02.09.2015 17:12:40
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Zusammenlegung der Pflegeberufe verschärft den Pflegenotstand/ Pflegeberufegesetz angekündigt - Laut Expertise verschwinden bis zu 52.000 Ausbildungsplätze - Altenpflegeberuf wird de facto abgeschafft
Neuesten Berechnungen der Hans-Weinberger-Akademie zufolge gehen durch das geplante Pflegeberufegesetz bis zu 52.000 Ausbildungsplätze pro Jahrgang verloren. "Deutlich weniger Fachkräfte bei einer Verdoppelung der Pflegebedürftigen bis 2050 - das ist vollständig inakzeptabel", so der bpa-Präsident. "Die Altenpflege ist bereits heute ein anerkannter Mangelberuf, es fehlen aktuell ca. 50.000 Fachkräfte. Ein haltloser Zustand", sagt Meurer. "Wer an den Plänen festhält, setzt die Versorgung der zukünftigen pflegebedürftigen Menschen aufs Spiel."
Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat aktuell im Kontext der Planungen der Bundesregierung zum Pflegeberufegesetz eine Anfrage im Bundestag gestellt. Dort wird auf die Expertise der Hans-Weinberger-Akademie verwiesen. "Das geplante Pflegeberufegesetz wird den Fachkräftemangel in der Pflege noch verschärfen", ist sich Meurer sicher. "Die Befürworter der Generalistik behaupten eine steigende Attraktivität des Berufes aufgrund der Breite der Ausbildung, die Zahlen belegen das Gegenteil."
Meurer führt aus: "Der Grund für die Einführung des Altenpflegeberufes war es, zusätzlich zur Akutpflege in den Krankenhäusern Experten für die Langzeitpflege, die Pflege alter Menschen zu bekommen. Jetzt wird behauptet, alle sollen alles können und drei Jahre Ausbildung sollen dafür ausreichen. Zudem steht die Halbierung der Praxiseinsätze im Raum. Das geplante Pflegeberufegesetz gefährdet ohne Not ein bis heute bewährtes System mit einer immer beliebter werdenden Altenpflegeausbildung. Denn eine Zusammenlegung der drei Pflegeberufe wie auch eine mögliche Spezialisierung erst nach Ausbildungsende gingen einseitig zu Lasten der Fachkräfte und Betriebe der Altenpflege - und damit letztlich zu Lasten der pflegebedürftigen alten Menschen", so der bpa-Präsident.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.
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Pressekontakt: Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, bpa-Geschäftsführer, Tel.: 030/30 87 88 60
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