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"Bedauerliche" Entscheidung 16.05.2022 17:54:00

Valneva-Aktie -19%: EU plant Kündigung von Vorabkaufvertrag für Totimpfstoff

Laut Vertrag habe die Kommission das Recht dazu, wenn Valneva bis zum 30. April keine Marktzulassung von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erhalten hat, teilte das Unternehmen am Montag mit. "Die Entscheidung der Europäischen Kommission ist bedauerlich, zumal wir weiterhin Nachrichten von Europäern erhalten, die sich eine traditionellere Impfstofflösung wünschen", sagte Valneva-Vorstandschef Thomas Lingelbach.

Gemäß den Bedingungen habe der Konzern eigenen Angaben zufolge ab dem 13. Mai 30 Tage Zeit, um eine Marktzulassung zu erhalten oder Maßnahmen zur Nachbesserung vorzuschlagen. Man werde mit der EU-Kommission und den EU-Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten, um sich auf Maßnahmen zur Nachbesserung zu einigen, so Valneva. Der Impfstoff soll denjenigen Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt werden, die ihn nach wie vor erhalten möchten.

"Wir haben einen Dialog mit den Mitgliedsstaaten begonnen, die an unserem inaktivierten Ansatz interessiert sind", sagte Lingelbacher. Der Konzern sei nach wie vor davon überzeugt, dass sein Impfstoffkandidat einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von COVID-19 leisten kann.

Bereits im April wurde bekannt, dass Valneva mit seinem Impfstoffkandidaten nicht so wie geplant vorankommt. Die EMA hatte eine weitere Liste an Fragen angefordert. Valneva reichte seine Antworten am 2. Mai ein und ist der Ansicht, dass die verbleibenden Fragen angemessen beantwortet wurden. Wenn die Antworten akzeptiert würden, erwartet das Unternehmen spätestens im Juni eine positive Stellungnahme.

Valneva-Aktie mit Kurseinbruch

Die Papiere des Impfstoffentwicklers Valneva sind am Montag eingebrochen. Grund dafür war eine Mitteilung des Unternehmens, dass die EU-Kommission die Absicht habe, den Liefervertrag für Valnevas Corona-Impfstoff zu kündigen. An der EURONEXT gab die Valneva-Aktie am Montag letztlich 19,09 Prozent auf 9,648 Euro ab. Im Tagestief bedeuteten 9,16 Euro das niedrigste Kursniveau seit Januar 2021, als die Fantasie für ein Corona-Vakzin unter den Valneva-Anlegern gerade auflebte.

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"Die Entscheidung der Europäischen Kommission ist bedauerlich", kommentierte Konzernchef Thomas Lingelbach. Er verwies darauf, dass es weiter Signale gebe, dass sich viele Europäer weiterhin einen traditionelleren Impfstoff wünschten. Anders als die neuartigen mrNA-Vakzine basiert das Valneva-Mittel auf inaktivierten Viren und damit auf einem grundsätzlich bewährten Ansatz. Es galt lange Zeit als große Hoffnung, um den Kreis der Impfwilligen noch vergrößern zu können. Mittlerweile ist die Pandemie in Westeuropa aber am Abklingen. Bedingt zugelassen ist der Impfstoff seit Mitte April in Großbritannien.

Analyst Jean-Jacques Le Fur vom Analysehaus Bryan Garnier betonte in einer ersten Reaktion, für eine weitere Beurteilung der Lage wolle er zunächst abwarten, bis mehr Klarheit über eine potenzielle Zulassung herrsche und die EU-Kommission ihre Haltung zu der Sache final festlege. Er schließt aus den Details, dass Valneva bis in der zweiten Junihälfte noch die Chance hat, von der EMA grünes Licht zu bekommen. Er setzte sein Kursziel "unter Beobachtung". Seine Kaufempfehlung der Papiere habe aber Bestand auf Basis des Umsatzpotenzials anderer Impfstoffe gegen das Chikungunya-Fieber und die Lyme-Borreliose.

Wien (Reuters) / FRANKFURT (dpa-AFX)