NASDAQ Comp.
20.05.2016 15:43:39
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Börse Frankfurt-News: Doch US-Leitzinserhöhung im Juni? (Anleihen)
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 20. Mai 2016. Die Woche stand abermals im Zeichen der Notenbanken, nun wird für die USA wieder mit einem Zinsschritt im Frühsommer gerechnet.
Eine baldige Leitzinserhöhung in den USA ist wieder wahrscheinlicher geworden. "Nach öffentlichen Aussagen einiger US-Notenbanker über zwei bis drei Zinserhöhungen im laufenden Jahr zogen Anleger am Mittwoch spürbar Kapital aus den Aktienmärkten ab, die Renditen an den Rentenmärkten stiegen", berichtet Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. Auch das Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung, das am Mittwochabend veröffentlicht wurde, deutet auf eine baldige Zinserhöhung hin. "Es sieht nun doch einiges nach einem Zinsschritt im Juni oder Juli aus", meint Arthur Brunner von der ICF Bank. Anleihen gaben daher nach, wenn auch nicht viel.
Der Euro-Bund-Future notiert am Freitagmittag bei 163,61 Punkten nach 164,28 vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen werfen 0,17 Prozent ab nach 0,14 Prozent vergangenen Freitag.
Negativzinsen kein Problem?
Derweil geht auch die Diskussion über die Geldpolitik im Euroraum weiter. "Laut EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure war die Gesamtauswirkung der Negativzinsen auf die Bankenerträge wegen der höheren Kreditvolumina bisher positiv", erklärt Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Prinzipiell halte Coeure daher eine weitere Senkung für möglich, es gebe aber keine Pläne in diese Richtung.
Spanien und Portugal sollen je ein Jahr mehr Zeit zur Einhaltung der Maastricht-Limits für das Staatsdefizit von 3 Prozent des BIP erhalten, wie die EU-Kommission am Mittwoch bekannt gab. "Das zeigt einmal mehr die laxe Haltung gegenüber Defizitsündern", kommentiert Brunner. "Eine Bestrafung gibt es nicht." Im Anleihemarkt habe sich die Entscheidung allerdings nicht ausgewirkt. Auf weiterhin großes Interesse stieß Brunner zufolge die neue Staatsanleihe Spaniens mit Laufzeit von 50 Jahren und Kupon von 3,45 Prozent (WKN A181RK). Diese wird mittlerweile zu 102,26 Prozent gehandelt.
Weitere Griechenland-Verhandlungen
Am kommenden Dienstag treffen sich die Euro-Finanzminister, um in Sachen Griechenland zu beraten. "Konsens herrscht darüber, dass Athen die verlangten Spar- und Reformmaßnahmen weitgehend verabschiedet hat, und auch bei den quasi automatischen zusätzlichen Sparanstrengungen bei Verfehlung der Haushaltsziele rückt eine Einigung näher", berichtet Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank. Schwierig sei eine Verständigung über Schuldenerleichterungen - und dies sei eine zentrale Bedingung des IWF für eine Beteiligung an neuen Hilfskrediten. "Die Euro-Länder haben ein großes Interesse an einer Unterstützung des IWF, doch insbesondere Deutschland möchte sich nicht auf allzu weitreichende Schuldenerleichterungen einlassen."
Bayer-Anleihen schwach
Nicht gut kommt der Plan von Bayer an, den US-Düngemittelkonzern Monsanto zu schlucken, beide Unternehmen hatten am gestrigen Donnerstag vorläufige Übernahmegespräche bestätigt. Die Anleihen bleiben unter Druck (WKN A11QR6), wie Daniel berichtet. "Es gibt aber auch immer wieder Käufer." Zugegriffen werde zudem weiterhin in einer Anleihe von Erste Finance (WKN A0AW29).
Abgestoßen wird eine von vielen Privatanlegern gehaltene Anleihe von Fürstenberg Capital (WKN A0EUBN), wie Rainer Petz von Oddo Seydler feststellt. Der Kurs, der am Dienstag noch bei 100,13 Prozent lag, fiel auf 92,30 Prozent. Die Zinszahlungen sind hier abhängig von Zahlungen, die Fürstenberg Capital aufgrund eines Beteiligungsvertrags von der Nord/LB erhält. In einer Adhoc-Mitteilung hieß es gestern, dass die Nord/LB aus aktueller Sicht für 2016 ein negatives Ergebnis erwartet, Anleihegläubiger könnten daher im Jahr 2017 keine Zinszahlungen erhalten.
Durchbruch bei Heta
Noch etwas zulegen konnten laut Brunner Anleihen von Heta, der Nachfolgegesellschaft der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria (WKN A0G0JA). "Es sieht nach einem Durchbruch aus. Der Kurs pendelt jetzt um 85 bis 86,5 Prozent, das entspricht der Einigung." Den Gläubigern sollen 75 Prozent des Nominalwertes der Anleihen offeriert werden und eine Nullkupon-Inhaberschuldverschreibung des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds mit Garantie der Bundesregierung.
Besondere neue Anleihen mit kleinanlegerfreundlicher Stückelung gab es in dieser Woche nicht. Brunner berichtet von regen Umsätzen in einem neuen Bond der Nasdaq (WKN A181ZY), der bis 2023 läuft und einen Kupon von 1,75 Prozent bietet, die Stückelung liegt aber bei 100.000 Euro.
von: Anna-Maria Borse
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© 20. Mai 2016 - Deutsche Börse AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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