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11.08.2020 14:11:40

Uniper setzt bei Nord Stream 2 noch auf Erfolg, warnt aber

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Erdgaspipeline Nord Stream 2 wird nach Einschätzung des mitfinanzierenden Energiekonzerns Uniper trotz des zunehmenden politischen Widerstands aus den USA zu Ende gebaut werden und dann auch Erdgas aus Russland nach Deutschland transportieren. "Das ist unser Basisszenario", sagte Vorstandschef Andreas Schierenbeck in einer telefonischen Pressekonferenz. Allerdings haben die unverhohlenen Sanktionsdrohungen aus Washington inzwischen ihren Niederschlag im Risikobericht der Uniper-Halbjahresbilanz gefunden.

Dort heißt es, mit den intensivierten Anstrengungen der USA gegen das Vorhaben steige die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Verzögerungen beim Bau der Gasleitung komme oder dass das Projekt überhaupt nicht fertiggestellt werde. Das sei das Worst-Case-Szenario, sagte Schierenbeck. Von etwaigen Sanktionen direkt betroffen sei Uniper aber nicht. Der Konzern aus Düsseldorf ist an der Betreibergesellschaft nicht beteiligt, sondern hat nur Geld für die Investitionen gegeben. Man stehe überdies mit sämtlichen handelnden Personen im Kontakt.

Sollte das Projekt scheitern, so müsste Uniper seinen zu deren Finanzierung ausgereichten "Kredit wertberichtigen" und könne "die geplanten Zinserträge nicht realisieren". Vorstandschef Andreas Schierenbeck sagte, "Wir betrachten die Entwicklung um die Sanktionen mit Sorgen." Uniper finanziert wie Wintershall, Shell, OMV und Engie 10 Prozent der Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro - also 950 Millionen. Im März hat Uniper laut Schierenbeck "alle Finanzmittel, zu denen wir verpflichtet sind", einbezahlt.

Die USA versuchen den schon weit fortgeschrittenen Bau von 1.200 Kilometern Pipeline mit allen Mitteln zu verhindern. Vor wenigen Tagen drohten drei republikanische US-Senatoren dem Betreiber des Hafens von Sassnitz-Mukran auf Rügen mit wirtschaftlich "vernichtenden" Sanktionen, sollte der Hafen sich in irgendeiner Weise an der Fertigstellung der Ostsee-Pipeline beteiligen, durch die Nord-Stream-2-Betreiber Gazprom sibirisches Erdgas bis nach Greifswald pumpen will.

Im Hafen Mukran lagern die für die Fertigstellung benötigten Stahlrohre. Zwei russische Schiffe sind seit Mai vor Ort, um die restlichen 160 Kilometer zu verlegen. Die Schweizer Firma Allseas hatte ihre Spezialschiffe wegen der US-Sanktionsandrohungen von der Pipeline-Baustelle abgezogen.

Während die USA argumentieren, dass sich Europa durch die Pipeline zu sehr von russischem Gas abhängig macht, weisen die Befürworter darauf hin, die Amerikaner verfolgten vor allem das Interesse, eigenes Gas in verflüssigter Form auf den europäischen Markt zu drücken. Uniper-Chef Schierenbeck hält beide Lieferanten für wichtig. Sein Unternehmen importiert nicht nur russisches Gas, sondern ist auch am Bau eines LNG-Anlandeterminals in Wilhelmshaven interessiert.

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/kla

(END) Dow Jones Newswires

August 11, 2020 08:11 ET (12:11 GMT)

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