Dow Jones
03.09.2017 18:06:43
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WOCHENENDÜBERBLICK/2. und 3. September 2017 -2-
Zehntausende Frankfurter verlassen für Bombenentschärfung ihre Wohnungen
Wegen der Entschärfung einer fast zwei Tonnen schweren Weltkriegsbombe hat Frankfurt am Main die größte Massenevakuierung der Nachkriegszeit erlebt. Rund 65.000 Menschen mussten am Sonntag ihre Wohnungen verlassen. Nach Verzögerungen bei der Evakuierung gab die Polizei am Nachmittag grünes Licht, mit der Entschärfung zu beginnen. Am späten Nachmittag teilte die Polizei mit, die drei Zünder der Bombe seien entfernt, an der Entfernung zweier Sprengkapseln werde aber noch gearbeitet.
Deutsche Post testet seltenere Briefzustellung - Kritik von Verdi
Mit scharfer Kritik hat die Gewerkschaft Verdi auf ein Pilotprojekt der Deutschen Post für eine seltenere Briefzustellung reagiert. Die Post gefährde "einen wichtigen Bestandteil der Infrastruktur und damit auch die Arbeitsplätze ihrer Beschäftigten", sagte Verdi-Vizevorsitzende Andrea Kocsis. Seit dem 1. Juli und noch bis Ende September testet die Post in 18 Bezirken in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland eine auf individuelle Wünsche zugeschnittene Zustellung. "Das Pilotprojekt ist ergebnisoffen", sagte ein Postsprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.
Ministerium dementiert Einigung über Kredit für Air Berlin
Unklarheit über den Vertrag für den 150-Millionen-Euro-Kredit an die insolvente Fluglinie Air Berlin: Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums widersprach am Sonntag auf Anfrage einem Bericht der Bild am Sonntag, wonach der Vertrag unterschrieben wurde. Die Zeitung hatte geschrieben, dass sich die Airline mit der staatlichen Förderbank KfW auf die Konditionen geeinigt habe. Demnach zahlt Air Berlin der Bank nun knapp zehn Prozent Zinsen. Air Berlin wollte den Bericht nicht kommentieren.
VW-AR-Chef Pötsch nutzte als Vorstand Firmenjets für Privatreisen - Zeitung
Der frühere Finanzvorstand und jetzige VW-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch hat laut Bild am Sonntag (BamS) die Flugzeugflotte des Autobauers in großem Umfang für Privatreisen genutzt. Die Zeitung beruft sich auf ihr vorliegende konzerninterne Unterlagen. Aus diesen gehe hervor, dass Pötsch allein im Jahr 2013 auf 61 Flüge im Firmenjet gekommen sei, die als "private Nutzung" eingestuft wurden. Anfang 2014 habe der damalige Aufsichtsratschef Ferdinand Piech die Privatreisen auf Konzernkosten beendet und von fünf Vorständen insgesamt 2,15 Millionen Euro zurückgefordert. Im Fall Pötsch habe die Summe 531.310 Euro betragen.
FDP-Chef schlägt im Abgasskandal Verzicht auf Dividende vor - Zeitung
FDP-Chef Christian Lindner fordert in der Diesel-Abgasaffäre eine Entschädigung der Autobesitzer durch die Hersteller und schlägt zur Finanzierung einen Verzicht der Aktionäre auf Dividenden vor. Lindner sagte der Bild am Sonntag (BamS): "Wenn jemand ein Auto in dem Glauben auf gute Abgaswerte kauft, aber die Werte nicht stimmen, dann muss der entschädigt werden. Und zwar zulasten des Herstellers des Autos, nicht des Steuerzahlers. Dann gibt es eben für die Aktionäre mal ein paar Jahre keine Dividende."
Opel verliert jeden Werktag rund vier Millionen Euro - Zeitung
Opel hat im zweiten Quartal 2017 rund 250 Millionen Dollar (rund 211 Millionen Euro) Verlust verbucht, nachdem im ersten Quartal bereits 201 Millionen angefallen waren. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche unter Berufung auf Informationen aus Kreisen des Opel-Mutterkonzerns PSA. Zwei Personen aus dem Umfeld von Opel und PSA hätten übereinstimmend gesagt, dass Opel an jedem Werktag derzeit rund vier Millionen Euro verliere. Ein Opel-Sprecher wollte die in dem Bericht genannten Zahlen nicht kommentieren.
Tesla verdoppelt den Absatz in Deutschland
Tesla hat den Absatz in Deutschland im ersten Halbjahr auf 2.075 Elektroautos verdoppelt. Das Unternehmen plane weiter in diesem Tempo, sagte Jochen Rudat, Tesla-Vertriebschef für Deutschland, Österreich und die Schweiz, im Gespräch mit "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" (Montagausgabe).
Flixbus wird 2017 erstmals profitabel sein - kein IPO geplant - Zeitung
Das Fernbus-Unternehmen Flixbus wird nach eigenen Angaben dieses Jahr erstmals einen Gewinn erwirtschaften. "Ja, das werden wir schaffen", sagte Flixbus-Chef und -Mitgründer Andre Schwämmlein der Welt am Sonntag (WamS). Ein Börsengang ist laut Schwämmer derzeit jedoch nicht geplant.
Berliner Finanzsenator: Tegel nach BER-Eröffnung nicht mehr profitabel
Der Berliner Flughafen Tegel wird nach Einschätzung von Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) nach Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER nicht mehr wirtschaftlich sein. "Der Flughafen Tegel ist nur profitabel, solange der BER nicht eröffnet wird", sagte er der "Berliner Morgenpost" vom Samstag. Widerspruch erhielt der Senator vom ehemaligen BER- und Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn, der für Tegel gute wirtschaftliche Perspektiven sieht und in der Welt am Sonntag den Schließungsbeschluss des Senats und der Landesregierung in Berlin und Potsdam kritisierte. "Es gibt keinen rationalen Grund dafür, die Mehrheit in dieser Stadt hat keinen Vorteil davon."
Altmaier kündigt vor Feinstaub-Gipfel individuelle Lösungen an
Vor dem Treffen der Bundesregierung mit den von Feinstaub am meisten belasteten Kommunen am Montag kündigt Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) mehr finanzielle Unterstützung und individuelle Lösungen für einzelne Städte an. "Wir brauchen individuelle Pläne für jede Stadt", sagte Altmaier dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel am Sonntag". Bis zum Ersatz aller kommunalen Busse durch Elektrobusse könne es sehr lange dauern. Es sei klar, dass zusätzliche Finanzhilfen nötig sind, damit Fahrverbote für Diesel-Autos verhindert werden.
SPD holt in der Wählergunst leicht auf - Umfrage
Die SPD holt in Umfragen leicht auf. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für die Zeitung Bild am Sonntag erhebt, steigt sie auf 24 Prozent (Plus 1). Die Union liegt wie in der Vorwoche bei 38 Prozent. Drittstärkste Kraft wäre die Linke mit 9 Prozent. FDP (Minus 1), Grüne (Plus 1) und AfD erreichen jeweils 8 Prozent. Auf die sonstigen Parteien entfallen 5 Prozent (Minus 1). Bei der Kanzlerfrage liegt Bundeskanzlerin Merkel klar vor ihrem Herausforderer Schulz. Könnte der Bundeskanzler direkt gewählt werden, würden sich 50 Prozent für Merkel entscheiden, 25 Prozent für Schulz. 16 Prozent würden keinen der beiden wählen (weiß nicht / keine Angabe: 9 Prozent).
Oettinger: Briten müssen bis 2023 Zahlungen an EU leisten - Zeitung
EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger fordert London auf, auch Jahre nach dem Brexit noch Gelder nach Brüssel zu überweisen. "Die Europäische Union erwartet, dass sich die Briten an einmal gegebene Zusagen halten. "Sie müssen ihre finanziellen Verpflichtungen bis Ende 2020 in vollem Umfang erfüllen und bis zum Jahr 2023 weiter Zahlungen an die EU leisten", sagte Oettinger der Welt am Sonntag. Er bekräftigte, dass es ohne eine "weitgehende Klärung der Grundsatzfragen" - wie die britischen Finanzverpflichtungen nach dem Austritt, die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien nach dem Brexit und den künftigen Status der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland - keine Handelsabkommen mit London geben werde.
Nordkorea meldet "erfolgreiche" Zündung von Wasserstoffbombe
Nordkorea hat am Sonntag die "erfolgreiche" Zündung einer Wasserstoffbombe gemeldet. Der Test sei ein "absoluter Erfolg" gewesen, berichtete das nordkoreanische Staatsfernsehen. Mit dieser Bombe könne das Land auch eine Langstreckenrakete bestücken, hieß es in dem Bericht.
China und Südkorea protestieren scharf gegen Nordkoreas Atomwaffentest
Mit seinem neuerlichen Atomwaffentest hat sich Nordkorea scharfer internationaler Kritik ausgesetzt. Das chinesische Außenministerium erklärte seine "entschiedene Ablehnung und scharfe Verurteilung" des nordkoreanischen Vorgehens. Auch Südkoreas Präsident Moon Jae In kritisierte den Atomwaffentest und forderte "die schärfste Bestrafung" der Regierung in Pjöngjang. Der UN-Sicherheitsrat müsse weitere Sanktionen verhängen, um Nordkorea "vollständig zu isolieren", sagte der Sicherheitsberater des Präsidenten, Chung Eui Yong, nach einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrats in Seoul.
USA bereiten neue Sanktionen gegen Nordkorea vor
Die USA bereiten nach dem jüngsten Atomwaffentest Nordkoreas neue Sanktionen gegen das kommunistische Land vor. "Wer mit Nordkorea Geschäfte macht, wird keine mit uns machen können", sagte Finanzminister Steven Mnuchin dem Fernsehsender Fox News. Er werde seine Vorschläge US-Präsident Donald Trump vorlegen. Trump werde noch am Sonntag mit dem Nationalen Sicherheitsrat zusammenkommen, teilte das Weiße Haus mit. Zuvor hatte Trump den Atomtest auf Twitter "sehr feindlich und gefährlich" für die USA genannt.
Iran testet neues Raketenabwehrsystem
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September 03, 2017 11:35 ET (15:35 GMT)
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-2 of 2- 03 Sep 2017 15:35:00 UTC DJ WOCHENENDÜBERBLICK/2. und 3. September 2017 -2-
Der Iran hat nach eigenen Angaben erfolgreich sein neues Raketenabwehrsystem Bavar-373 getestet. Das Abwehrsystem weise Ähnlichkeiten mit dem russischen Raketensystem S-300 auf und solle im März 2018 an die Streitkräfte ausgeliefert werden, sagte General Farsad Esmaili, Chef der Luftabwehr. Bavar-373 sei vollständig im Iran hergestellt worden, wobei einige Teile sich vom System S-300 unterschieden. Der neue iranische Verteidigungsminister Amir Hatami bezeichnete die Weiterentwicklung des Raketenprogramms als vordringlich. Zudem sei es für sein Land wichtig, Waffen zu exportieren, "um Kriege zu verhindern", sagte Hatami.
Washington lässt drei russische Vertretungen in den USA schließen
Die erzwungene Schließung mehrerer russischer Vertretungen in den USA hat die Spannungen zwischen Moskau und Washington verschärft. Das russische Außenministerium sprach von einem "offen feindseligen Akt" und forderte die "umgehende Rückgabe" seines diplomatischen Eigentums. US-Beamte inspizierten die Gebäude in San Francisco, New York und Washington. Zuvor hatten Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats in San Francisco offenbar Gegenstände in der Vertretung verbrannt.
Festnahmen in Israel wegen Affäre um deutsch-israelisches U-Boot-Geschäft
Die israelische Polizei hat am Sonntag nach eigenen Angaben sechs Menschen festgenommen, um sie im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre um ein deutsch-israelisches U-Boot-Geschäft zu vernehmen. Zu den Festgenommenen sollen laut der Zeitung "Haaretz" ein ehemaliger ranghoher Mitarbeiter des Büros von Regierungschef Benjamin Netanjahu sowie hochrangige Marineoffiziere gehören. Die Bundesregierung hatte die Unterzeichnung eines U-Boot-Geschäfts mit Israel im Juli verschoben, um die Ermittlungen in der Bestechungsaffäre abzuwarten. Das Geschäft zum Kauf dreier hochmoderner U-Booten von ThyssenKrupp hat israelischen Medienberichten zufolge einen Umfang von 1,2 Milliarden Euro.
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