07.09.2020 16:20:40
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Ost-Ausschuss warnt vor Milliardenschäden bei Aus von Nord Stream 2
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)--Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft warnt vor Milliardenschäden für den Fall, dass die deutsche Bundesregierung einen Stopp der Gas-Pipeline Nord Stream 2 herbeiführen sollte. Zuvor hatte die Bundesregierung wegen des Giftanschlags auf den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny Konsequenzen für die Gasröhre nicht ausgeschlossen.
"Ein Totalverlust beider Pipeline-Investitionen könnte für einzelne europäische Unternehmen zu Schäden in Milliardenhöhe führen und würde Arbeitsplätze vor allem in Ostdeutschland kosten", warnte der Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Oliver Hermes.
Europäische Unternehmen hätten für Nord Stream 2 die Hälfte der 8 Milliarden Euro Baukosten bereitgestellt. Die notwendige Anschluss-Pipeline durch Ostdeutschland nach Tschechien habe weitere 4 Milliarden Euro gekostet.
Wegen des Ausfalls der erhofften Erdgaslieferung würde eine weitere hohe Belastung entstehen. Denn das Gasangebot auf dem Markt wäre geringer als erhofft und daher würden sich auch die Preise für Erdgaskunden erhöhen. "Auch hier geht es pro Jahr um Milliardenbeträge, die dann vor allem europäische Verbraucher zu zahlen hätten", warnte Hermes.
Er betonte, dass Nord Stream 2 von allen zuständigen Stellen in der EU, darunter nationale Behörden in Deutschland, Schweden, Dänemark und Finnland, genehmigt worden sei. Über Schadensersatzansprüche, die sich aus einem möglichen Verbot der Fertigstellung ergeben würden, ließe sich aktuell noch nichts sagen. Dies müsste dann im Falle eines Falles vor Gericht geklärt werden.
Die etwa 2.100 Kilometer lange Ostsee-Pipeline soll Gas direkt von Russland nach Deutschland bringen und ist nahezu fertig gestellt. Das Nord-Stream-2-Konsortium wird vom russischen Gazprom-Konzern angeführt, der die Hälfte der Finanzierung des 9,5 Milliarden Euro schweren Projekts aufbringt. Zu den Beteiligten gehören die deutschen Unternehmen Uniper und Wintershall.
Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com
DJG/aat/hab
(END) Dow Jones Newswires
September 07, 2020 10:21 ET (14:21 GMT)
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