08.09.2022 18:59:42

ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

EZB erhöht Leitzinsen um 75 Basispunkte

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen um 75 Basispunkte erhöht. Zugleich signalisierte die Notenbank weitere Zinserhöhungen in der Zukunft. "Der EZB-Rat geht davon aus, dass er die Zinssätze weiter anheben wird, da die Inflation nach wie vor viel zu hoch ist und wahrscheinlich für einen längeren Zeitraum über dem Zielwert liegen wird", erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Der EZB-Rat werde seinen geldpolitischen Pfad anhand der Daten regelmäßig neu bewerten. Die künftigen Zinsentscheidungen würden von Sitzung zu Sitzung getroffen. Ökonomen waren vor der Sitzung unterschiedlicher Meinung darüber gewesen, wie stark die EZB an der Zinsschraube drehen wird.

EZB erhöht Inflationsprognosen - "Preisdruck wird breiter"

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Inflationsprognosen deutlich erhöht, während sie ihre Wachstumsprognosen für die beiden kommenden Jahre senkte. "Der Preisdruck hat sich in der gesamten Wirtschaft weiter verstärkt und ist breiter geworden", erklärte die Notenbank. Der EZB-Stab sieht die Inflation 2022 jetzt im Durchschnitt bei 8,1 (bisher: 6,8) Prozent, 2023 bei 5,5 (3,5) Prozent und 2024 bei 2,3 (2,1) Prozent.

Ifo-Präsident Fuest zur EZB-Entscheidung: "Besser spät als nie"

Der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, hat die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) begrüßt. "Besser spät als nie", sagte er. "Die 0,75 Prozent sind ein richtiger Schritt." Dennoch bleibe die Geldpolitik sehr expansiv. "In den nächsten Monaten werden weitere Zinserhöhungen folgen müssen", hob der Ökonom hervor. Die Zinsen seien nach wie vor sehr niedrig, und die Inflationserwartungen der privaten Haushalte stiegen immer weiter an.

VÖB: EZB verstärkt ihren Kurs

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) sieht in der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) eine begrüßenswerte Verstärkung des Kurses der Notenbank. "Die EZB hat heute eine schwierige, aber dennoch richtige Entscheidung getroffen", sagte Hauptgeschäftsführerin Iris Bethge-Krauß. Die Inflation sei im August erneut gestiegen und weitere Preissprünge könnten im Herbst folgen. "Daher ist der historische Anstieg um 75 Basispunkte nur folgerichtig."

DIHK: Nach EZB-Schritt ist Regierung gefordert

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat nach dem Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB) von der Regierung Maßnahmen zur Sicherung von Unternehmensinvestitionen gefordert. "Die Erhöhung des Leitzinses um gleich 75 Basispunkte sei angesichts einer aktuellen Inflationsrate von 7,9 Prozent in Deutschland und der auch von der Bundesbank geäußerten Erwartung, dass wir nicht so bald von diesem hohen Niveau herunter kommen werden, eine "für die Unternehmen auch schwierige, aber im Ergebnis richtige Entscheidung", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

DSGV: EZB-Entscheidung Schritt zu angemessenem Zinsniveau

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis, hat die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) als "wichtigen weiteren Schritt in Richtung eines angemessenen Zinsniveaus" bezeichnet. Diesen müssten weitere Zinsschritte folgen, um die Teuerung abzubremsen und die Inflationserwartungen im Euro-Raum zu stabilisieren. "Es ist gut, dass die EZB heute ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation unter Beweis gestellt hat", erklärte Schleweis.

Bankenverband: EZB setzt deutliches Signal gegen Inflation

Der Bundesverband deutscher Banken hat die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen um 75 Basispunkte heraufzusetzen, positiv bewertet. "Die EZB hat heute ein Ausrufezeichen gesetzt. Sie kämpft entschlossen gegen die Inflation und hat die Schlagzahl deutlich erhöht", sagte die Stellvertreterin des Hauptgeschäftsführers des Bankenverbandes, Henriette Peucker. "Es ist gut, wenn sich die europäischen Währungshüter in den kommenden Monaten weiterhin darauf konzentrieren, Inflation und vor allem Inflationserwartungen entschlossen zu bekämpfen", erklärte sie.

BVR: EZB setzt klares Zeichen gegen Inflationsdruck

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) positiv bewertet. "Die EZB korrigiert ihren Kurs mit der größten Leitzinserhöhung ihrer Geschichte und setzt ein klares Zeichen gegen den hohen Inflationsdruck in der Eurozone. Das begrüßen wir ausdrücklich", kommentierte BVR-Präsidentin Marija Kolak. Bereits kurzfristig könnten die Leitzinserhöhungen den Wechselkurs des Euro stabilisieren.

Lindner begrüßt entschlossenen Schritt der EZB gegen Inflation

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat den "starken Zinsschritt" der Europäischen Zentralbank (EZB) in einer Rede im Bundestag ausdrücklich begrüßt. "Wir sind in einer außerordentlich herausfordernden Lage", sagte Lindner. "Das wurde durch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank heute ja auch noch einmal deutlich - ein starker Zinsschritt, der verdeutlicht, dass alle sich der Herausforderung stellen müssen, die Inflation zu bekämpfen", hob er hervor. "Ich jedenfalls begrüße, dass die Notenbank jetzt sehr entschlossen gegen die Inflation vorgeht durch den heutigen Zinsschritt."

Dänische Zentralbank erhöht Leitzins im Gefolge der EZB

Die dänische Zentralbank hat am Donnerstag ihren Leitzins um 0,75 Prozentpunkte angehoben, nachdem die Europäische Zentralbank zuvor eine Zinserhöhung in dieser Größenordnung vorgenommen hatte. Der Leitzins der Danmarks Nationalbank steigt damit von minus 0,10 Prozent auf 0,65 Prozent, ebenso wie der Einlagensatz.

Bundestag billigt neues Infektionsschutzgesetz

Der Bundestag hat das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen. Das Parlament billigte die Neuregelung, um die die Parteien der Ampel-Koalition lange gerungen hatten, am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit. In namentlicher Abstimmung votierten 386 von 702 Abgeordneten für den Entwurf von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), dagegen stimmten 313 Parlamentarier. Es gab drei Enthaltungen.

Bundesnetzagentur stellt erstmals Telekommunikations-Unterversorgung fest

Die Bundesnetzagentur hat erstmals eine Unterversorgung mit Telekommunikationsdiensten nach dem neuen Recht auf Versorgung festgestellt. "Wir stellen heute zum ersten Mal für einige Haushalte in Niedersachsen förmlich fest, dass die rechtlich vorgeschriebene Mindestversorgung nicht erfüllt ist", erklärte Präsident Klaus Müller am Donnerstag in Bonn.

Powell: Fed darf im Kampf gegen Inflation nicht zu früh nachlassen

Fed-Chairman Jerome Powell hat die Bedeutung der Inflationsbekämpfung hervorgehoben. Die US-Notenbank konzentriere sich darauf, die steigenden Preise kräftig zurückzudrängen, um die "sehr hohen sozialen Kosten" zu verhindern, die mit der Periode der hohen Inflation in den 1970er Jahren einhergingen, sagte Powell bei einer Veranstaltung in Washington.

Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe gesunken

Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 3. September abgenommen. Im Vergleich zur Vorwoche fiel die Zahl der Anträge auf saisonbereinigter Basis um 6.000 auf 222.000, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 235.000 vorhergesagt.

US-Rohöllagerbestände stärker als erwartet gestiegen

Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 2. September ausgeweitet. Sie stiegen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 8,845 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten einen Anstieg um 0,3 Millionen Barrel vorhergesagt. In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 3,326 Millionen Barrel reduziert. Bei den bereits am Vortag veröffentlichten Daten des privaten American Petroleum Institute (API) war mit 3,6 Millionen Barrel eine Zunahme registriert worden.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/AFP/apo/mgo

(END) Dow Jones Newswires

September 08, 2022 13:00 ET (17:00 GMT)

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