21.10.2019 09:53:48
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MÄRKTE EUROPA/Neue Folge der Brexit-Saga kein Stimmungskiller
Von Thomas Leppert
FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte sind mit Gewinnen in die neue Woche gestartet. Während die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexit über das Wochenende abgenommen hat, gibt es weiterhin keinen Fahrplan darüber, wann Großbritannien die EU verlassen wird. Als "unkalkulierbar" stufen die Marktstrategen der Helaba die Entwicklungen im "Brexit-Drama" ein, nachdem das britische Unterhaus die Abstimmung zum neuen Vertrag verschoben hat. Premier Boris Johnson hat bei der EU eine Fristverlängerung beantragt, da er per Gesetz dazu gezwungen war. Unterschrieben hat er den Antrag allerdings nicht, sondern in einem zweiten Schreiben deutlich gemacht, dass er selbst gegen eine Verschiebung sei.
Sollte das Unterhaus den Vertrag mit der EU in dieser Woche doch noch billigen, wäre eine weitere Verschiebung unnötig. Falls es zu einer Ablehnung kommt, müssten die Staats- und Regierungschefs der EU einstimmig entscheiden, ob es eine erneute Fristverlängerung gibt, andernfalls könnte es Ende des Monats doch noch zu einem "No-Deal-Brexit" kommen.
Das Pfund, der Risiko-Seismograph für den Austritt Großbritanniens aus der EU, handelt zum Start in die Woche gegenüber Dollar und Euro weitgehend stabil. In diesem Umfeld legt der DAX um 0,8 Prozent auf 12.736 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,5 Prozent auf 3.599 Zähler.
Metro-Großaktionär Tkac steigt bei Prosieben ein
Für die Aktie von Prosieben geht es um 4,6 Prozent nach oben. Positiv wird an der Börse gewertet, dass Patrik Tkac bei dem Medienkonzern eingestiegen ist. Wie aus einer Pflichtmitteilung vom Freitagabend hervorgeht, erwarb der slowakische Metro-Großaktionär 3,6 Prozent der Anteile. Bei Metro ist Tkac zusammen mit Daniel Kretinsky über das gemeinsame Unternehmen EPGC seit dem gescheiterten Übernahmeangebot mit 17,52 Prozent beteiligt. Darüber hinaus sind Kretinsky und Tkac gemeinsam Teilhaber an mehreren europäischen Unternehmen im Medien- und E-Commerce-Sektor.
Für die Aktie von Wirecard geht es um 6,1 Prozent nach oben. Der Zahlungsdienstleister hat mit KPMG einen externen Prüfer beauftragt, der die in der Financial Times erhobenen Vorwürfe untersuchen soll. Das sei ein "Strategieschwenk", nachdem Wirecard noch in der vergangenen Woche keinen Anlass für einen Sonderprüfer gesehen hatte. "Es ist gut, dass das Unternehmen nun endlich den Schritt gegangen ist", so ein Aktienhändler. Damit könnte die seit langem von der Börse geforderte Transparenz geliefert werden, um bestehende Zweifel zu zerstreuen.
SAP geht mit großer Zuversicht in das vierte Quartal und sieht sich voll auf Kurs, die Ziele für 2019 wie auch mittelfristig zu erreichen. Die Wechselkursentwicklung wird im Gesamtjahr und im Schlussquartal wohl etwas mehr unterstützen als bislang erwartet. Der Positiveffekt für das Geschäftsjahr wird jetzt beim Betriebsergebnis mit 3 bis 5 Prozentpunkten veranschlagt statt 1 bis 3 Punkten im Juli. Die Aktie steigt um 0,9p Prozent.
Sartorius kauft zu und legt Zahlen vor
Sartorius legen nach den Quartalszahlen um 3,5 Prozent zu. Der Gewinn je Aktie ist in den ersten neun Monaten auf 2,24 Euro gestiegen von 1,85 Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Sartorius bleibt auf Wachstumskurs, die Aktie ist aber auch schon kräftig gestiegen", so ein Händler. Sartorius kauft nun Teile des Life-Science-Portfolios von Danaher für rund 750 Millionen Dollar in bar.
Deutsche Bank starten 2,8 Prozent höher. "Die Vorlagen sind gut", so ein Händler. In den USA hatten die Banken gegen einen schwächeren Markt deutlich zugelegt. Händler verweisen zur Begründung auf die wieder steilere Zinskurve. Der Banken-Index im Stoxx zieht um 1,2 Prozent und ist damit aktuell größter Gewinner.
Prudential geben nach dem Spin-Off von M&G um 10 Prozent oder 150 Pence nach. M&G notieren aber bei über 200 Pence. Damit ergibt sich bereinigt ein deutlicher Aufschlag von etwa 3 bis 4 Prozent.
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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.598,64 0,54 19,23 19,90
Stoxx-50 3.232,08 0,48 15,55 17,10
DAX 12.735,53 0,81 101,93 20,61
MDAX 26.179,84 0,69 179,98 21,27
TecDAX 2.815,85 1,35 37,42 14,92
SDAX 11.347,39 0,58 64,90 19,33
FTSE 7.195,17 0,62 44,60 6,28
CAC 5.655,16 0,34 18,92 19,54
Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,35 0,03 -0,59
US-Zehnjahresrendite 1,78 0,03 -0,90
DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.31 Uhr Fr, 17:26 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1158 +0,01% 1,1157 1,1140 -2,7%
EUR/JPY 121,14 +0,13% 121,09 120,89 -3,7%
EUR/CHF 1,0991 +0,01% 1,1000 1,0986 -2,4%
EUR/GBP 0,8630 -0,04% 0,8634 0,8644 -4,1%
USD/JPY 108,57 +0,12% 108,53 108,52 -1,0%
GBP/USD 1,2932 +0,07% 1,2923 1,2881 +1,3%
USD/CNH (Offshore) 7,0690 -0,05% 7,0715 7,0777 +2,9%
Bitcoin
BTC/USD 8.218,26 +0,17% 8.250,26 7.922,26 +121,0%
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 53,87 53,78 +0,2% 0,09 +11,7%
Brent/ICE 59,37 59,42 -0,1% -0,05 +7,1%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.488,93 1.490,06 -0,1% -1,13 +16,1%
Silber (Spot) 17,68 17,55 +0,7% +0,13 +14,1%
Platin (Spot) 893,80 890,95 +0,3% +2,85 +12,2%
Kupfer-Future 2,63 2,64 -0,1% -0,00 -0,5%
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com
DJG/thl/ros
(END) Dow Jones Newswires
October 21, 2019 03:54 ET (07:54 GMT)
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