24.01.2018 22:17:56

RNZ: Wohlstand - Kommentar zu Davos

Heidelberg (ots) - Erst Merkel, dann Macron. Beide um ein Signal der europäischen Stärke bemüht, der eine mehr, die andere weniger erfolgreich. So kraftstrotzend wie der Franzose kann die deutsche Kanzlerin aufgrund der innenpolitischen Situation natürlich nicht auftreten. Doch wie viel das Bekenntnis zu internationaler Zusammenarbeit wirklich wert ist, zeigt sich ohnehin nicht in den Schweizer Alpen. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr schwang sich überraschend der Chinese Xi Jinping zum neuen Schutzherren des Freihandels auf. Sein Wirtschaftsberater hat diese Botschaft in Davos 2018 bekräftigt. In der Praxis ist das bei vielen Unternehmen, die nach China wollen, noch nicht angekommen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen in Davos seit jeher weit auseinander. "Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrütteten Welt" heißt das aktuelle Motto. Das müsste in erster Linie bedeuten, dafür zu sorgen, dass der wachsende Wohlstand nicht nur jenen zugute kommt, die sich da unter verschneiten Gipfeln treffen. Doch der Trend weist in die gegenteilige Richtung. Wenn es Merkel und Macron mit der neuen europäischen Stärke im Kampf gegen das nationale Getöse ernst ist, müssen sie genau das angehen.

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