17.09.2014 18:25:30
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LATE BRIEFING - Unternehmen und Märkte
+++++ FINANZMARKT USA +++++
Bis zu den mit Spannung erwarteten Aussagen der US-Notenbank dürfte an der Wall Street am Mittwoch Zurückhaltung herrschen. Weltweit erhoffen sich die Investoren Hinweise, wann die erste Zinserhöhung in den USA kommt. Überwiegend wird ein solcher Schritt erst im Sommer 2015 erwartet, doch die Investoren werden genau auf etwaige Signale achten, ob womöglich doch schon früher mit einer Anhebung gerechnet werden muss. Die Indizes notieren leicht über den Schlussständen des Vortages. Der Dow-Jones-Index hat im frühen Geschäft bei 17.173 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Adobe stehen unter Abgabedruck, nachdem das Unternehmen mit seinem Umsatz im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen knapp verfehlt hatte. Positiv kommt der Strategiewechsel von U.S. Steel an. Der Konzern wird unter anderem sein verlustreiches Kanada-Geschäft aus der Bilanz nehmen. In der Folge soll das Ergebnis im dritten Quartal deutlich über der aktuellen Konsensschätzung liegen. Im Fokus stehen auch DuPont. Der Investor Trian Fund Management kämpft offen für eine Aufspaltung des Chemieunternehmens. Das DuPont-Management hatte zuvor Trian und seinen Vorschlägen zum Konzernumbau wiederholt im Stillen einen Korb gegeben. Nun sucht der Investor öffentlich nach Mitstreitern. Für die Aktie geht es nach oben. Der Ölpreis kommt nach seinem deutlichen Vortagesgewinn und mit neuen Lagerbestandsdaten zurück. Diese sind in den USA deutlich gestiegen, was die Nachfragesorgen wieder befeuert. Eine Senkung der Fördergrenze durch die OPEC scheint indes unwahrscheinlich. Nach Aussage von Delegierten sind eine Kürzung durch einzelne Mitgliedsländer oder aber ein gemeinsamer Schritt des Förder-Kartells nicht zu erwarten. Der Goldpreis legt leicht zu.
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR ++++++
-US 20:00 Fed, Ergebnis der FOMC-Sitzung, Projektionen zu Zinsen, Wachstum, Inflation und Arbeitslosenquote; 20:30 PK mit Fed-Chefin Yellen, Washington Fed-Funds-Zielsatz PROGNOSE: 0,00% bis 0,25% zuvor: 0,00% bis 0,25%+++++ FINANZMÄRKTE EUROPA +++++
Mit Rückenwind von der Wall Street haben auch Europas Börsen am Mittwoch zugelegt. Für Käufe sorgte ein Kommentar von John Hilsenrath vom Wall Street Journal. Demnach dürfte die US-Notenbank bei ihrer Wortwahl an dem Passus festhalten, der Leitzins bleibe für "beträchtliche Zeit" auf niedrigem Niveau. Dieses Szenario bestärkte schon am Vorabend die Akteure an der Wall Street in der Einschätzung, dass die Fed noch nicht im Frühjahr die Leitzinsen anheben wird. Der Euro verteidigte mit 1,2953 Dollar seine jüngsten Erholungsgewinne. Neben der US-Notenbank richtete sich das Interesse auch auf die Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands am Donnerstag. "Der Ausgang bleibt weiter offen", sagte Dirk Gojny von der National-Bank. Der Rohstoffsektor legte um 0,8 Prozent zu. Er profitierte von der Erwartung, dass die chinesische Notenbank noch weitere Anreize für die schwächelnde Konjunktur setzen wird, nachdem sie nun fünf Banken des Landes mit einer Liquiditätsspritze von rund 63 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen hat. China ist der weltweit größte Importeur von Rohstoffen. adidas gewannen 3,5 Prozent. Händler begründeten dies mit einem möglichen Einstieg neuer Investoren, was den Kurs auch an den Vortagen schon beflügelt hatte. Schwache Geschäftszahlen der schweizerischen Compagnie Financière Richemont drückten den Kurs um 4,1 Prozent.
+++++ Devisen +++++
DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 10.17 Uhr Di, 17.14 Uhr EUR/USD 1,2953 -0,11% 1,2967 1,2941 EUR/JPY 139,34 0,23% 139,02 138,71 EUR/CHF 1,2113 0,06% 1,2106 1,2089 USD/JPY 107,57 0,31% 107,24 107,18 GBP/USD 1,6323 -0,03% 1,6328 1,6212+++++ FINANZMÄRKTE OSTASIEN +++++
An den ostasiatischen Börsen haben am Mittwoch positive Vorzeichen überwogen. Gute Vorgaben der Wall Street ließen die Anleger mutiger agieren. Mit Blick auf die US-Notenbanksitzung, deren Ergebnis am Abend deutscher Zeit veröffentlicht wird, schienen die Investoren ebenfalls etwas gelassener, nachdem die in den USA anstehende Zinswende zuletzt die Märkte gelähmt hatte. Zur Entspannung trug ein Medienbericht bei, wonach die chinesische Zentralbank den fünf größten Banken des Landes eine Liquiditätsspritze verpasst. In Sydney profitierten die Kurse nicht von der PBoC-Maßnahme, obwohl China wichtigster Exportmarkt Australiens ist. Die Probleme der heimischen Wirtschaft, darunter die wachsende Arbeitslosigkeit und steigende langfristige Zinsen, drückten vor allem die Kurse der australischen Banken, hieß es. ANZ ermäßigten sich um 2,1 Prozent. In Hongkong erholten sich die Kurse von den Vortagesverlusten. Gesucht waren Finanz- und Energiewerte, während die Aktien der Kasinobetreiber von einer kritischen Studie der Credit Suisse belastet wurden. Die Analysten hatten Gewinnprognosen und Kursziele für die Branche gesenkt. Tokio schloss knapp behauptet. Neben der PBoC-Geldspritze stützte die Spekulation, dass die US-Notenbank noch nicht so bald die Zinsen erhöhen wird. Einen Tag nach der Fed-Sitzung, am Donnerstag, steht zudem das Referendum über eine Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien an. Deshalb hätten sich viele Anleger zurückgehalten. Ein Bericht über einen geplanten Abbau von 10 Prozent seiner Arbeitsplätze ließ Pioneer um 1,6 Prozent fallen. Nach Börsenschluss kamen schlechte Nachrichten von Sony. Der Konzern wird das laufende Geschäftsjahr voraussichtlich mit einem größeren Verlust abschließen als bislang erwartet. Das dürfte die Aktie, die am Mittwoch um 1,8 Prozent fiel, am Donnerstag nochmals drücken.
+++++ UNTERNEHMENSMELDUNGEN SEIT 13.30 UHR
Lufthansa ordert 25 Airbus-Flugzeuge, CFO Menne erhält neuen Vertrag
Die Lufthansa hat weitere Flugzeuge bei Airbus für rund 2,5 Milliarden Euro bestellt. Insgesamt orderte Deutschlands größte Airline 15 Maschinen des Typs A320neo (New Engine Option) und 10 Airbus A320ceo (Current Engine). Die Flugzeuge mit den neuen Triebwerken sollen an die Tochter Swiss International gehen, die anderen Maschinen sind für Eurowings vorgesehen.
Allianz zerschlägt US-Tochter Fireman's Fund
Die Allianz zieht bei ihrer defizitären US-Tochter Fireman's Fund die Reißleine und zerschlägt das Unternehmen. Das Firmenkundengeschäft in der Schaden- und Unfallversicherung soll in die Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), den Spezialversicherer für Industrierisiken, integriert werden. Für das Privatkundengeschäft wird noch nach einer Lösung gesucht.
Fahrradhersteller Mifa rutscht tiefer in die Verlustzone
Die Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG ist im vergangenen Jahr tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der größte Fahrradhersteller Deutschlands, der demnächst vom Weltmarktführer Hero übernommen werden soll, gab zudem einen trüben Ausblick auf das laufende Jahr. Den Sprung zurück in die Gewinnzone erwartet das finanziell angeschlagene Unternehmen nächstes Jahr.
Sulzer verhandelt mit US-Konzern Dresser-Rand über Transaktion
Der Maschinen- und Anlagenbaukonzern Sulzer verhandelt mit dem US-Rivalen Dresser-Rand über einen nicht näher genannten Deal. "Sulzer hat bestätigt, dass sich das Unternehmen in nicht-exklusiven Gesprächen mit Dresser-Rand über eine mögliche Transaktion befindet", teilte das schweizerische Unternehmen mit.
=== Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com DJG/ros(END) Dow Jones Newswires
September 17, 2014 11:54 ET (15:54 GMT)
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