06.02.2014 20:42:59
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Lausitzer Rundschau: Eine Brise für das Uni-Schiff Die BTU Cottbus-Senftenberg braucht jetzt einen klaren Kurs
Cottbus (ots) - Es ist gerade mal eine Woche her, dass die
RUNDSCHAU von der Förderung eines Energie-Projekts an der
Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) berichtete. Dabei
ging es um fast eine Million Euro. Heute vermelden wir die nächste
gute Nachricht, die Einweihung des Neubaus für das Zentrum für
Energietechnologie. Gute Nachrichten, die für die gesamte Lausitz
wichtig sind. Und höchste Zeit für solche Nachrichten, denn die BTU
befand sich lange genug in einer Flaute, die aus der Zusammenführung
der BTU Cottbus und der Hochschule Lausitz in Senftenberg
resultierte. Fast auf den Tag zwei Jahre ist es her, als die
Landesregierung ihre Pläne offen legte, in der Lausitz eine neue
Universität zu gründen, um auf diese Weise BTU und Fachhochschule
unter einem Dach zu vereinen. In diesen 24 Monaten wurde sehr viel
mehr Porzellan zerbrochen, als die Lausitz als Wissenschaftsstandort
verkraften konnte. Zu Recht gingen die Studenten auf die Barrikaden,
weil sie auf dem Weg in eine neue Uni-Landschaft komplett ignoriert
worden waren. Hemmend auf die Entwicklung wirkten zudem eine Reihe
von Uni-Mitarbeitern und Professoren, die in ihrem
strukturkonservativen Beharrungsvermögen jedwede Entwicklung
konsequent ablehnten. Nun sind die Leinen los und das Unischiff hat
das Ufer verlassen. Doch noch treibt es richtungslos im Hafen. Wohin
treibt es? Es hat mit dem Gründungspräsidenten Jochen Zimmermann
immerhin einen Steuermann gefunden. Ob er auch einen Kurs hat, ist
noch nicht ausgemacht. Inhaltlich bleibt weiterhin vieles vage. Er
will der BTU zu internationalem Rang verhelfen. Das klingt nett. Im
Kinderzimmer träumt es sich gut von fernen Ländern. Doch der Weg
führt durch heftige Stürme. Gründungspräsident Zimmermann will
kritische und leidenschaftliche Studenten - das bringt Wind und kann
schon mal nicht schaden. Außerdem braucht er eine leidenschaftliche
und forschungswillige Professorenschaft. Solche Wissenschaftler hat
Cottbus, aber es sind zu wenige. Zimmermann braucht ferner ein klares
inhaltliches Konzept, das auf dem Nichts aufbaut - denn von einer
klaren Profilierung war zumindest bei der BTU Cottbus in den
zurückliegenden Jahren nicht viel zu erkennen. Und schließlich
benötigt Zimmermann eine Universität, die in der Lage ist,
Drittmittel einzuwerben. Um diese Ziele zu erreichen, wird er sich
mehr als einmal unbeliebt machen müssen. Schwere Aufgaben also, doch
Nachrichten wie die heutigen bringen nötigen Wind in die Segel.
Gründungspräsident, Dozenten und Studenten sind die Crew. Sie sollten
die Brise nutzen, um aus dem Hafen zu kommen. Höchste Zeit also für
die Kursbestimmung.
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