Das Jahr 2015 im Fokus |
30.12.2015 15:09:00
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ATX schneidet heuer besser ab als DAX und Dow Jones
Den höchsten Kursabschlag mussten heuer die Papiere der Vienna Insurance Group mit minus 33 Prozent und des Verbunds mit minus 23 Prozent im Vergleich zum Letztstand Ende 2014 verkraften. Das Niedrigzinsumfeld lastete auf dem Versicherungskonzern VIG und die niedrigen Strompreise machten dem Stromerzeuger Verbund einen Strich durch die Rechnung.
Für einige kleinere börsenotierte Unternehmen gab es 2015 äußerst kräftige Kursgewinne, etwa Kapsch TrafficCom (+ 112 Prozent), Cross Industries (+ 103 Prozent), AT&S (+ 61 Prozent) und DO & CO (+ 54 Prozent). Von der Wiener Börse verabschiedeten heuer ATB, Head, Miba und Bene. An der Wiener Börse gab es mit dem oberösterreichischen Zulieferer für die Motorrad- und Automobilindustrie WP AG einen Neuzugang. Im Jahr 2015 wurden insgesamt um fast ein Viertel mehr österreichische Aktien gehandelt, teilte die Wiener Börse am Mittwochnachmittag mit.
Die Börsen ließen sich heuer von weltpolitischen Ereignissen wie dem Syrien-Krieg, der Griechenland-Krise und dem Aktienkurseinbruch in China nicht sonderlich beeindrucken. Der deutsche Aktienindex DAX stieg im Jahr 2015 kräftig um knapp 10 Prozent, der EuroStoxx mit 50 großen börsennotierten Unternehmen der Eurozone mit plus 4 Prozent aber deutlich weniger.
In Osteuropa gab es heuer eine höchst ungleiche Entwicklung am Aktienmarkt. Während der ungarische BUX-Index um rund 44 Prozent in die Höhe schnellte, verlor der polnische WIG-20-Aktienindex mehr als 18 Prozent. Die politischen Turbulenzen in der Türkei ließen den ISE 100 um rund 13 Prozent sinken. Trotz der EU-Sanktionen gegen Russland und dem Absturz des russischen Rubels ging der RTS-Index nur um 4 Prozent zurück. Der US-Aktienindex Dow Jones ging leicht um 0,6 Prozent zurück, während die Technologieaktien des NASDAQ 100 insgesamt um rund 10 Prozent zulegten. Die Börse in Shanghai lag nach einer Berg- und Talfahrt 2015 am Jahresende mit rund 10,5 Prozent im Plus.
Die Wiener Börse sollte im Jahr 2016 vor allem die voraussichtlich höheren Unternehmensgewinne 2016 und 2017 sowie das robuste Wirtschaftswachstum in einigen CEE-Ländern stützen. "Fast 80 Prozent der Wert im ATX sind durch den CEE-Markt stark beeinflusst", erklärte der Erste-Chefanalyst Friedrich Mostböck kurz vor Weihnachten. Je besser es den Ländern Mittel- und Osteuropas gehe, desto besser gehe es den ATX-Unternehmen. Der Leitindex der Wiener Börse soll 2016 sowohl zum Ende des ersten Quartals als auch zu Jahresende bei 2.550 Zählern liegen, so die Einschätzung von RBI und Erste Bank. Am Jahresende lag der ATX bei rund 2.400 Punkten. Nach einer spürbaren Aufwärtstendenz in den ersten Monaten sei über den Sommer aus saisonalen Gründen eine Korrekturphase zu erwarten, so die Analysten.
"Aktien und Unternehmensanleihen werden 2016 weiterhin Unterstützung aus der Konjunkturaufhellung in Europa, dem robusten Wachstum in den USA sowie der Geldpolitik in Europa, Japan und weiten Teilen der Emerging Markets bekommen", schrieb Raiffeisen Research kürzlich in ihrem Ausblick. Die US-Zinspolitik und die in Richtung 2017 nachlassende Konjunkturdynamik könnten ab dem Frühsommer für Gegenwind sorgen, so die Prognose. Kursrückschläge bei Aktien und Unternehmensanleihen könnten die Folge sein.
Der Wiener-Aktienindex ATX feiert bald sein 25-jähriges Jubiläum. Der österreichische Leitindex wird seit 2. Jänner 1991 berechnet und stieg seitdem um rund 240 Prozent. Den höchsten Indexstand erreichte der ATX am 9. Juli 2007 mit 4.981,87 Punkten, seinen niedrigsten am 13. August 1992 mit 682,96 Punkten.
cri/mik
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