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30.07.2020 14:57:51

MÄRKTE USA/Schwächer erwartet - Impulse von allen Seiten

NEW YORK (Dow Jones)--Deutlich im Minus wird die Wall Street am Donnerstag zum Start erwartet. Vorbörslich wurden viel beachtete Daten zum Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal veröffentlicht, die wegen des coronabedingten Lockdowns einen drastischen Einbruch um annualisiert 32,9 Prozent ausgewiesen haben. Experten hatten zwar einen noch etwas höheren Rückschlag erwartet. Entspannung bringen die Daten aber nicht, die Märkte zeigten kaum eine Reaktion.

Eine spezielle Bürde für den Markt kommt noch von Seiten der Politik. Bislang ist noch keine Einigung über ein Konjunkturpaket in Sicht, das den bisher gewährten Hilfen für Arbeitslose nachfolgen soll. Die Zeit drängt, denn es muss bis Freitag fertigwerden, wenn es reibungslose anknüpfen soll.

Tech-Giganten im Visier

Überhaupt können sich die Anleger über fehlende Impulse nicht beklagen. Am Vorabend stützten "taubenhafte" Aussagen der US-Notenbank. Ebenfalls am Abend hatten sich die Chefs der US-Internetriesen Amazon, Apple, Google und Facebook bei einer Kongressanhörung zu ihrer Marktmacht scharfe Kritik anhören müssen. Was aus diesen Anwürfen folgt, ist indes unklar. Die vier Genannten werden am Abend nachbörslich Zahlen ausweisen. Auch sonst ist die Berichtssaison in vollem Gang.

Vorbörslich haben Dupont, Procter & Gamble, United Parcel Service (UPS), Intercontinental Exchange (ICE) und Kraft Heinz über das abgelaufene Quartal informiert. Zudem hatten schon am späten Mittwoch nach Handelsende einige Unternehmen ihre Bücher geöffnet.

Dupont de Nemours hat im zweiten Quartal wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie Einbußen beim Umsatz hinnehmen müssen und einen hohen Verlust geschrieben. Die Aktie verliert vorbörslich 2,3 Prozent.

Dagegen hat die hohe Nachfrage nach Reinigungs- und Hygieneprodukten während der Corona-Pandemie dem Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Aufwind gegeben. Die Aktie rückt um 2,5 Prozent vor.

UPS, ICE und Paypal profitieren von Corona-Krise

Auch UPS ist ein Profiteur der Pandemie und hat weitaus bessere Ergebniszahlen vorgelegt als erwartet wurde. Die Aktie springt um gut 9 Prozent nach oben.

Das erhöhte Handelsaufkommen an den Aktienmärkten kam dem Börsenbetreiber ICE zugute, dessen Gewinn und Umsatz zulegte. Die Aktie steigt um 0,7 Prozent.

Kraft Heinz verteuern sich um 1,2 Prozent, nachdem der Lebensmittelkonzern aufgrund der Covid-19-der Pandemie seinen Umsatz deutlich steigern konnte.

Der Kurs von Qualcomm wird dagegen vom Abschluss eines langfristigen Lizenzierungsvertrags und der Beilegung eines Streits mit der chinesischen Huawei Technologies um 10,4 Prozent nach oben katapultiert. Der US-Mobilfunkchiphersteller erhält dafür eine Abschlagszahlung über 1,8 Milliarden Dollar von dem Smartphonehersteller.

Für Paypal geht es um 3,6 Prozent aufwärts nach starken Quartalszahlen und einem bestätigten Ausblick. Der Zahlungsdienstleister profitierte in der Corona-Krise von verstärkten Online-Käufen.

Yum Brands legen 1,4 Prozent zu. Das Unternehmen, das unter anderem die Restaurantketten KFC und Pizza Hut betreibt, hatte einen Rückgang des Nettogewinns und des Umsatzes ausgewiesen, der indes nicht so schlimm ausfiel wie befürchtet.

Gut kommen die Geschäftszahlen des Autoteilehändlers O'Reilly Automotive an. O'Reilly konnte Nettogewinn und Umsatz kräftig steigern. Nach eigener Aussage profitierte das Unternehmen stark von den staatlichen Unterstützungsgeldern für private Verbraucher in der Corona-Krise. Die Aktie klettert um gut 4 Prozent.

Dollar leicht erholt

Am Devisenmarkt leidet der Euro unter schwachen Daten zum Wirtschaftswachstum in Deutschland. Im zweiten Quartal wurde ein Rückgang um 10,1 Prozent gemeldet. Auch der kräftige Rückgang des US-BIP konnte den Euro nicht stützen. Nach einem Mittwochs-Hoch über 1,18 Dollar notiert der Euro nun bei 1,1750.

Der Goldpreis kommt von seinem jüngsten Hoch zurück. Nach einem Stand um 1.970 je Feinunze am späten Mittwoch notiert er nun rund 20 Dollar niedriger, gedrückt auch von der gestiegenen US-Devise. Teilnehmer sehen indes Gold nach wie vor als aussichtsreiche Anlage angesichts der globalen Unsicherheiten und der Politik des billigen Geldes.

Diese Unsicherheiten tauchen auch die Anleihen wieder in helleres Licht. Steigende Notierungen drücken die Zehnjahresrendite um 2,2 Basispunkte auf 0,55 Prozent.

Mit dem gestiegenen Dollar und der Sorge um ein Überangebot geben die Ölpreise nach. Brent fällt um 1,2 Prozent auf 43,21 Dollar je Fass, WTI um 1,6 Prozent auf 40,61 Dollar.

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US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 0,12 -1,2 0,13 -108,1

5 Jahre 0,23 -1,3 0,25 -169,0

7 Jahre 0,41 -2,3 0,43 -184,2

10 Jahre 0,55 -2,4 0,57 -189,3

30 Jahre 1,20 -3,9 1,24 -186,8

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:40h Mi, 17:21 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1757 -0,29% 1,1754 1,1767 +4,8%

EUR/JPY 123,63 -0,08% 123,67 123,63 +1,4%

EUR/CHF 1,0748 -0,11% 1,0743 1,0761 -1,0%

EUR/GBP 0,9027 -0,48% 0,9076 0,9076 +6,7%

USD/JPY 105,16 +0,21% 105,23 105,07 -3,3%

GBP/USD 1,3025 +0,19% 1,2949 1,2964 -1,7%

USD/CNH (Offshore) 7,0075 +0,15% 7,0058 7,0029 +0,6%

Bitcoin

BTC/USD 10.953,76 -3,01% 10.990,26 11.183,76 +51,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 40,61 41,27 -1,6% -0,66 -29,7%

Brent/ICE 43,21 43,75 -1,2% -0,54 -30,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.950,31 1.970,90 -1,0% -20,59 +28,5%

Silber (Spot) 23,26 24,43 -4,8% -1,16 +30,3%

Platin (Spot) 902,85 929,00 -2,8% -26,15 -6,4%

Kupfer-Future 2,90 2,91 -0,5% -0,01 +2,7%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/raz/smh

(END) Dow Jones Newswires

July 30, 2020 08:58 ET (12:58 GMT)

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DuPont de Nemours 77,72 0,14% DuPont de Nemours
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