10.06.2015 17:10:40
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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 10.06.2015 - 17.00 Uhr
EU-Kommission: Athen über unsere Haltung informiert
BRÜSSEL/ATHEN - Neuer Streit zwischen EU-Kommission und Athen: Die griechische Regierung ist nach Darstellung der EU-Kommission über Brüsseler Einwände zu den Reformvorschlägen informiert. EU-Währungskommissar Pierre Moscovici habe Regierungsverantwortliche in Athen bereits am Dienstag darüber informiert, sagte der Chefsprecher der Kommission, Margaritis Schinas, am Mittwoch.
Europa und Lateinamerika wollen Handel verstärken
BRÜSSEL - Europa und Lateinamerika sollen nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wirtschaftlich enger zusammenarbeiten. "Wir haben gesehen, dass China sehr intensive Handelsbeziehungen mit den lateinamerikanischen Ländern aufbaut. Auch zwischen Europa und Lateinamerika sollte der Handel verstärkt werden", sagte Merkel zum Auftakt des EU-Lateinamerika-Gipfels am Mittwoch in Brüssel. Zu dem zweitägigen Treffen kamen laut Veranstalter 42 Staats- und Regierungschefs.
Schlichter geben sich im Kita-Tarifstreit optimistisch
DRESDEN - Im festgefahrenen Kita-Tarifstreit wollen die Schlichter bis zum 22. Juni einen Vorschlag für eine Einigung auf den Tisch legen. "Wir wollen alles tun, um zu einer Einigung zu kommen", sagte der Schlichter der Arbeitgeberseite, Sachsens früherer Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU), am Mittwoch in Dresden. "Ich bin hoffnungsfroh, obwohl es nicht einfach wird." Milbradt traf sich in Dresden zu einem ersten Gespräch mit Hannovers Ex-Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD), der für die Gewerkschaft Verdi schlichten soll.
Brasilien hofft auf Freihandelsabkommen Mercosur-EU in diesem Jahr
BRASÍLIA - Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff will Fortschritte bei dem seit zwei Jahrzehnten in der Schwebe liegenden Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur. Aus der Sicht des Mercosur und vor allem aus der Perspektive Brasiliens sei es "existenziell wichtig", dass der Vertrag noch in diesem Jahr abgeschlossen werde. "Ob wir das allerdings tatsächlich schaffen, hängt von beiden Seiten ab. Wir Brasilianer glauben, dass Mercosur bereit sein könnte", sagte sie der Deutschen Welle anlässlich des am Mittwoch in Brüssel beginnenden EU-Lateinamerika-Gipfels.
Merkel zu Griechenland: Jeder Tag zählt
BRÜSSEL - Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt auf eine Fortsetzung der Gespräche zwischen Griechenland und den internationalen Geldgebern. Unmittelbar vor dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Brüssel sagte Merkel am Mittwoch: "Wir wollen Griechenland im Euroraum halten." Sie gehe mit der Einstellung an die Dinge heran: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", sagte die Kanzlerin. "Aber die Arbeit muss mit den drei Institutionen stattfinden, und jeder Tag zählt." Nach wie vor verhandeln EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) mit Athen.
Kein Ende der Deflation in Griechenland
ATHEN - Griechenland steckt wegen seiner Wirtschaftskrise weiter in der Deflation fest. Im Mai fielen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 2,1 Prozent, wie die Statistikbehörde Elstat am Mittwoch in Athen mitteilte. Es ist bereits der 27. Monat in Folge mit fallenden Verbraucherpreisen. Bei einer Deflation handelt es sich um eine hartnäckige Abwärtsspirale mit sinkenden Preisen. Sie gilt als Gefahr für die Konjunktur, weil Konsumenten und Unternehmen in Erwartung weiter sinkender Preise Ausgaben und Investitionen hinauszögern.
Tsipras trifft EU-Ratschef Tusk vor Gipfel
BRÜSSEL - Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat mit EU-Ratspräsident Donald Tusk über Griechenlands Schuldenkrise gesprochen. Die beiden Spitzenpolitiker trafen sich unmittelbar vor Beginn des EU-Lateinamerikagipfels in Brüssel, berichteten EU-Diplomaten am Mittwoch. Tusk setzt sich seit längerem dafür ein, dass das griechische Schuldendrama bald gelöst wird. Der liberalkonservative Pole leitet die EU-Gipfel und auch die gelegentlichen Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone.
Vatikan und USA schließen Vereinbarung gegen Steuerhinterziehung
ROM - In einem gemeinsamen Abkommen haben der Vatikan und die USA der Steuerhinterziehung den Kampf angesagt. Dabei habe man zugestimmt, Washington Informationen über die Vermögen von US-Bürgern im Kirchenstaat zugänglich zu machen, teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Obwohl die Vereinbarung laut Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" nur eine relativ kleine Zahl von Personen betreffe, sei sie doch von großer Bedeutung, weil sie die Bemühungen des Heiligen Stuhls unterstreiche, ethisches Verhalten und Integrität in Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten zu fördern.
Estlands Präsident warnt vor Vorbehalten gegen Griechenland-Hilfe
TALLINN - Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves hat vor möglichen Vorbehalten seines Landes gegen weitere Griechenland-Hilfen gewarnt. Angesichts der Moskau-freundlichen Haltung der griechischen Regierung könnte das Parlament des baltischen Landes ein drittes Rettungspaket für Athen ablehnen, sagte er in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". "Und wenn die Hilfe im Parlament ratifiziert werden muss, könnte die zu einem Problem werden."
Chinas Regierung greift verschuldeten Provinzen stärker unter die Arme
PEKING - Chinas Regierung hat das Hilfsprogramm für die teils hoch verschuldeten Provinzen und Städte des Landes ausgeweitet. So wird das Volumen der Schulden, die in Anleihen umgewandelt werden dürfen, verdoppelt, wie das Finanzministerium am Mittwoch in Peking mitteilte. Die finanziell unter Druck stehenden Regionen und Städte dürfen in einer zweiten Umschuldungsrunde Anleihen von bis zu einer Billion Yuan (rund 142 Mrd Euro) platzieren.
Mogherini: Lateinamerika-Handel hat in der Krise geholfen
BRÜSSEL - Die EU hat in der Krise nach den Worten der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini von den guten Wirtschaftsbeziehungen zu Lateinamerika profitiert. "Wir investieren mehr in Lateinamerika und der Karibik als in Russland, China und Indien zusammen", sagte Mogherini am Mittwoch vor Beginn eines zweitägigen EU-Lateinamerika-Gipfels in Brüssel. "In gewisser Weise hat das geholfen, die Krise zu lindern."
Athen leiht sich kurzfristig Geld
ATHEN - Das schuldengeplagte Griechenland hat sich kurzfristig frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Wie die Schuldenagentur PDMA am Mittwoch mitteilte, konnten insgesamt 2,925 Milliarden Euro für 13 beziehungsweise 26 Wochen in Form kurzlaufender Staatspapiere aufgenommen werden.
Kabinett: Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse problemlos
BERLIN - Fast alle Zuwanderer, die in Deutschland ihren ausländischen Berufsabschluss anerkennen lassen wollen, haben damit auch Erfolg. Diese positive Botschaft vermittelt der Bericht zum sogenannten Anerkennungsgesetz, den das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin verabschiedete. Das Gesetz hatte vor drei Jahren erstmals einen Rechtsanspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit dieser Berufsabschlüsse mit deutschen Referenzberufen geschaffen.
Japans Notenbankchef besorgt über schwachen Yen
TOKIO - Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda hat sich besorgt über die jüngste Talfahrt der japanischen Währung Yen geäußert. Es sei eine Belastung, wenn die heimische Währung weiter an Wert verlieren sollte, sagte Kuroda am Mittwoch vor dem japanischen Parlament. Nachdem der Yen im Mai im Handel mit dem US-Dollar noch den tiefsten Stand seit 13 Jahren erreicht hatte, sorgten die Kuroda-Aussagen am Morgen für starke Kursgewinne bei der japanischen Währung.
Frankreich: Industrieproduktion fällt im April überraschend
PARIS - Die französische Industrieproduktion ist im April überraschend gefallen. Sie sei um 0,9 Prozent zum Vormonat gesunken, teilte das Statistikamt Insee am Mittwoch in Paris mit. Analysten hatten hingegen einen Zuwachs von 0,4 Prozent erwartet. Im Vormonat hatte die Produktion nach revidierten Zahlen stagniert. Zunächst war ein Rückgang von 0,3 Prozent ermittelt worden. Der Rückgang im April ist damit nach dem revidierten Vormonat der erste seit November.
Arbeitgeber-Präsident besorgt: Deutschland wird 'Streikland'
BERLIN/PASSAU - Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer sieht den Ruf der deutschen Wirtschaft durch die vielen Streiks in Gefahr. Vor allem in ehemaligen Staatsbetrieben oder früher öffentlich finanzierten Unternehmen wie der Post seien die Gewerkschaften oft gar nicht an einer raschen Lösung von Tarifkonflikten interessiert, sagte der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch): "In diesen Bereichen gibt es leider aufseiten der Gewerkschaften immer noch keine ausgeprägte Verhandlungskultur."/rob/jsl
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