Geändert am: 21.01.2022 22:47:55

US-Börsen rutschen deutlich ab -- Zinsängste belasten: ATX geht tiefrot ins Wochenende -- DAX gibt schlussendlich nach -- Märkte in Fernost letztendlich mehrheitlich im Minus

AUSTRIA

Der heimische Aktienmarkt präsentierte sich am Freitag tiefrot.

Der ATX bewegte sich im Tagesverlauf deutlich in der Verlustzone. Zum Feierabend notierte er 2,68 Prozent tiefer bei 3.860,25 Punkten.

Die negativen Vorgaben der US-Börsen sorgten europaweit zu Beginn für schwache Stimmung an den Märkten. Hintergrund für die schwache Marktstimmung war die hohe Inflation und die damit verbundene Erwartung einer deutlich restriktiveren Geldpolitik der US-Notenbank. Nach einer anfänglichen Erholung war es am gestrigen Donnerstag an der New Yorker Börse deutliche nach unten gegangen. Vor allem Technologieaktien wurden erneut ausverkauft. Die Verluste setzten sich am Freitag auch in Asien und Europa fort.

Neben der Unsicherheit rund um die bald wohl restriktivere Geldpolitik in den USA und der weiterhin Inflation belasten jedoch auch weitere Risikofaktoren die Märkten. Wie die Experten der Helaba in ihrem Tagesausblick kommentierten, mangelte es derer nicht. Zwar spiele die Corona-Pandemie mittlerweile eine geringere Rolle an den Finanzmärkten. Jedoch gewannen unter anderem die geopolitischen Spannungen zunehmend an Einfluss.

Bei den Einzelwerten am Wiener Markt waren vor dem Wochenende die Titel des Salzburger Kranherstellers Palfinger im Fokus. Das Unternehmen gab am gestrigen Donnerstagabend nach Handelsschluss eine Gewinnwarnung für das erste Halbjahr 2022 aus.

DEUTSCHLAND

Am deutschen Aktienmarkt wurden am letzten Handelstag der Woche erneut deutliche Kursverluste verbucht.

Der DAX büßte zur Handelseröffnung deutlich ein und grub sich anschließend immer tiefer ins Minus. Ins Wochenende ging der Leitindex dann 1,94 Prozent leichter bei 15.603,88 Punkten.

Aktienanleger blieben angesichts der erwarteten geldpolitischen Straffungen in den USA nervös. Nach der jüngsten Stabilisierung startete der DAX am Freitag mit deutlichen Verlusten in den Tag. An den beiden Vortagen hatte er sich nur kurz etwas Luft verschafft. Mit dem Rückschlag sackte er wieder unter einige wichtige mittelfristige Unterstützungen.

"Der DAX folgt erneut der schwachen Wall Street", kommentierte der CMC-Markets-Experte Jochen Stanzl. Schon in New York war es nach einer anfänglichen Erholung wegen der Erwartung einer strafferen Geldpolitik deutlich bergab gegangen. Asiens Börsen waren diesem Trend gefolgt. Gerade auf dem Tech-Bereich, einem bislang wichtigen Zugpferd in der Corona-Pandemie, lastete die Aussicht auf steigende Zinsen.

WALL STREET

Die Anleger in den USA haben am Freitag signifikante Verkäufe getätigt.

Der Dow Jones konnte am letzten Handelstag zeitweise zulegen, fiel aber zum Handelsschluss deutlich zurück und verlor 1,30 Prozent auf 34.265,37 Punkte. Der Techwerteindex NASDAQ Composite zeigte sich erheblich schwächer und brach um 2,72 Prozent auf 13.768,92 Zähler ein.

Die Talfahrt der vergangenen Tage hat sich am Freitag an der Wall Street fortgesetzt. Damit endete eine tiefrote Börsenwoche geprägt von Zinsängsten und geopolitischen Spannungen. Wie schon an den Vortagen hatten leichte Erholungsansätze keinen Bestand, wieder schlossen die Indizes auf Tagestief. Im Handel verwies man auch auf die Baisse bei Netflix.

Je näher die US-Notenbanksitzung in der kommenden Woche rücke, desto mehr steige die Nervosität, hieß es im Handel. Gedrückt wurde die Stimmung unverändert von der Verunsicherung über Tempo und Ausmaß der anstehenden Zinserhöhungen. Hinweise erhofften sich Investoren von der anstehenden Fed-Sitzung. Doch wurde im Handel auch auf die wachsenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen im Konflikt um die Ukraine hingewiesen, die Anleger aus risikoreichen Anlagen wie Aktien getrieben hätten. "Das geopolitische Risiko spielt eine Rolle, die Neubewertung der Geldpolitik spielt eine Rolle und die Inflation im Sinne des Kostendrucks. Nimmt man all diese Faktoren zusammen, so ergibt sich eine ziemliche Veränderung", erläuterte Fondsverwalterin Georgina Taylor von Invesco. Ihr klares Fazit: "Die Risikoprämie für Aktien muss steigen".

Die Citigroup verwies indes auf die im Januar deutlich gesunkenen Aufwärtsrevisionen der Ergebniserwartungen bei den Unternehmen. "Der Höhepunkt der Revisionsdynamik könnte ein Katalysator für die Marktschwäche sein", urteilten die Analysten.

Im Technologiesektor knickten Netflix um 21,8 Prozent ein - belastet von einer enttäuschenden Prognose zum Neukundenwachstum. Die Viertquartalszahlen fielen zum Teil besser als erwartet aus, interessierten aber nicht.

ASIEN

An den asiatischen Aktienmärkten ging es am Freitag mehrheitlich bergab.

Der japanische Leitindex Nikkei fiel vor dem Wochenende um 0,90 Prozent zurück auf 27.522,26 Punkte.

Der Shanghai Composite gab letztendlich um 0,91 Prozent auf 3.522,57 Zähler nach, während es in Hongkong für den Hang Seng bis Handelsende doch noch leicht um 0,05 Prozent auf 24.965,55 Einheiten hoch ging.

Die Aktienmärkte in Asien haben zum Ende der Handelswoche zum Teil deutliche Abschlägen hinnehmen müssen. Die Börsen folgten damit den erneut sehr schwachen Vorgaben von der Wall Street, wo es den dritten Tag in Folge abwärts gegangen war. Andauernde Zinsängste mit Blick auf die US-Notenbank hatten erneut für einen Abverkauf gesorgt.

Gegenwind in Tokio kam auch vom festeren Yen, was für Aktien aus dem Exportsektor ein Wettbewerbsnachteil darstellt. Keinen Impuls setzte, dass die Kernverbraucherpreise in Japan im Dezember um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, was minimal unter der Markterwartung lag. In Hongkong waren die Analysten von KGI Securities derweil der Ansicht, dass die kurzfristigen Aussichten für den lokalen Markt trotz der jüngsten Schwäche an der Wall Street relativ stabil sind, weil Peking bestrebt sei, die sich verlangsamende Wirtschaft durch eine lockere Geldpolitik aufzufangen. Auf dem chinesischen Festland gaben Autoaktien nach, weil das chinesische Industrieministerium weiter mit einem knappen Angebot an Halbleitern rechnet.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX

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DAX 14 185,94 1,59%
TecDAX 3 110,54 1,19%
Dow Jones 32 654,59 1,34%
NASDAQ Comp. 11 984,52 2,76%
NASDAQ 100 12 564,10 2,62%
NIKKEI 225 26 659,75 0,42%
Hang Seng 20 602,52 3,32%
ATX 3 201,09 2,35%
Shanghai Composite 3 093,70 0,65%
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