EZB-Chefin Lagarde: Anleihekäufe werden auch nach PEPP angemessen bleiben

In einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments sagte Lagarde laut veröffentlichtem Redetext: "Auch nach dem erwarteten Ende der Pandemie wird es wichtig sein, dass die Geldpolitik den Aufschwung im gesamten Euro-Gebiet und die nachhaltige Rückkehr der Inflation zu unserem Ziel von 2 Prozent unterstützt - das schließt auch eine angemessene Kalibrierung der Asset-Ankäufe ein."

Der EZB-Rat will im Dezember darüber beschließen, ob, wie derzeit kommuniziert, die Nettoanleihekäufe unter dem PEPP Ende März 2022 enden können. Zuletzt kaufte die EZB monatlich Papiere für 68 Milliarden Euro. Es ist noch nicht klar, wie genau die EZB die Vergrößerung ihrer Anleihebestände beenden will. Mit einem abrupten Ende im April wird nicht gerechnet.

Lagardes Ausblick auf das Wachstum und die Inflationsentwicklung unterschied sich nicht von dem, der nach der EZB-Ratssitzung im Oktober gegeben worden war. Die EZB-Präsidentin sagte, dass das Wachstum weiterhin stark sei, allerdings etwas von Lieferengpässe und den hohen Energiepreisen gebremst werde.

Die Inflation wird laut Lagarde trotz einer Rate von zuletzt 4,1 Prozent mittelfristig unterhalb von 2 Prozent liegen. Der preistreibende Effekt der Normalisierung der deutschen Mehrwertsteuer werde Anfang 2022 verschwinden, und im ersten Halbjahr dürfte auch der Inflationsdruck von den Energiepreisen nachlassen. "Wir gehen nach wie vor davon aus, dass sich die Inflation im nächsten Jahr abschwächen wird, aber es wird länger dauern als ursprünglich erwartet."

Lagarde schließt EZB-Zinserhöhung 2023 nicht aus

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, schließt eine Zinserhöhung im Jahr 2023 nicht mehr aus. In einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments erinnerte Lagarde an ihre Aussage vom 3. November, dass eine Zinserhöhung 2022 angesichts der Erwartungen der EZB und ihrer Forward Guidance sehr unwahrscheinlich sei. "Ich stehe zu diesen Aussagen. Ich glaube nicht, dass ich mir eine solche Aussage auch für 2023 zutrauen würde, aber für 2022 würde ich sie sicher bekräftigen."

FRANKFURT (Dow Jones)

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