15.04.2014 19:58:58

Südwest Presse: Kommentar: Leidige Luftnummer

Ulm (ots) - Was haben wir nicht schon alles versucht - Umweltzonen, Pförtnerampeln, Blitzer, Tempolimits. Und doch rufen die Umweltbehörden im Frühjahr in unschöner Regelmäßigkeit Alarm wegen zu häufig zu hoher Feinstaubwerte. Eingriffe in den Verkehr bewirken zwar weniger Lärm, Gestank, Stress - doch nicht deutlich weniger Feinstaub. Kein Grund zu Aktionismus: Die Idee, vor allem am Autoverkehr herumzudoktern, der nur für einen Teil der Emissionen verantwortlich ist, ist eine Luftnummer. Zumal viel zu viel vom jeweiligen Mikroklima, vom geographischen Drumherum und vom Aufstellungsort der Messstellen abhängt. Kein Grund zur Panik: Laut Umweltbundesamt sterben zwar pro Jahr 47 000 Menschen an Luftverschmutzung. Die Zahl ist aber mit Vorsicht zu interpretieren. Kein Arzt schreibt auf den Totenschein "Todesursache: Luftverschmutzung". Die Lebenserwartung in vielen süddeutschen Städten liegt klar über der anderer Orte in Deutschland - trotz oft überdurchschnittlicher Feinstaubbelastung. Kein Grund zum Nichtstun: Wir leben besser mit weniger Autoabgasen - auch wenn sie nur einen Teil der Feinstaubbelastung ausmachen. Doch es braucht auch weniger Dreck aus Heizungen, Industrieanlagen, Kraftwerken. Wir zündeln eben zu viel. Statt Panik ist Pragmatismus nötig: E-Mobilität, attraktiverer öffentlicher Nahverkehr, mehr erneuerbare Energien. So lösen wir eine ganze Reihe weiterer Probleme gleich mit.

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Pressekontakt: Südwest Presse Ulrike Sosalla Telefon: 0731/156218

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