26.02.2013 12:46:00
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Immofinanz-Prozess - Prinz Liechtenstein belastet Angeklagte
"Hätten Sie das gewusst, dass da über Scheinrechnungen Gewinne aus Aktienoptionen bezogen wurden?", fragte Richterin Claudia Moravec-Loidolt nach. "Ich glaube nicht, dass wir das zugelassen hätten", so Liechtenstein, der von 1999 bis Oktober 2008 an der Spitze des Aufsichtsratsgremiums stand. "Hätte die Bank den Vorständen Optionen ohne Prämie eingeräumt?", so die Richterin. "Das hätte man überprüfen müssen, ich bin da sehr skeptisch", antwortete Liechtenstein.
Petrikovics, Gertner und der dritte Bank-Vorstand Karl Arco seien durch ihre Dienstverträge ohnehin schon finanziell gut entlohnt worden, so der Zeuge. Die Dienstverträge seien jedenfalls "sehr motivierend" gewesen, die genaue Höhe der Vorstandsgagen nannte er nicht. Gertner und Arco hätten auch von der Wertsteigerung und den Gewinnen der Bank profitiert, Petrikovics habe außerdem noch 5 Prozent der Bank besessen. Der Aufsichtsrat habe dem Vorstand damals vertraut, betonte Liechtenstein mehrmals. Petrikovis habe als Vorstandschef die Fäden gezogen.
Im Aufsichtsrat der CPB habe Aufsichtsrat Thomas Uher im Mai 2006 zu einem Verlust aus einem Optionsgeschäft in Höhe von 7 Mio. Euro nachgefragt. Petrikovics habe geantwortet, das sei aus einem Geschäft mit einem "guten Kunden", der bei der Aktienzuteilung zu kurz gekommen wäre. Dass es sich dabei um die "Hable-Optionen" handelte, die von Hable treuhändisch für die nun angeklagten Petrikovics, Schwager und den erkrankten Gertner gehandelt habe, das habe er damals nicht gewusst, sagte Liechtenstein.
Liechtenstein gab auch Auskunft über die Stiftungen "Camilla" und "Stefanie". Diese seien Anfang bis Mitte der 90-er Jahre durch einen Vertrauten des Industriellen Herbert Turnauer treuhändisch gegründet und als gemeinnützige Stiftungen geführt worden. Eine der Stiftungen sollte ältere und hilfsbedürftige Personen in Niederösterreich unterstützen, die andere Personen, die der katholischen Kirche nahestehen. Die Stiftungen waren der Liechtensteinischen Aufsicht für gemeinnützige Stiftungen unterstellt. "Die Bank hatte mit den Stiftungen nichts zu tun", sagte der Zeuge. Als Petrikovics Anwalt Otto Dietrich zu Ausschüttungen und Dividenden fragen wollte, griff die Richterin ein. Das sei für dieses Verfahren nicht relevant.
Weiters erläuterte Liechtenstein, dass die Stiftungen von Mitarbeitern des "Family Office" von Turnauer in Liechtenstein geführt wurden. Über diese Stiftungen und Holdings wurden Beteiligungen an zahlreichen sogenannten "Leintuchgesellschaften" der CPB gehalten. Liechtenstein gab seinen eigenen derzeitigen Beruf als "Unternehmer" an.
(Forts. mögl.) gru/lo/ggr
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