichten wegen einer akuten Geldnot in Griechenland am Freitag eine Telefonkonferenz abhalten. Die griechische Notenbank habe wegen massiver Geldabflüsse bei griechischen Banken einen Antrag zur Aufstockung der Notfinanzierung gestellt, sagt eine informierte Person.

   Optimistisch zeigt sich weiter die Societe Generale (SocGen): "Wir denken, dass eine Übereinkunft bis Ende Juni noch immer erreicht werden kann, aber ein jegliches Abkommen dürfte sich den Vorschlägen der Gläubiger annähern." Das betreffe vor allem die Rentenreform. Enthalten dürfte eine Übereinkunft auch eine Umstrukturierung der griechischen Schulden, sobald die vereinbarten Reformen in Griechenland in Kraft treten. Davon abgesehen, dürfte das Hilfsprogramm noch um vermutlich einen Monat verlängert werden wegen der notwendigen parlamentarischen Zustimmung. Die Börse in Athen zeigt sich im frühen Handel kaum verändert, anfängliche Gewinne konnten allerdings nicht verteidigt werden.

   Händler rechnen damit, dass das Thema Griechenland nach dem stützenden Eurex-Verfall wieder stärker in den Vordergrund rücken könnte. Dies könnte zu einem erneuten Rücksetzer im DAX ab Mittag führen. Zudem wird dann mit "massiven Hedges" zur Kursabsicherung gerechnet. "Die Gefahr, dass über das Wochenende etwas wie Bankschließungen in Griechenland kommen könnte, wird als sehr real angesehen", sagt ein Händler. Daher sei mit außergewöhnlich hohen Absicherungsgeschäften zu rechnen, die den DAX belasten könnten.

   Bei den Einzelaktien stehen vor allem Umstufungen im Blick. ThyssenKrupp führt den DAX mit 2,9 Prozent Plus an. Hier hat die Citigroup die Aktien laut Händlern auf "Kaufen" erhöht. Bilfinger erholten sich vom Kurseinbruch am Vortag um 1,6 Prozent. Laut Händlern soll zudem die HSBC die Titel auf "Halten" nach "Reduzieren" erhöht haben. Klöckner & Co wurden laut Angaben aus dem Handel von Goldman Sachs auf "Buy" nach "Neutral" hochgestuft und springen um 5,7 Prozent. Angesichts der guten Laune für den Stahlsektor verbessern sich auch Salzgitter um 2,7 Prozent.

   Der Finanzdienstleister Ferratum legt um 2,2 Prozent zu, da er zum 23. Juni als Ersatz für Westgrund in den SDAX aufsteigen darf. Sein Börsendebüt hatte der finnische Anbieter von Kleinkrediten erst am 6. Februar diesen Jahres gegeben.

   In Europa steht die portugiesische Banco BPI im Blick. Ihre Aktien fallen fast 5 Prozent, nachdem die spanische CAIXABANK ihr Übernahmeangebot wieder zurückgezogen hat. Deren Titel legen um 1,4 Prozent zu.

=== DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Do, 17.30 Uhr EUR/USD 1,1323 -0,4% 1,1369 1,1414 EUR/JPY 139,43 -0,3% 139,80 140,19 EUR/CHF 1,0453 -0,2% 1,0476 1,0481 USD/JPY 123,13 +0,1% 122,96 122,83 GBP/USD 1,5860 -0,1% 1,5879 1,5896 === Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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   June 19, 2015 04:31 ET (08:31 GMT)

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