16.06.2016 22:02:40
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Lausitzer Rundschau: Kein Job für Amateure - Bundesinnenminister de Maizière und die Hilfspolizisten
Cottbus (ots) - Der Vorschlag von Bundesinnenminister Thomas de
Maizière, künftig Aushilfspolizisten bei der Bekämpfung der
Einbruchskriminalität einzusetzen, klingt zunächst einmal verlockend.
Die Abschreckung wäre da - wenn jemand in Uniform und mit Waffe in
einem Wohngebiet Streife läuft, könnte dies potenzielle Täter dazu
bringen, von ihrem Vorhaben abzulassen. Darum geht es dem Minister.
Gerade Einbrecher werden nervös, wenn sie Gefahr laufen, entdeckt zu
werden. Und das Sicherheitsgefühl der Bürger würde sich durch
Hilfspolizisten zweifelsfrei erhöhen. Ein nachhaltiges und Erfolg
versprechendes Konzept gegen die Einbrecherbanden ist de Maizières
Idee allerdings nicht. Denn die Risiken, die der Plan birgt, sind
weitaus größer als der Nutzen. Streife zu gehen in einem Wohnviertel
hat eine ganz andere Qualität, als konsequent vor Botschaften oder
Regierungsgebäuden zu stehen, um solche Objekte vor allem durch
Anwesenheit zu schützen. Auf Streife wird man schnell mit anderen
Dingen konfrontiert, für die Wachpolizisten dann eben nicht
ausgebildet sind. Jedenfalls ist in einem dreimonatigen
Schnellverfahren, wie Sachsen es praktiziert, eine ausreichende
Vorbereitung auf die vielen möglichen Konfliktlagen auch beim
Einbruchsschutz kaum möglich. Schon gar nicht, wenn es um den
Gebrauch der Waffe geht. Jede Leichtfertigkeit könnte hier tödliche
Folgen haben. Die Frage ist zudem, wen de Maizière mit seinem Plan
rekrutieren will und wer sich als Billigpolizist zur Verfügung
stellen würde. Polizist zu sein, ist kein Job für Amateure. Auch
nicht für Hitzköpfe. Das sollte der Innenminister wissen.
Polizeiarbeit beinhaltet fast immer hochsensible
Grundrechtseingriffe. Und weil das so ist, ist die Polizeiausbildung
hierzulande komplex, entsprechend lang - und international hoch
geschätzt. So sollte es auch bleiben. Deutschland braucht keine
Hilfssheriffs. Sondern mehr Profis vom Fach.
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