25.08.2014 12:44:30

AUSBLICK/Deutscher Arbeitsmarkt bleibt auf Erholungskurs

   Von Hans Bentzien

   Der deutsche Arbeitsmarkt macht seinem Ruf als nachlaufender Indikator der Wirtschaftsentwicklung derzeit alle Ehre: Mag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auch sinken, mögen sich die Aussichten für die künftige Konjunkturentwicklung auch eintrüben - die Arbeitslosenquote bleibt auf einem Rekordtief und die Beschäftigung steigt.

   Nachdem die um saisonale Einflüsse bereinigte Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat um 12.000 gesunken ist, dürfte sie im August erneut - um 5.000 - zurückgegangen sein. Das erwarten die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte. Sie prognostizieren außerdem, dass die Arbeitslosenquote bei 6,7 Prozent geblieben ist. Die Bundesagentur für Arbeit wird die Daten am Donnerstag um 9.55 Uhr veröffentlichen.

   Die Indikatoren der deutschen Wirtschaftsaktivität sind derzeit nicht besonders ermutigend. Das ifo-Geschäftsklima ist im August zum vierten Mal in Folge gesunken, und das auch noch deutlicher als erwartet. Allerdings ist das Niveau des wichtigsten deutschen Frühindikators noch ganz in Ordnung. Der von Markit erhobene Einkaufsmanagerindex lag im Juli und August zudem leicht über Vorquartalsniveau, nachdem er im zweiten Quartal um 0,2 Prozent gesunken war.

   Im Juli hatte die BA in ihrem Monatsbericht eine, wie wir heute wissen, etwas zu optimistische Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage gegeben: "Nach einem saison- und kalenderbereinigten Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal 2014 um 0,8 Prozent dürfte sich die gute Entwicklung im zweiten Quartal fortgesetzt, aber abgeschwächt haben", hieß es da. Inzwischen ist klar: Das BIP ist nur um 0,7 Prozent gestiegen und danach um 0,2 Prozent gefallen.

   Und auch diese Erkenntnis ist nur eine vorübergehende: Am 1. September veröffentlicht das Statistische Bundesamt detaillierte Zahlen für das zweite Quartal und daneben revidierte BIP-Ergebnisse, die auf einer lange geplanten Neuberechnung beruhen. Die Statistiker haben schon verraten, dass die deutsche Wirtschaft nach dieser Berechnungsmethodik im vergangenen Jahr nur stagniert hat und im Jahr davor schwächer als erwartet gewachsen ist.

   Gleichwohl bleibt festzuhalten, dass die Beschäftigung bis zuletzt weiter gewachsen ist und Arbeitslosenzahl sowie Unterbeschäftigung rückläufig sind. Falls der Krieg in der Ukraine und andere Konflikte die Risikowahrnehmung der Unternehmen geschärft und ihre Investitionsneigung beeinträchtigt haben sollte - am Arbeitsmarkt ist davon bisher nichts zu merken.

   Und das ist gut für die Binnennachfrage. In diesem Sinn ist der Arbeitsmarkt nicht nur ein nach- sondern auch ein vorlaufender Indikator: Hohe Beschäftigung und sichere Arbeitsplätze versprechen eine anhaltend robuste Konsumneigung.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@wsj.com

   DJG/hab/bam

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   August 25, 2014 06:13 ET (10:13 GMT)

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