06.07.2015 12:10:45

EZB/Noyer: Athens Schulden bei EZB können nicht restrukturiert werden

   Von William Horobin und Matthew Dalton

   PARIS (Dow Jones)--Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gehaltenen griechischen Schulden können nicht restrukturiert werden. Dies wäre nach den Worten des EZB-Ratsmitglieds und Gouverneurs der Banque de France, Christian Noyer, ein Verstoß gegen die Finanzierungsregeln der Eurozone, da es sich dann um eine Staatsfinanzierung handeln würde.

   Noyer reagierte damit auf die im Zuge des Referendums in Griechenland über das Sparpaket aufgekommenen Überlegungen, wonach eine neue Vereinbarung mit dem Land auch Erleichterungen bei der Schuldenlast beinhalten könnte. Vor allem aus Frankreich waren solche Ideen ins Spiel gebracht worden.

   Gläubiger der griechischen Staatsschulden sind vorrangig die Regierungen der Eurozone-Länder, die EZB sowie der Internationale Währungsfonds (IWF). Die EZB hat bereits mehrfach eine Schuldenrestrukturierung für Griechenland ausgeschlossen.

   "Für die Verbindlichkeiten Griechenlands bei der EZB ist naturgemäß keine Restrukturierung möglich, weil dies eine Staatsfinanzierung wäre", sagte Noyer auf einer Pressekonferenz am Vormittag in Paris wörtlich. Nach seinen Worten gibt es bislang zudem noch keine Entscheidung der EZB über die Liquiditätshilfen für griechischen Banken nach Bekanntwerden des Referendums.

   Am 20. Juli muss Griechenland Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Experten sehen diesen Termin als entscheidend an. Wenn die Griechen am 20. Juli nicht zahlen, wird allgemein erwartet, dass die EZB das Land und die Banken komplett von den Notkrediten abschneidet. Geschieht dies, werden die Banken aller Voraussicht nach zusammenbrechen und die Regierung wird eine neue Währung drucken müssen.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/DJN/smh/apo

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   July 06, 2015 05:39 ET (09:39 GMT)

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