| Nahost im Blick |
01.09.2026 13:38:00
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Ölpreise im Höhenflug - Diesel-Angebot wird knapp
Bereits am Montag waren die Ölpreise zeitweise um zweieinhalb Prozent gestiegen, nachdem der Iran-Krieg nach gegenseitigen Militärschlägen der USA und des Iran wieder eskaliert war. Darüber hinaus meldete das auf maritime Sicherheit spezialisierte Beratungsunternehmen Marisks, dass jüngst zwei Rohöl-Tanker von unbekannten Geschossen getroffen wurden. Nach Angaben von Marisks befanden sich beide Schiffe gerade auf der Ausfahrt aus dem Persischen Golf.
Zuvor hatte bereits die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht gemeldet, dass in der Straße von Hormus erneut ein Öltanker angegriffen worden sei. Demnach wurde er während der Ausfahrt aus der Meerenge von Geschossen getroffen. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.
Am Markt herrsche derzeit Ungewissheit, wie es mit dem Iran-Krieg weitergeht, sagte Rohstoffstratege Bart Melek von der kanadischen Investmentbank TD Securities. Er rechnet eher mit weiter steigenden Rohölpreisen, da es "keine Anzeichen dafür gibt, dass der normale Transit durch die Straße von Hormus in naher Zukunft wieder aufgenommen wird".
Allgemein wird immer mehr damit gerechnet, dass die Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran noch über Monate andauern könnten. Hinzu kommt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine mit immer neuen Angriffen auf die russische Ölindustrie, die derzeit das Angebot insbesondere bei Diesel verknappen.
Europäischer Gaspreis steigt auf höchsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs
Der Preis für europäisches Erdgas hat den Höhenflug wegen Sorgen im Iran-Krieg fortgesetzt und den höchsten Stand seit Beginn des Kriegs erreicht. Am Dienstag haben Meldungen über Angriffe auf Tankschiffe in der für Energietransporte wichtigen Straße von Hormus die Notierung weiter nach oben getrieben. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam kletterte bis auf 71,70 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind fast drei Prozent mehr als am Vortag.
Damit ist Erdgas teurer als zu Beginn des Iran-Kriegs, als die Notierung im März zeitweise über 70 Euro je MWh gestiegen war. Höher war der Preis für den Rohstoff zuletzt 2022, als er nach einem russischen Lieferstopp infolge des Ukraine-Kriegs zeitweise über 300 Euro gestiegen war.
Aktueller Preistreiber ist die Sorge, dass Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den Fördergebieten am Persischen Golf dauerhaft blockiert sein könnten. Bereits am Montag war der Gaspreis deutlich gestiegen, nachdem der Iran-Krieg nach gegenseitigen Militärschlägen der USA und des Irans wieder eskaliert war.
Zuletzt meldete das auf maritime Sicherheit spezialisierte Beratungsunternehmen Marisks, dass jüngst zwei Rohöl-Tanker von unbekannten Geschossen getroffen wurden. Nach Angaben von Marisks befanden sich beide Schiffe gerade auf der Ausfahrt aus dem Persischen Golf. Zuvor hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht gemeldet, dass in der Straße von Hormus erneut ein Öltanker angegriffen worden sei.
Rohstoffexperte Norman Liebke von der Commerzbank verwies zudem auf einen Lieferstopp des wichtigen Förderstaates Katar. Einschränkungen bei LNG-Lieferungen nach Europa und Asien seien um einen weiteren Monat verlängert worden. "Für die kommenden Wochen bleibt das Preisaufwärtsrisiko also weiterhin bestehen", sagte Liebke.
Seit etwa drei Wochen geht es mit dem Gaspreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit hat sich der Rohstoff mittlerweile um fast 40 Prozent verteuert. Mit der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg steigt der Preis für europäisches Erdgas zudem stärker als für Rohöl. Während die Ölpreise in den vergangenen Wochen auch zeitweise deutlich gefallen waren, haben sich die Notierungen für den Erdgas-Terminkontrakt auf hohem Niveau gehalten. Neben der Blockade der Straße von Hormus als wichtige Transportroute für Energierohstoffe wird der Gaspreis auch durch eine vergleichsweise geringe Füllmenge der Gasspeicher in Europa gestützt.
/jkr/zb
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX)
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