Inflationsraten |
22.06.2021 17:32:00
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ING-Chefvolkswirt Brzeski: Phase erhöhter Inflation könnte etwas länger dauern
Derzeit fallen im Europa vor allem die hohen, teilweise zweistelligen Steigerungsraten der Erzeugerpreise auf. Brzeski weist darauf hin, dass es normalerweise sechs bis zwölf Monate dauert, bis eine solche Entwicklung bei den Verbraucherpreisen ankommen. "In der aktuellen Situation, sowohl in den USA als auch in der Eurozone, deuten hohe Auftragsbestände im verarbeitenden Gewerbe und zahlungskräftige Verbraucher darauf hin, dass es ein großes Potenzial für ein Überwälzen gibt", schreibt Brzeski in einem Kommentar.
Hinzu komme der erwartete Preisanstieg im Einzelhandel aufgrund des bevorstehenden Sommergeschäfts und der weiteren Öffnung der Volkswirtschaften, so dass eine höhere Inflation in den kommenden Quartalen so gut wie sicher scheine. "All dies deutet darauf hin, dass das erhöhte Inflationsniveau vorübergehend sein wird, aber diese Übergangsphase könnte länger sein als bisher angenommen", so Brzeski.
Selbst wenn einige der einmaligen Faktoren im nächsten Jahr aus der Inflationsrate herausfallen, könnten die verzögerte Überwälzung höherer Erzeugerpreisen sowie die Preisvolatilität im Zusammenhang mit Lockdowns die Inflation laut Brzeski noch bis weit ins Jahr 2022 hinein beeinflussen. "Die gute Nachricht ist, dass die Kreditverknappung in China gegen Ende 2021 einen Teil des Drucks auf die Rohstoffpreise beseitigen wird", meint er aber auch.
Aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) wären wohl nur kräftig steigende Löhne ein ernsthaftes Anzeichen für eine anziehende Inflation. Eine solche Entwicklung hält der ING-Ökonomen aber für wenig wahrscheinlich. Er argumentiert: "Mit der Wiedereröffnung des Einzelhandels, des Gastgewerbes und der Freizeiteinrichtungen ist es möglich, dass auch in der Eurozone ein vorübergehender Mangel an Fachkräften entsteht. Solange jedoch nicht anderswo neue Arbeitsplätze entstehen, scheint eine Rückkehr von Menschen aus Kurzarbeit in Vollzeitbeschäftigung das plausibelste Szenario zu sein."
FRANKFURT (Dow Jones)
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