13.02.2016 06:02:39
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Rheinische Post: EZB-Direktor Coeuré sieht länger anhaltende Nullzinsphase voraus
Düsseldorf (ots) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren
Leitzins nach den Worten von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré
noch für eine länger anhaltende Zeitspanne nahe Null halten müssen.
"Die Zinsen werden so lange niedrig bleiben müssen, bis wir sehen,
dass sich die Inflationsrate in der Euro-Zone wieder auf unseren
Zielwert von knapp unter zwei Prozent zubewegt", sagte Coeuré der in
Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). "Wir
brauchen die Niedrigzinsen weiterhin dringend, um die Inflationsrate
wieder stabil auf zwei Prozent zu bringen und die Erholung der
Euro-Zone abzusichern", sagte der Franzose. "Schon im Januar haben
wir gesagt, dass die Inflation nur sehr langsam wieder in Richtung
zwei Prozent steigen wird", erläuterte der EZB-Direktor. "Im
Vergleich zum Dezember sehen wir neue Abwärtsrisiken. Hauptursache
sind der sinkende Ölpreis und eine Abschwächung des globalen
Wachstums." Zudem sei in den letzten Tagen eine steigende Volatilität
an den Finanzmärkten zu sehen. "Wenn das zu lange anhält, kann auch
diese Entwicklung das Risiko erhöhen, dass die Inflation erst später
anzieht", sagte Coeuré. Die EZB werde notfalls alle ihre Instrumente
einsetzen, um eine lang andauernde Phase des Preisrückgangs in Europa
zu verhindern. "Wenn es nötig ist, stehen wir bereit, alle unsere
Instrumente einzusetzen. Das beinhaltet die Leitzinsen und Umfang,
Zusammensetzung und Dauer unserer Wertpapierkäufe", sagte Coeuré. Er
appellierte an die Regierungen der Euro-Staaten, "dass sie die
Einsparungen, die sie durch die niedrigen Zinsen bei der Finanzierung
ihrer Schulden haben, auf wachstumsfördernde Art nutzen". Die
Regierungen "könnten zum Beispiel die Steuern auf Arbeit verringern,
mehr Anreize für private Investitionen schaffen, oder - wo
erforderlich - ihr Defizit senken", forderte er. Die Notenbank
brauche die Unterstützung der Regierungen der Euro-Länder, um das
Wachstum in der Euro-Zone zu steigern. "Wenn das nicht passiert,
werden wir die Zinsen sehr lange niedrig halten müssen", warnte
Coeuré.
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