14.10.2018 17:08:46

Grundkonzept für die elektronische Patientenakte steht

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Digitalisierungspläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben einen großen Schub bekommen: Krankenkassen und Ärzte einigten sich laut Bericht des Handelsblatts bei Verhandlungen mit dem Ministerium auf ein Grundkonzept für die elektronische Patientenakte, die allen gesetzlich Versicherten bis spätestens 2021 zur Verfügung stehen soll.

In einer dreiseitigen Absichtserklärung, die dem Handelsblatt vorliegt, verabredeten die Akteure im Gesundheitswesen die Schaffung gemeinsamer Standards. Sollten sich Kassen und Ärzte wie in der Vergangenheit gegenseitig blockieren, will Spahn die Ausgestaltung der Digitalakte an sich ziehen

"Ein Zurück ohne Gesichtsverlust gibt es nicht", sagte AOK-Chef Martin Litsch dem Handelsblatt. Für die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, verdeutlicht die Einigung, dass Ärzte und Kassen "gemeinsam an dem weiteren Auf- und Ausbau des sicheren Gesundheitsnetzes und seiner Anwendungen arbeiten". Die Digitalakte zur Vernetzung von Gesundheitsdaten werde "ein Meilenstein in der Modernisierung der Patientenversorgung", sagte Pfeiffer dem Handelsblatt

Die Gesellschaft für den Aufbau eines Gesundheitsdatennetzes (Gematik) soll der Einigung zufolge die grundlegende technische Architektur und Schnittstellen definieren. Die Formate, in denen medizinische Daten gespeichert werden, legt die Ärzteschaft fest.

Die Kassen folgen bei ihren Patientenakten einem einheitlichen Muster: Neben einem Standardbereich für Medizindaten wie Röntgenbilder soll es einen Kassenbereich etwa für Informationen zu Bonusprogrammen geben. Auch die Versicherten bekommen ein eigenes Fach, in dem sie beispielsweise Fitnessdaten speichern können. Die Datenhoheit liegt bei den Patienten: Sie entscheiden, wer auf welche Informationen zugreifen darf.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/hab

(END) Dow Jones Newswires

October 14, 2018 11:08 ET (15:08 GMT)

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