01.04.2014 15:17:00
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Swisscanto: Leichtes Aktienübergewicht gerechtfertigt
Im Monat März ließen sich die Märkte von der Krim-Krise, schwächelnden chinesischen Wirtschaftsdaten und der Zins-Botschaft der neuen Fed-Chefin Janet Yellen nur kurzzeitig beeindrucken.
Die fundamentale Rückendeckung durch anziehendes Wirtschaftswachstum ist weiterhin gegeben. Unser Übergewicht bei Aktien lassen wir unverändert; die Untergewichtung bei Anleihen wird durch eine Aufbesserung bei den Emerging Markets leicht zurückgenommen.
Die wirtschaftlichen Frühindikatoren befinden sich weltweit auf einem Dreijahreshoch. In den USA ist nach der wetterbedingten Winterdelle wieder eine Beschleunigung zu verzeichnen. Dort fällt mittlerweile der Anstieg der Löhne ins Auge (Lohnwachstum auf Dreijahreshoch), der die bisher gute Verankerung der Inflationserwartungen beeinträchtigen könnte. Vor diesem Hintergrund ist die Ankündigung der neuen Fed-Chefin einzuordnen, den Entscheid für die erste Leitzinserhöhung im neuen Zinszyklus wohl etwas früher treffen zu wollen, als an den Märkten bisher erwartet wurde. In Europa setzt sich die Erholung fort: In den Ex-Krisenländern ist eine hohe Frequenz von Reformen zu beobachten; insgesamt lebt man dort nicht mehr über seine Verhältnisse. Die neue internationale Wettbewerbsfähigkeit der Peripherie wird durch steigende Exporte belegt.
Emerging Markets: Beruhigung
Nachdem die Währungen zahlreicher Emerging Markets nach dem Jahresbeginn unter heftigen Verwerfungen gelitten hatten, hat sich die Lage dort beruhigt. Dennoch fließt nach wie vor Anlagekapital von dort ab, was an einzelnen Aktienmärkten - beispielsweise in Russland und China - zu auffällig niedrigen Bewertungen der Aktienmärkte gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis geführt hat. Die Krim-Krise birgt zwar weitere punktuelle Risiken, zum Beispiel für bestimmte Gazprom-Bonds, wird aber kaum Einfluss auf die vorherrschenden wirtschaftlichen Szenarien haben. Mit Blick auf China teilen wir die Ansicht, dass es gewichtige Fragezeichen im Hinblick auf Schattenbanken und den Immobilienboom gibt. Die politisch gewünschte Wachstumsdämpfung wird jedoch geordnet vollzogen.
Anleihen: Nicht mehr auf der Welle surfen
An den Märkten für sichere Staatsanleihen sind geopolitische Risiken auf kurze Sicht tonangebend. Das überdeckt die Einschätzung, dass die Wirtschaftslage eigentlich ein höheres Zinsniveau rechtfertigen würde. Wir behalten unser deutliches Untergewicht bei Anleihen ebenso bei wie eine unterdurchschnittliche Duration - mit Ausnahme der Emerging Markets, die wir ab sofort wieder neutral gewichten. Bei Unternehmensobligationen sind die Zeiten, wo man auf der großen Welle der allgemeinen Spreadverengungen ganz einfach mitsurfen konnte, eindeutig vorbei. Sorgfältige Branchen- und Titelselektion ist dagegen noch erfolgversprechend.
Aktien: Leichtes Übergewicht weiterhin gerechtfertigt
Für die Aktienmärkte war die Krim-Krise nur ein Sturm im Wasserglas. Wir kaufen eine Position russischer Aktien, um dort auf dem sehr niedrigen Bewertungsniveau kurzzeitig auf eine Kurserholung zu setzen. Das stärkere Lohnwachstum in den USA wird die US-Börse wohl noch nicht beeinträchtigen. Aus früheren Konjunkturzyklen ist bekannt, dass bei zunehmendem Lohndruck die operativen Margen der Unternehmen erst ein Jahr später einen Gipfel überschreiten. Die Bewertung von US-Aktien liegt etwas über dem historischen Durchschnitt, wobei einzelne Aktienmarktsegmente - wie zum Beispiel Biotechnologie oder Internet Content - ganz offensichtlich heiß gelaufen sind. Europäische Aktien weisen dagegen nach wie vor Bewertungsabschläge auf.
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